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Krise der Königsblauen : Schalke verteilt Reschke-Erbe „auf mehrere Schultern“

  • Aktualisiert am

Konsequenzen gezogen: Schalke trennt sich von Kaderplaner Reschke. Bild: dpa

Schalkes Krise geht in die nächste Runde. Nach 24 Niederlagen in Serie trennen sich die Königsblauen von Kaderplaner Michael Reschke. Doch einen Nachfolger soll es zunächst nicht geben.

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          Der Fußball-Bundesligaverein FC Schalke 04 wird vorerst keinen Nachfolger für den Technischen Direktor und Kaderplaner Michael Reschke verpflichten und auch niemanden intern befördern. „Wir haben uns verständigt, dass wir dieses Aufgabengebiet vorübergehend auf mehrere Schultern verteilen“, sagte Sport-Vorstand Jochen Schneider in einer Medienrunde am Mittwoch. Von Reschke hatte sich der Verein am Dienstag wegen „unterschiedlicher Auffassungen über die Zukunft des Vereins“ getrennt.

          Ebenfalls am Dienstag wurde bekannt, dass der Vertrag mit dem erst im Sommer verpflichteten Stürmer Vedad Ibisevic zum 31. Dezember aufgelöst wird sowie seine Kollegen Nabil Bentaleb und Amine Harit wieder einmal suspendiert wurden. Trainer David Wagner war nach dem zweiten Spieltag freigestellt worden. Schalke ist seit 24 Bundesliga-Spielen ohne Sieg.

          Für Reschkes Position sollen sich künftig Sascha Riether, aktuell Koordinator der Lizenzspielerabteilung, Sportdirektor René Grotus, Mike Büskens als Koordinator für verliehene Spieler und internationale Aktivitäten sowie Schneider selbst das Aufgabengebiet Reschkes teilen. „Mit dieser Gruppe werden wir gemeinsam mit der Scouting-Abteilung vorbereiten, was wir im Januar tun wollen“, sagte Schneider mit Blick auf mögliche Zugänge. „Meldungen, wonach Sascha Riether zum Sportdirektor aufgestiegen sei, möchte ich dementieren“, stellte Schneider klar: „Ich weiß nicht, woher das kommt.“

          Auf die Frage nach den Bezeichnungen für das Trios an seiner Seite erklärte Schneider: „Es geht nicht um Titel.“ Ob oder wann ein Nachfolger für Reschke verpflichtet werde, sei offen. „Wir haben bis Weihnachten fünf elementar wichtige Spiele in der Bundesliga“, sagte der Sportvorstand: „Was danach kommt und wann wer nachfolgen könnte, werden wir sehen. Das steht jetzt nicht oben auf der Agenda.“

          Trotz der derzeitigen Krise spürt Sport-Vorstand Jochen Schneider nach eigener Aussage weiterhin den Rückhalt des Aufsichtsrats des Vereins. „Ja, den spüre ich“, sagte Schneider am Mittwoch: „Aber ganz ehrlich, den brauche ich auch nicht. Ich bin nicht so gestrickt, dass ich ein Bekenntnis brauche.“ Er selbst habe natürlich auch Fehler gemacht, gestand Schneider ein. Der 50-Jährige ist seit März 2019 Vorstand beim Tabellenletzten.

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