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Darmstadt 98 : Welchen Wert Dursun für die „Lilien“ hat

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Da geht es lang: Serdar Dursun bringt die „Lilien“ voran. Bild: dpa

Serdar Dursun wird nicht selten als „Lebensversicherung“ von Fußball-Zweitligaklub Darmstadt 98 bezeichnet. Das hat gute Gründe - und unlängst zu einer regelrechten Wechsel-Posse geführt.

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          Ob einst auf Bolzplätzen in seiner Hamburger Heimat oder nun an den Zweitligaschauplätzen seiner Darmstädter Anstellung, Serdar Dursun ist ein Spieler, den man lieber in der eigenen als in der gegnerischen Mannschaft sieht. Weil er einer ist, dessen bloße Anwesenheit den Kollegen signalisiert: Fürchtet euch nicht; und den Kontrahenten ankündigt: Macht euch auf was gefasst.

          2. Bundesliga

          Weil er seinen 1,90 Meter großen Körper wuchtig und geschickt einzusetzen vermag. Weil Zweikämpfe mit Dursun oft keine Duelle, sondern Kollisionen sind, nach denen nicht selten einer schreit: mal vor Schmerz und häufiger nach dem Schiedsrichter. Der Angreifer mit der starken Torquote wird gerne als „Lebensversicherung“ des SV 98 bezeichnet. Das Wort birgt eine Menge Übertreibung in sich, aber sicher ist: Ohne Dursuns elf Treffer in der Spielzeit 2018/19, als die Südhessen knapp den Abstieg vermieden, wäre es wohl nicht so glimpflich ausgegangen.

          Und ohne die 16 Dursun-Treffer in der Vorsaison wäre Platz fünf nach 34 Spieltagen nicht denkbar gewesen. Der Solitär im Angriffszentrum blickt mit seinen 29 Jahren auf eine wechselhafte Karriere zurück. Von Hannover 96 ausgebildet führte sein Weg zwischenzeitlich in die Tiefen der dritten türkischen Liga, über Fürth landete er am Böllenfalltor. Dursuns Dreijahresvertrag endet im kommenden Juni. So dass die in Millionentransfers ungeübten „Lilien“ bis zum Ende der Wechselperiode unlängst Teil einer Sommer-Posse wurden.

          Sportdirektor Carsten Wehlmann sagt zwar bis heute nicht, ob sie Dursun lieber behalten haben oder verkauft hätten. Fakt ist, dass verbürgte (Hannover 96 und Derby County) wie nebulös gebliebene Interessenten nicht bereit waren, den vom SVD gewünschten Betrag für den Torjäger zu überweisen.

          „Dass Interesse an einem der besten Stürmer der zweiten Liga in den letzten beiden Jahren aufkommt, ist doch normal“, sagt Wehlmann. Aber für einen Deal „muss es für alle Seiten passen.“ Dursun wollte einen Wechsel – auch um mit Blick auf die EM 2021 in einem größeren Schaufenster zu spielen. Bislang hat er noch keine Einladung des türkischen Nationaltrainers erhalten. Dabei kann Dursun seine gute Torstatistiken stets auswendig aufsagen und in Beziehung setzen zu Leistungen anderer türkischer Angreifer. Seine Schlussfolgerung: Kaum einer trifft besser als er.

          Seit dem Sommer schweigt Dursun öffentlich, sieht man von kurzen Kommentaren an Spieltagen ab. Gegenüber dem „kicker“ gab er in einem schriftlichen Statement zu Protokoll: „Ich bin froh, dass das Thema nun vom Tisch ist und alle Klarheit haben.“ Das Thema könnte freilich im Winter wieder auf den Tisch kommen. An Dursuns Berufseinstellung auf dem Platz gibt es nichts zu mäkeln. Keine drei Stunden nach Transferschluss traf er beim Darmstädter 3:2-Erfolg in Nürnberg. Vor dem Match an diesem Sonntag (13.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur zweiten Liga und bei Sky) in Karlsruhe steht sein Tor-Tacho bei drei. Vermutlich nicht mehr lange.

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