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Neuer Anlauf bei Bayern : Die wohl letzte Chance des Renato Sanches

  • Aktualisiert am

Bayern Münchens Renato Sanches vor einem Spiel im Jahr 2016. Bild: dpa

Vor zwei Jahren kam Renato Sanches als Verheißung nach München. Aus dem 35 Millionen Euro teuren Jungstar wurde rasch ein Transferflop. Jetzt nimmt er einen neuen Anlauf und hat ein ganz bestimmtes Ziel.

          Für die Wahrzeichen von Philadelphia wie die Liberty Bell oder die Independence Hall wird Renato Sanches auf dem Amerika-Trip des FC Bayern kaum Zeit finden. Der wichtigste Ort in der Stadt am Delaware River, in der am 4. Juli 1776 die amerikanische Unabhängigkeitserklärung beschlossen und verkündet wurde, ist für den Europameister aus Portugal eindeutig das Lincoln Financial Field. Im Stadion des amtierenden Superbowl-Siegers Philadelphia Eagles tritt der deutsche Meister aus München am Mittwochabend (Ortszeit) gegen Juventus Turin an, den neuen Klub von Sanches' Landsmann Cristiano Ronaldo. Der Weltfußballer wird aber nicht dabei sein.

          Auch wenn es sich nur um ein Spiel im Rahmen des International Champions Cup handelt, hat es für Sanches eine große Bedeutung. „Die USA-Reise ist eine große Möglichkeit für mich“, sagte er. Der 20-Jährige will seine zweite und womöglich auch schon letzte Chance beim FC Bayern unbedingt nutzen. „Ich will mich hier durchsetzen“, sagte er am Montagabend (Ortszeit) entschlossen, als er im vierten Stock des Teamhotels zu den mitreisenden deutschen Reportern sprach.

          Der Fehlstart vor zwei Jahren, als er 18-jährig für eine Ablöse von 35 Millionen Euro nach München kam, war eine harte Lehre für ihn. Jetzt fühlt er sich eher bereit für die nach wie vor sehr große Herausforderung beim deutschen Rekordmeister. „Ich bin etwas reifer geworden und habe auch meinen Spaß wiedergefunden“, sagte er. An Zuspruch mangelt es aktuell nicht. Auf dem Flug nach Amerika sei Uli Hoeneß zu ihm gekommen. Und der Präsident habe ihm gesagt, „dass er viel von mir erwartet in dieser Saison“, verriet Sanches erfreut.

          „Er wird viele gute Spiele machen“

          Auch Niko Kovac traut dem Youngster, der schon als Transferflop eingestuft worden war, einiges zu. „Er wird sicherlich diese Saison viele gute Spiele für den FC Bayern machen“, sagte der Trainer nach dem 3:1 im ersten Testspiel am vergangenen Wochenende gegen Paris Saint-Germain in Klagenfurt, bei dem Sanches im Mittelfeld eine ansprechende Leistung bot und ein Freistoßtor zum 2:1 erzielte.

          Sanches hat in seinen jungen Jahren schon viel erlebt. Erst den rasanten Aufstieg als Teenager bei Benfica Lissabon mit der Krönung des EM-Triumphes mit Portugal 2016. Nach dem Titelgewinn stieg er jedoch verspätet in die Saisonvorbereitung bei Bayern ein. Die hohen Erwartungen konnte er zu keiner Zeit erfüllen. Der damalige Trainer Carlo Ancelotti habe mehr auf „große Spieler wie Thiago oder Xabi Alonso gesetzt“, bemerkte Sanches. Er vermisste Unterstützung.

          In der vergangenen Spielzeit ließ er sich an Swansea City ausleihen. Aber auch in England klappte es nicht. Verletzungen spielten dabei ebenfalls eine Rolle. Von verlorenen Jahren mag Sanches trotzdem nicht reden. Er richtet den Blick lieber nach vorne. Seit dem ersten Arbeitstag unter Kovac sei er in diesem Sommer dabei. Er könne sich  „jeden Tag durch hartes Training anbieten“. Aber er weiß natürlich auch, dass die Konkurrenz im Mittelfeld nicht kleiner geworden ist: Martínez, Thiago, Vidal, Rudy, James, dazu Weltmeister Tolisso und Neuzugang Goretzka – es ballt sich im Zentrum.

          „Ich will für den Verein einen Mehrwert darstellen“, sagte Sanches dennoch in Philadelphia. Sein Vertrag läuft noch bis Sommer 2021. Unter Kovac glaubt er an eine faire Chance. Der Trainer macht sich zum Fürsprecher: „Wenn ein Spieler aus einem fremden Land, einer anderen Kultur, einer anderen Umgebung kommt, kann man nicht erwarten, dass er schnell Fuß fasst. Man muss ihm Zeit geben. Die hat man ihm, glaube ich, nicht gegeben.“ Kovac ist angetan von dem, was ihm Sanches bislang anbietet. „Er ist sehr motiviert ins Training gekommen, er gibt richtig Gas. Und ich weiß ja, was er kann. Es ist ja nicht so, dass er das Fußballspielen verlernt hat. Der Junge braucht Zuneigung und Unterstützung.“

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