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Fußball : Keine Spur von WM-Begeisterung beim Ligapokal

  • Aktualisiert am

Nach 22 Schüssen jubelten die Schalker Bild: dpa

Gute Ansätze, wenig Klasse, aber ein spannender Elfmeter-Marathon und viel versprechende Debütanten: Beim Auftakt des Ligapokals konnten vier Bundesliga-Spitzenteams zwei Wochen vor dem Saisonstart die WM-Begeisterung nicht aufleben lassen.

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          Gute Ansätze, wenig Klasse, aber ein spannender Elfmeter-Marathon und einige viel versprechende Pflichtspiel-Debüts: Beim Auftakt des Ligapokals konnten vier Bundesliga-Spitzenteams zwei Wochen vor dem Saisonstart die WM-Begeisterung nicht aufleben lassen, aber wichtige Erkenntnisse sammeln.

          23.195 Fans wurden bei der Doppelveranstaltung in Düsseldorf am Ende mit einem Elfmeterkrimi für die zuvor eher mäßigen Leistungen entschädigt. Erst nach 90 Minuten (1:1) und 22 Strafstößen setzte sich Pokalverteidiger FC Schalke 04 am Samstag 9:8 im Elfmeterschießen gegen Bayer Leverkusen durch und kann vor dem Halbfinale bei Bayern München am Mittwoch weiter auf den zweiten Erfolg nach 2005 und Millioneneinnahmen hoffen. Der Hamburger SV will nach dem 1:0 über Hertha BSC mit einem Sieg im Nordderby am Dienstag bei Werder Bremen ins Endspiel am Samstag in Leipzig einziehen.

          Kurioses Elfmeterschießen

          „So ein verrücktes Elfmeterschießen habe ich noch nicht erlebt“, gab Schalke-Keeper Frank Rost zu. Dabei hatte Bayer nach Fehlschüssen von Zlatan Bajramovic und Rost alle Trümpfe in der Hand, ehe auch der Neu-Leverkusener Sergej Barbarez und Keeper Jörg Butt patzten. Danach verwandelten jeweils sechs Spieler, bevor Rost mit seiner Parade gegen Marko Babic seiner Elf das Prestigeduell mit den Bayern bescherte. „Wir waren schon mit 1,99 Beinen draußen, da freut man sich um so mehr“, sagte Schalke-Manager Andreas Müller.

          Neustart: Halil Altintop (r) und Carsten Ramelow kämpfen um den Ligapokal

          Bayer-Coach Michael Skibbe fand es „einfach schade, daß wir es trotz des Zwei-Tore-Vorsprungs nicht geschafft haben“. Er ist aber nach dem harten Trainingslager mit dem Stand der Vorbereitung zufrieden, auch wenn das neue Sturmduo Barbarez/Stefan Kießling noch nicht überzeugte. „Die Frische fehlte noch. Aber wir haben noch zwei Wochen Zeit“, sagte Barbarez. Trotz des Fehlens von sechs Stammkräften - darunter die in München noch gesperrten Lincoln und Kevin Kuranyi - sah Trainer Mirko Slomka „gute Ansätze“ im Spiel der Schalker.

          13 Neulinge eingesetzt

          Zwar gelang den agilen Neuzugängen Peter Lövenkrands und Halil Altintop kein Tor, dafür machte der 17 Jahre alte Lincoln-Ersatz Mesut Özil aus der eigenen A- Jugend im ersten Spiel auf großer Bühne auf sich aufmerksam. „Er hatte gute Aktionen, ist schnell, ballsicher und torgefährlich“, lobte Slomka den jungen Türken. Neben HSV-Abwehrspieler Vincent Kompany hinterließ das „Juwel“ Özil von den in allen Teams insgesamt eingesetzten 13 Neulingen den besten Eindruck.

          Probleme und Schwächen im Abschluß offenbarten der HSV und Hertha BSC. Ohne weitere Verstärkung im Angriff sind beide Teams im Kampf um die Bundesligaspitze kaum konkurrenzfähig. Unverhohlen forderte nicht nur Regisseur Rafael van der Vaart, der das Siegtor von Kompany (52.) mit einem Pfostenfreistoß vorbereitete, Verstärkung für die mit Benjamin Lauth und Paolo Guerrero zu dünn besetzte Offensive: „Im Sturm sind wir nicht gut genug aufgestellt. Zwei oder drei Stürmer reichen für die Saison nicht aus.“ Immerhin versprach Trainer Thomas Doll nach den Abgängen von Ailton, Barbarez und Naohiro Takahara und den gescheiterten Bemühungen um Milan Baros und Robert Vittek Abhilfe: „Es wird noch einer kommen. Aber wir werden Ruhe bewahren.“

          Blutauffrischung für die Offensive kündigte auch Hertha-Manager Dieter Hoeneß an. „Wir sind schon relativ weit. Wir haben drei oder vier Optionen.“ Nach dem Verkauf von Marcelinho am Samstag zum türkischen Erstligaklub Trabzonspor ist eine Verstärkung dringend nötig, zumal sich die einzige Spitze Marko Pantelic abermals als „Chancentod“ präsentierte (Siehe auch: Marcelinho zieht es zu Trabzonspor).

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