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Fußball : Mainz und die "Mission possible 15" Klopp will in Bochum die Basis legen

Sechs Punkte fehlen bis Platz 15: Jürgen Klopp von Mainz 05 Bild: picture-alliance/ dpa

Aufbruchstimmung hat Jürgen Klopp ausgemacht. Aufbruchstimmung in Mainz. Zum Rückrundenstart müssen die Mainzer nach Bochum. Eine Niederlage können sie sich nicht leisten, wenn die „Mission possible 15“ gelingen soll.

          Aufbruchstimmung hat Jürgen Klopp ausgemacht. Aufbruchstimmung in Mainz. Zwei Stunden haben sich in dieser Woche Trainer und Mannschaft mit Fangruppen getroffen und sich auf die Rückrunde der Fußball-Bundesliga eingeschworen, die für die Rheinhessen am Samstag mit dem Gastspiel in Bochum beginnt. „Mission possible 15“ nennt die Marketingabteilung des Vereins die bevorstehende Aufgabe. Die „15“ steht für jenen Tabellenplatz, den die Mainzer erreichen müssen, um nach einer missratenen Rückrunde den Verbleib im Fußball erster Klasse doch noch zu schaffen. Sechs Punkte trennen Mainz vom ersten rettenden Platz, den Energie Cottbus belegt. Einen Rang höher und sieben Punkte voraus rangieren die Bochumer.

          Michael Eder

          Sportredakteur.

          Eine Niederlage am Samstag im Ruhrstadion können sich die Mainzer also im Prinzip nicht leisten, bei zehn Zählern Vorsprung wäre der VfL dann schon zum Start der Rückrunde allzu weit enteilt. „Wir können es nicht in einem Spiel entscheiden“, sagt Klopp. „Aber wir können eine Basis schaffen, die uns an den Rest heranführt. Wir wollen wieder Fußball spielen, und wir wollen wieder Fußballspiele gewinnen. Am Samstag haben wir die große Chance, den ersten Schritt in die richtige Richtung zu mahen.“ Den einzigen Sieg bislang schafften die Mainzer, wie sich ältere Vereinsmitglieder erinnern, am allerersten Spieltag dieser Saison - gegen Bochum.

          Zwist um Kolumbianer Soto

          Die Winterpause, sagt Klopp, habe man optimal genutzt. Die Mainzer haben sich gesammelt, und vor allem: Sie haben personell aufgerüstet. Wenn am Samstag die Mannschaft aufläuft, werden zwei oder drei neue Spieler mit dabei sein. Der Däne Andreasen wird neben Pekovic im defensiven Mittelfeld versuchen, Ordnung zu schaffen und dabei die Spielkultur nicht aus den Augen zu verlieren. Und im Angriff wird neben Szabics der aus Bremen heimgekehrte Zidan versuchen, die Mainzer Torflaute nachdrücklich zu beenden. Nur eine kleine Chance besteht noch, dass die Mainzer auch den kolumbianischen Nationalspieler Elkin Soto einsetzen können. Noch hat Soto keine Freigabe von seinem Verein Once Caldas erhalten, weil er dort nach Ansicht der Kolumbianer einen Vertrag bis zum 3. Januar 2008 besitzt. Soto bestreitet dies.

          Der Mainzer Manager Christian Heidel hat mit Unterstützung des Deutschen Fußball-Bundes alle ihm zugänglichen Unterlagen beim internationalen Fußball-Verband (Fifa) eingereicht und hofft auf eine schnelle Entscheidung in seinem Sinne. Dass diese noch vor dem Spielbeginn in Bochum fällt, ist allerdings unwahrscheinlich. Heidel erklärte am Donnerstag, die Fifa werde dem Verein Once Caldas wahrscheinlich noch die Möglichkeit zu einer Stellungnahme einräumen. Erst danach werde der zuständige Einzelrichter eine Entscheidung treffen.

          Klopp hat die „halbe Elf im Kopf“

          Jürgen Klopp reagiert gelassen auf das Hin und Her im Fall Soto. Er habe für beide Fälle - mit oder ohne den Kolumbianer - „eine gute Elf im Kopf“, sagt der Mainzer Trainer. Zu erwarten ist, dass er in der Abwehr nichts verändert, die Viererkette also mit Demirtas, Noveski, Friedrich und Rose auflaufen wird, dass im Mittelfeld Azaouagh, Pekovic, Andreasen, Gerber (oder Soto) und im Sturm Szabics und Zidane sein Vertrauen erhalten. Im Tor, darauf legte sich Klopp am Donnersta bereits fest, wird es einen Wechsel geben. Kapitän Dimo Wache, der vor der Winterpause seinen Platz an Christian Wetklo verloren hatte, was sich als Fehlentscheidung herausstellte, bezieht wieder Posten im Mainzer Tor. Er habe sich, sagte Klopp, in der Vorbereitung einen kleinen Vorsprung erarbeitet, Wetklo müsse deshalb auf die Bank.

          Dass es unbequemere Plätze als die Ersatzbank gibt, dies werden die Mainzer Verantwortlichen die Spieler Conor Casey und Otto Addo spüren lassen. Beide Profis spielen in Klopps Planungen keine Rolle mehr, beide sollen mit sanftem Druck davon überzeugt werden, dass es für sie besser wäre, den Klub zu verlassen. Beide haben noch Verträge bis zum Sommer, beide können noch bis zum 31. Januar eine andere Arbeitsstelle antreten. Tun sie dies nicht, obwohl Angebote vorliegen, so droht ihnen ein dauerhafter Platz auf der Tribüne, und auch im Training würden sie nur mehr geduldet.

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