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Fußball-Regelecke : Warum Wendell kein Rot sah und Mamba besser nicht getroffen hätte

Ersatztorwart des Tages: Leverkusens Wendell Bild: dpa

Neues von der Handspiel-Regel: Leverkusens Wendell pariert einen Schuss in bester Torwartmanier auf der Linie mit den Händen – und sieht dennoch keine Rote Karte. Warum? Die Regelecke klärt auf.

          Sollte Bayer Leverkusen im Laufe der Saison auf der Torwartposition ein Problem bekommen, stünde Abwehrspieler Wendell als Option parat. Zumindest zeigte der 26 Jahre alte Brasilianer an diesem Samstag vielversprechende Ansätze. Im Spiel gegen den SC Paderborn wehrte er in der 25. Minute einen Schuss von Sven Michel mit einer prächtigen Parade ab, nachdem Bayers Torwart Lukas Hradecky schon überwunden war. Beim Nachschuss von Streli Mamba, der den Abpraller über die Torlinie drückte, war er allerdings machtlos.

          Der Gegentreffer zum 2:2 wäre für einen etatmäßigen Torwart Grund zum Ärger gewesen, Wendell bewahrte der Torerfolg Paderborns dagegen vor einem Platzverweis. Denn sollte es für ein absichtliches Handspiel zum Verhindern einer klaren Torchance nicht zwingend Rot geben?

          Warum der Leverkusener Torlinienflieger von Schiedsrichter Tobias Stieler trotz des offensichtlichen Vergehens nur Gelb zu sehen bekam - und dies kein neuerlicher Handspielregel-Skandal war, erklärt die Regelecke.

          In der teilweise neu formulierten Regel 12 (Fouls und unsportliches Betragen) heißt es nämlich: „Ein Spieler ist wegen unsportlichen Betragens zu verwarnen, wenn er ... ein Handspiel begeht, um ein Tor zu erzielen (egal ob erfolgreich oder nicht) oder erfolglos versucht, mit einem Handspiel ein Tor zu verhindern, ...“

          Weiter heißt es in Regel 12: „Wenn ein Spieler ein Tor oder eine offensichtliche Torchance des Gegners durch ein Handspielvergehen vereitelt, wird er unabhängig vom Ort des Vergehens des Feldes verwiesen.“

          Die einen protestieren, Streli Mamba (r) schießt den Ball ins Tor.

          Hätte Mamba den abgeprallten Ball also nicht ins Tor geschossen, hätte Wendell zwingend Rot sehen müssen. Da sein Handspiel letztlich erfolglos war, blieb es bei regelgemäß bei Gelb. Aus Sicht des SC Paderborn wäre es somit vermutlich die bessere Variante gewesen, hätte Mamba nicht so schnell reagiert, sondern lieber wie sein Mitspieler Michel Hand reklamiert.

          Die Wahrscheinlichkeit, den fälligen Handelfmeter im Tor unterzubringen, ist statistisch gesehen ziemlich hoch: In der vergangenen Saison wurden 74 von 91 Strafstößen in der Bundesliga verwandelt - die Quote liegt also bei 81 Prozent. Somit wäre der Treffer zum 2:2 vermutlich nachgereicht worden. Und in den verbleibenden 65 Minuten hätte der Aufsteiger gegen nur noch zehn Leverkusener spielen müssen – denn Wendell hätte dann zwingend Rot sehen müssen.

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