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Umgang mit Sofa-Zockern : Die reichlich naive Strategie der Bundesliga

Viele Bundesligaklubs gehen das Thema Gaming viel zu naiv an. Bild: dpa

Der sogenannte „E-Sport“ ist längst ein Millionengeschäft. Besonders in der Bundesliga und im Fußball allgemein wird beim Thema Gaming jedoch zu kurz gedacht. Es geht um Marketing – und der Rest ist erst einmal egal.

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          Der SC Freiburg verzichtet auch künftig auf eine eigene „E-Sport“-Abteilung – und bleibt einer der wenigen Klubs aus der Fußball-Bundesliga, der nicht den Versprechungen der Gaming-Branche erliegt. Bislang jedenfalls. Der Verein würde seine „Überzeugungen und Anstrengungen torpedieren“, wenn er junge Menschen dazu antreibe, sich stundenlang beim virtuellen Kick an der Konsole zu duellieren, sagte Freiburgs Sportvorstand Jochen Saier dem „Kicker“. Professionelles Zocken sei zwar „ein eigener, auch spannender Planet“, auf dem sich der SC aber nicht als Vorreiter sehe. Straßenkicker statt Sofa-Zocker.

          Diese Einstellung ehrt die Breisgauer, ist der sogenannte „E-Sport“ doch längst ein Millionengeschäft und zieht mit seinen Events vor allem Männer (und immer mehr Frauen) unter dreißig Jahren vor den Livestream und in die Arenen. Dass sich Klubs wie Schalke, Frankfurt, Bremen, Berlin oder Hamburg dieses Wirtschafts- und Marketingpotential nicht entgehen lassen wollen, ist logisch. Fest steht aber auch: Besonders in der Bundesliga und im Fußball allgemein wird beim Gaming zu kurz gedacht. Viele Vereine beschäftigen und bezahlen zwei bis fünf Zocker, die im Trikot ihres Klubs bei Turnieren antreten, oft aber woanders wohnen und bei Trainings-, Ernährungs- und Zukunftsplanung häufig allzu allein gelassen werden.

          Die Deutsche Fußball-Liga selbst gibt zu, ihre Virtuelle Klub-Meisterschaft zu reinen Marketingzwecken gegründet zu haben. Und auch dem Deutschen Fußball-Bund ist zum Thema „E-Sport“ bislang nur eingefallen, unter großem Brimborium eine eigene „E-Nationalmannschaft“ zu gründen. Das Ziel lautet: mehr Follower im Netz, mehr Verkäufe im Fanshop und am Ende mehr Zuschauer im Stadion. Jugendschutz? Folgen für den Breitensport? Sind erst einmal egal.

          Klar ist: Die Digitalisierung ist das bestimmende Thema unserer Zeit. Es wäre aber wichtig, dass sich der traditionelle Sport der Entwicklung stellt, sie genauestens hinterfragt und die Richtung nicht PR-Strategen, Sponsoren und von der Gaming-Lobby vereinnahmten Politikern überlässt. Lediglich darauf zu bauen, ein erheblicher Teil jener, die Messi und Co. am Controller zaubern lassen, werde dieses Können auch auf echtem Rasen bewundern und möglicherweise gar selbst trainieren wollen, ist reichlich naiv.

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