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Eintracht-Pleite bei Testspiel : Was Frankfurt aus der Ajax-Niederlage lernen kann

Auf Ballhöhe: An Kevin Trapp liegt es nicht, dass die Eintracht beim 1:2 in Amsterdam chancenlos ist. Bild: Imago

Die Eintracht ist im anspruchsvollsten Vorbereitungsspiel Amsterdam deutlich unterlegen. Trainer Hütter sieht trotzdem positive Ansätze. Torwart Trapp verhindert Schlimmeres.

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          In den letzten 18 Minuten ging es Schlag auf Schlag. Adi Hütter brachte seine Mannschaft gehörig ins Rotieren und nahm gleich sieben Spieler aus der Partie. Der Trainer der Frankfurter Eintracht hielt damit Wort. Denn für das hochwertigste Testspiel in der sommerlichen Vorbereitung auf die nahende Bundesliga-Saison hatte Hütter versprochen, nicht schon zur Pause seine Mannschaft wild durchzuwechseln.

          Doch einerlei, wer sich am Samstagabend in der Amsterdamer Johan-Cruyff-Arena beweisen durfte: die Eintracht war Ajax hoffnungslos unterlegen. Es schmeichelte den Frankfurtern, dass sie gegen die Niederländer lediglich 1:2 verloren. Die angriffslustigen Ajax-Profis, die zudem noch dreimal Pfosten und Latte anvisierten, hätten die Eintracht noch empfindlicher treffen können. So blieb es bei nur zwei Gegentoren, erzielt durch Quincy Promes (4. Spielminute) und Mohammed Kudus (47.). André Silva blieb es vorbehalten, mit der Sohle den einzigen Frankfurter Treffer zu erzielen (51.).

          Hütter: „Das war ein super Test“

          Trotz der Niederlage war Hütter nicht unzufrieden, denn „das war ein super Test auf einem anderen Niveau als gegen Eindhoven“. Vor sieben Tagen, zum Auftakt dieser speziellen niederländischen Festspielwoche, hatte sich die Eintracht bei PSV 2:1 durchgesetzt. Doch Ajax, der 34-malige Rekordmeister, ist eben doch von anderer Qualität als der vom deutschen Trainer Roger Schmidt angeleitete Dauerrivale aus Eindhoven. „Wir haben versucht, uns bestmöglich zu verkaufen“, sagte Hütter nach dem 1:2 bei Ajax, freudig begutachtet von 6000 Zuschauern, die Abstand hielten und die Partie live in der Arena verfolgen durften. Der Eintracht-Trainer gab zu, „dass wir teilweise leiden und hinterherlaufen mussten. Aber ich bin zufrieden, denn wir haben zwar Grenzen aufgezeigt bekommen, uns aber bewährt. Wir haben auch versucht, Härte ins Spiel zu bringen.“

          Was unter anderem in Gelben Karten zum Ausdruck kam, die die robust zu Werke gehenden Danny da Costa und Dominik Kohr erhielten. Schmerzlich war die Amsterdamer Lehrstunde für die Eintracht aber dennoch. „Wir lassen uns nicht gerne vorführen“, sagte Hütter, dem einmal mehr vor Augen geführt wurde, „dass wir noch an einigen Sachen arbeiten müssen. Die Mannschaft ist nicht frisch gewesen, das hat man gesehen. Aber wir müssen noch nicht jetzt spritzig sein, sondern erst in drei Wochen.“

          Vier Minuten nur dauerte es, dann lag die Eintracht in Amsterdam schon zurück. Die Niederländer, bestens von Trainer Erik ten Hag auf das Duell mit dem letztjährigen Tabellenneunten der Fußball-Bundesliga eingestimmt, wirbelten nicht nur in diesem Spielabschnitt, sondern zumeist die ganze Zeit über nach Herzenslust. Für die Dreierkette, für die sich Hütter als Defensivabsicherung entschieden hatte, bedeutete dies jede Menge Arbeit. Erfreulich immerhin: Der noch vor kurzem verletzte und nicht zur Verfügung stehende David Abraham führte die Eintracht als Kapitän wieder an.

          Trapp empfiehlt sich für Nationalmannschaft

          Für den Pflichtspielstart in zwei Wochen, bei dem die Eintracht die Erstrundenhürde im DFB-Pokal gegen den noch zu ermittelnden bayerischen Landespokalsieger, der Viktoria Aschaffenburg oder TSV München 1860 heißen wird, nehmen will, ist dies eine gute Nachricht. In Bestform ist der schnelle Argentinier trotz seiner 34 Jahre noch immer ein Eckpfeiler der Eintracht-Defensive. Bruno Hübner lobte nach der Niederlage die Niederländer.

          „Man hat gesehen, dass Ajax ein europäisches Spitzenteam und uns in der Vorbereitungszeit ein, zwei Wochen voraus ist.“ Zugleich erklärte der Frankfurter Sportdirektor Hütters umfangreiche Personalrochaden. „Bei der Aufstellung und den Wechseln haben wir uns darauf ausgerichtet, dass die Nationalspieler in der kommenden Woche unterwegs sind.“ Hübners Hoffnung: „Die Akteure, die bei uns in Frankfurt bleiben, werden am Samstag einen guten Test gegen Mainz absolvieren können.“

          Ein Spiel in aller Freundschaft gegen den erstklassigen Rhein-Main-Nachbarn 05: Es wird die letzte Gelegenheit sein, sich unter Wettkampfbedingungen zu präsentieren und zu positionieren. Kevin Trapp wird dann fehlen. Der Torhüter war auch in Amsterdam der auffälligste, weil am meisten beschäftigte Eintracht-Profi. Mehrmals parierte er glänzend und verhinderte größeres Ungemach. Trapp gehört mit zehn weiteren Eintracht-Spielern zu der elfköpfigen Crew, die sich aus Frankfurt verabschiedet hat, um bei den jeweiligen Nationalmannschaften zu spielen.

          Trapp sagte nach dem 1:2 bei Ajax, dass er sich sehr gut fühle. „Ich kann jetzt mit sehr viel Selbstvertrauen zur Nationalmannschaft reisen.“ Das Team von Bundestrainer Joachim Löw bekommt es am Donnerstag in der Nations League mit dem einstigen Welt- und Europameister Spanien zu tun – sehr wahrscheinlich mit Trapp im Tor, was dieser aber noch nicht als gesetzt sieht. „Dass ich die Nummer eins bekommen habe, ist noch kein Zeichen dafür, dass ich spiele.“ Bei aller Demut: Da der urlaubende Manuel Neuer und der am Knie operierte Marc ter Stegen nicht zur Verfügung stehen, spricht alles für und nichts gegen Trapp.

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