https://www.faz.net/-gtm-1115k

Fußball-Nationalmannschaft : Löw liest Frings die Leviten - und hält an ihm fest

  • Aktualisiert am

Nach einem Gespräch in Berlin blicken Frings (l.) und Löw wieder gemeinsam in die Zukunft Bild: AFP

Friede, Freude, Eierkuchen in der Fußball-Nationalelf: Nach dem Friedensgipfel mit Michael Ballack hat sich Bundestrainer Joachim Löw auch mit Torsten Frings zum reinigenden Gespräch getroffen. In Berlin entschuldigte sich der Spieler für seine öffentliche Kritik.

          2 Min.

          Bundestrainer Joachim Löw hat Torsten Frings die Leviten gelesen, will dem Bremer Profi aber nach dessen Entschuldigung eine Fortsetzung der Karriere in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ermöglichen. „Wie schon im Oktober in Düsseldorf vor den Spielen gegen Russland und Wales habe ich Torsten in einem offenen und fairen Gespräch deutlich gemacht, dass er für die Nationalmannschaft ein wichtiger Mann sein kann, sich aber dem Konkurrenzkampf im Mittelfeld stellen muss. Er hat dies akzeptiert und sich bei mir entschuldigt“, sagte Löw laut einer vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) am Dienstagabend veröffentlichten Pressemitteilung.

          Frings bestätigte nach der 0:3-Niederlage von Werder Bremen gegen Panathinaikos Athen (siehe auch: 0:3 gegen Panathinaikos - Bremen blamiert sich), bei der er gesperrt zuschauen musste, das Treffen in Berlin. „Es war ein vernünftiges und gutes Gespräch. Beide haben gesagt, was sie auf dem Herzen hatten. Die Sache ist erledigt“, sagte er dem TV-Sender „Premiere“. Er habe sich dafür entschuldigt, dass er seine Kritik über die Medien publik gemacht habe.

          „Es war nicht so einfach, das alles zu verarbeiten“

          Frings hatte sich nach seiner Degradierung zum Ersatzspieler bei den vergangenen WM-Qualifkationspartien über Löws Personalpolitik beklagt und musste sich daher wie Kapitän Michael Ballack in der Vorwoche zu einem Vier-Augen-Gespräch mit dem Bundestrainer einfinden. Laut DFB-Mitteilung zeigte sich Frings bei dem vorab geheim gehaltenen Treffen am Dienstag in Berlin einsichtig. „Es ist für mich ganz klar, dass ich keine Sonderrechte aufgrund der Erfolge und Leistungen in der Vergangenheit beanspruche“, wurde Frings in der Erklärung zitiert.

          15 Tage vor dem letzten Länderspiel des EM-Jahres gegen England in Berlin ist die Krise um seine Führungsspieler für Löw damit zumindest offiziell beendet. Noch kurz vor dem Treffen mit Frings hatte der Bundestrainer bei einem Sponsorentermin einen Einblick in seine Gefühlswelt in den vergangenen Tagen gewährt. „Es war nicht so einfach, das alles zu verarbeiten. Es war auch unnötig, vor allem nach zwei siegreichen Spielen. Aber ich bin sicher, wir haben eine gute Basis geschaffen“, sagte der DFB-Chefcoach.

          Löw wollte das Treffen ungestört hinter sich bringen

          Ort und Zeit des Frings-Termins hatte der DFB wie schon beim Ballack-Meeting wie ein Staatsgeheimnis hüten wollen. Noch kurz vor dem Gespräch hatte Löw gesagt, dass der genaue Zeitpunkt nicht feststünde. Offenbar wollte der Bundestrainer das Treffen gänzlich ungestört über die Bühne bringen. Frings muss sich jetzt durch Leistung wieder in die Startformation der DFB-Elf spielen.

          „Ich werde mich dem Konkurrenzkampf in der Nationalmannschaft stellen, erwarte keine Garantien und möchte mit Leistung überzeugen. Für mein Land zu spielen, ist für mich weiterhin etwas Außergewöhnliches. Ich werde meine Chance suchen und alles dafür geben, dass wir uns für die WM 2010 in Südafrika qualifizieren und dort ein gutes Turnier spielen“, sagte Frings.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Das Wahlplakat der Grünen

          #Allesistdrin : Die schöne Welt mit Lastenrad

          Ein Wahlplakat der Grünen zeigt eine vierköpfige Familie, die mit einem Lastenfahrrad durchs Grüne fährt. Und es zeigt ein Problem, das die Partei in ihrer Ansprache hat.
          Am 17. Februar im libyschen Benghazi: Frauen halten Landesfahnen hoch, um den 10. Jahrestag des Arabischen Frühlings in Libyen zu feiern, der zum Sturz des damaligen Gewaltherrschers Gaddafi führte.

          Hilfe für Libyen : Zwischen Wahl und Warlords

          Bisher hält der Waffenstillstand in Libyen. Nun soll eine weitere Konferenz in Berlin die Stabilisierung des Landes voranbringen. Doch nicht jeder Akteur hat daran ein Interesse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.