https://www.faz.net/-gtm-8y9lb

Relegation gegen Braunschweig : Wolfsburg mitten im Nervenspiel

  • -Aktualisiert am

Im Rückspiel gegen Braunschweig entscheidet sich auch die Zukunft von Stürmer Mario Gomez. Bild: EPA

Dem VfL Wolfsburg droht gegen Eintracht Braunschweig der Abstieg in Liga zwei. Im Rückspiel der Relegation entscheidet sich nicht nur die Zukunft von Stürmer Mario Gomez.

          4 Min.

          Bis zuletzt hatte es diese forschen Töne zur misslichen Lage gegeben. „Mit Verlaub: Wir sind der Erstligist“, sagte Olaf Rebbe. Der emsige Sportdirektor des VfL Wolfsburg ist sehr bemüht, Zweifel daran zu zerstreuen, dass sein Verein ausgerechnet am Zweitligaverein Eintracht Braunschweig scheitern könnte.

          Und überhaupt: Mit ihm und Cheftrainer Andries Jonker werde der VfL nicht absteigen. Vieles von dem, was in Wolfsburg seit geraumer Zeit zu hören ist, gleicht dem berühmten Pfeifen im dunklen Wald. Die VfL Wolfsburg Fußball GmbH hat sich in dieser Saison ganz schön verlaufen. Dass Rebbe und Jonker Zuversicht verbreiten wollen, gehört zur üblichen Kulisse eines Vereins, der eigentlich in die Champions League wollte und nun am Abgrund zur zweiten Liga steht.

          Die digitale F.A.Z. PLUS
          F.A.Z. Edition

          Die digitale Ausgabe der F.A.Z., für alle Endgeräte optimiert und um multimediale Inhalte angereichert

          Mehr erfahren

          Fast alles von dem, was den VfL Wolfsburg ausbremst, ist hausgemacht. Zu vielen falschen Personalentscheidungen mit drei Trainern innerhalb einer Saison und dem merkwürdig zusammengestellten Kader gesellte sich ein Problem, das nicht voraussehbar war. Es hat die Entscheider beim VfL Wolfsburg sowie bei seinem Hauptsponsor Volkswagen sehr viel Kraft gekostet, zwischen der Abgasaffäre des Geldgebers und der sportlichen Not seines Tochterunternehmens einen Zusammenhang herzustellen. „Das Unternehmen Volkswagen hat ein sehr schweres Jahr hinter sich, das hat sich vielleicht auf die Mannschaft übertragen“, befürchtet Franzisco Javier García Sanz.

          Der Spanier gehört dem VW-Vorstand an und dirigiert zudem den Aufsichtsrat der VfL Wolfsburg Fußball GmbH, die seit zwanzig Jahren am Stück in der Fußball-Bundesliga ihren Dienst tut. Für einen stark eingespannten Topmanager mit weltweiten Verpflichtungen ist García Sanz erstaunlich oft und nah an der Mannschaft. Er ist ein glühender Fan des gehobenen Fußballs und hat ein feines Gespür für die Befindlichkeiten von Profis. Seine Einsicht, dass man in dieser Saison „nicht alles richtig gemacht“ habe, nimmt eine teure Mannschaft in Schutz, die in ihrer Zusammensetzung und mit ihren inneren Werten einfach nicht funktioniert.

          Eine ungewisse Zukunft: Mario Gomez vom VfL Wolfsburg. Bilderstrecke

          Am Montagabend, wenn Wolfsburg nach dem 1:0 vom Donnerstag zum zweiten Relegationsspiel (Anpfiff 20.30 Uhr) bei Eintracht Braunschweig antritt, kann etwas Furchtbares korrigiert werden. Innerhalb von 13 Monaten ist die Welt eines Vereins komplett durcheinandergeraten. Er war im April 2016 auf dem besten Weg, Real Madrid aus der Champions League zu schießen und ins Halbfinale einzuziehen – scheiterte aber knapp. Danach sind ihm mehrere Eckpfeiler abhandengekommen. Aber bei Spielern wie Julian Draxler (zu Paris Saint-Germain), Max Kruse (Werder Bremen) und André Schürrle (Borussia Dortmund) wollte am Ufer des Mittellandkanals kein echtes Heimatgefühl aufkommen.

          Dass mit Trainer Dieter Hecking und Geschäftsführer Klaus Allofs auch noch zwei Väter beachtlicher Erfolge am sportlichen Misserfolg gescheitert sind, setzte der Pannenserie eine Krone auf. Vor allem ohne den erfahrenen Allofs, der im Dezember 2016 entlassen wurde, ist hinter den Kulissen des auf Ordnung und Korrektheit bedachten VfL ein Vakuum entstanden. Mit Thomas Röttgermann ist gerade ein zweiter Geschäftsführer verlorengegangen. Die vereinsinterne Verunsicherung, ob die VW-Krise auch Auswirkungen auf die grundlegende Ausrichtung seiner sportiven Tochter und deren Strategie für die Zukunft hat, fordert ihre Opfer.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          F.A.Z. Exklusiv : Hanauer Attentäter suchte Hilfe bei Detektei

          Der Attentäter von Hanau hat sich im Oktober 2019 mit einem Detektiv getroffen. Er bat ihn um Hilfe, weil er sich von einem Geheimdienst beschattet sah. Die Aussagen, die Tobias R. damals machte, stützen das Bild eines geisteskranken Täters.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.