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Fußball-Ikone und der HSV : Uwe Seeler scherzt schon wieder

  • -Aktualisiert am

Musste nach einem Knochenbruch operiert werden: Uwe Seeler, hier 2019, scherzt schon wieder. Bild: dpa

Alle Tore sollten ausdrücklich Uwe Seeler gewidmet sein: „Sein“ Hamburger SV müht sich zwar – erreicht aber im Spitzenspiel der zweiten Liga nur ein 0:0 gegen Arminia Bielefeld.

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          Spiele ohne Tore können für einen früheren Vollblutstürmer wie Uwe Seeler kein besonderes Vergnügen sein. Seit längerem drückt sich der bekannteste Hamburger Fußballspieler nach eigenem Bekunden „die Daumen platt“, wenn sein HSV antritt. Gebracht hat die ungebrochene Zuneigung zuletzt wenig. Am Sonntagmittag war es anders im leeren Volksparkstadion – diesmal wollten es die Profis nicht nur wegen eigener Bedürfnisse besonders gut machen im Spitzenspiel der zweiten Bundesliga. Nein, mögliche Tore gegen Arminia Bielefeld sollten ausdrücklich Uwe Seeler gewidmet sein. Der 83-Jährige war am Donnerstag zu Hause in Norderstedt gestürzt, hatte sich Hüfte und Rippen gebrochen und wurde operiert. Nicht der erste Unfall Seelers in den vergangenen Jahren, immer verbunden mit der Sorge der deutschen Fußballnation um die Sportikone. Doch schon am Samstag hatte es von Familie und Freunden Seelers geheißen, der rüstige Senior sei im Krankenbett bereits wieder zu Scherzen aufgelegt.

          2. Bundesliga

          Allerdings wird das Ergebnis des Spiels, dieses 0:0 zwischen dem Zweiten und dem Ersten der zweiten Liga, ihm nicht gefallen haben. Der HSV war besser, aktiver, torgefährlicher als Arminia Bielefeld, schaffte aber nur dieses Unentschieden. Ein schmeichelhaftes Resultat für die Ostwestfalen, die offenbar nicht mehr als einen Punkt wollten und ihn auch bekamen – Trainer Uwe Neuhaus und seine Mannschaft stehen nun bei 53 Punkten nach 27 Spielen. Sieben Punkte mehr als der HSV. Die Arminia kann weiter auf ihre überragende Auswärtsbilanz vertrauen: 29 Punkte holte sie in fremden Arenen. Im Jahr 2020 bleiben die Bielefelder mit fünf Siegen und vier Unentschieden ungeschlagen; nur einmal verlor man in den vergangenen 19 Spielen – das sind die überzeugenden Fakten eines wahrscheinlichen Aufsteigers.

          „Bin enttäuscht, weil wir besser waren“

          Der HSV überzeugte, kam aber trotz bester Chancen nicht zum Siegtreffer und konnte sich erst ein wenig freuen, als der Blick nordwärts nach Kiel gerichtet wurde: Im Holsteinstadion gewann die heimische KSV 3:2 gegen den VfB Stuttgart. In Stuttgart spielt der HSV am Donnerstag und muss dort den aus einem Punkt bestehenden Vorsprung verteidigen. „Ich bin enttäuscht vom Ergebnis, weil wir besser waren“, sagte Trainer Dieter Hecking, „wir müssen hier aus sechs, sieben Chancen ein Tor oder zwei Tore machen. Wir haben uns für unseren enormen Aufwand mit über 50 Sprints nicht belohnt. Ich bin aber trotzdem zufrieden, wie wir den Tabellenführer bespielt haben. Wir haben aus den vergangenen beiden Spielen nicht sechs, sondern nur zwei Punkte geholt, aber wir haben gezeigt, dass wir in der Lage sind, dem Druck standhalten zu können, dass hier jeder davon ausgeht, dass wir aufsteigen.“

          Der Hamburger SV mag sich noch so sehr strecken – die Bielefelder Arminia bleibt ebenbürtig.
          Der Hamburger SV mag sich noch so sehr strecken – die Bielefelder Arminia bleibt ebenbürtig. : Bild: dpa

          Hatte der HSV das Spiel vor einer Woche in Fürth bis kurz vor Schluss bestimmt und erst in der Nachspielzeit das 2:2 hinnehmen müssen, brannte am Sonntag sozusagen nichts an. Die Möglichkeit durch Fabian Klos nach etwa 30 Minuten war alles, was die Arminia offensiv zu bieten hatte. Daniel Heuer Fernandes im Hamburger Tor verhinderte den 18. Saisontreffer von Klos. Die Hamburger hingegen spielten so flüssig, dass Hecking ein paarmal applaudierte und aufmunterte, weiterhin riskant und temporeich aufzutreten. Doch wie so oft in dieser Saison fehlte es letztlich an der Krönung. Joel Pohjanpalo zum Beispiel lief in der 5. Minute allein auf Daniel Ortega zu, brachte den Ball aber nicht im Tor unter. Die Hamburger blieben überlegen, und zweimal hätte etwa Martin Harnik sein Torkonto erhöhen können.

          Die Arminia fand sich in ihrem defensiv ausgerichteten 4-2-3-1-Konzept immer besser zurecht und ließ erst einmal wenig zu. Danach war es wieder Pohjanpalo, der die HSV-Führung verfehlte – diesmal mit dem Kopf nach 48 Minuten. Ballbesitz HSV, Konteranordnung Arminia: So blieb es. In der 67. Minute köpfte der starke Tim Leibold den Ball nach Sonny Kittels Flanke an den Pfosten. Längst hätte sich der HSV in diesem guten Spitzenspiel belohnen müssen.

          Mit einigen Wechseln brachte Neuhaus nun frischen Wind ins Spiel der Arminia; Klos zwang Heuer Fernandes in der 78. Minute zu einer Parade. Doch mit den ballsicheren Adrian Fein und Aaron Hunt sowie Tempo über links (Kittel) und rechts (der eingewechselte Jatta) sowie Flanken in den Strafraum blieb der HSV überlegen und wollte das „goldene Tor“ erzwingen. Das misslang, auch weil die Bielefelder nicht destruktiv, aber diszipliniert und konzentriert bis zum Abpfiff blieben.

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