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Eintracht Frankfurt : Hütter sieht Chance auf Champions League

Wieder einsatzbereit: Eintracht-Torjäger André Silva Bild: dpa

Adi Hütter warnt vor dem Spiel gegen Werder Bremen – trotz der Rückkehr von Stürmer André Silva und Defensivmann Erik Durm. Langfristig scheut der Eintracht-Trainer auch große Ziele nicht.

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          Adi Hütter hält Kurs. In der allgemeinen Hochstimmung, die rund um die Eintracht herrscht, bewahrt der Frankfurter Fußballlehrer weiterhin Bodenhaftung. „Wir müssen ruhig und geduldig bleiben“, sagte er am Mittwoch, zwei Tage vor dem Auswärtsspiel seiner Mannschaft bei Werder Bremen (Freitag, 20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga sowie bei DAZN). „Wir haben noch zwölf schwere Spiele vor uns.“

          Bundesliga

          Zwölf Spiele auf dem Weg in die Champions League? „Das wäre der absolute Wahnsinn“, sagte Hütter. „Aber wir sehen diese Chance.“ Dass sie da ist, liegt an den famosen Leistungen der vergangenen Wochen. Hütter hat es mit seinen vielen Helfern geschafft, eine Mannschaft von Spitzenklasse zu formen. Alt und jung, Offensive und Defensive harmonieren prächtig miteinander. Und es passt zur allgemeinen Lage des Tabellenvierten, dass mit André Silva und Erik Durm zwei Stammspieler nach kurzer Ausfallzeit wieder zur Verfügung stehen.

          Beim furiosen 2:1 gegen die Bayern musste das Duo noch verletzungsbedingt pausieren. Doch jetzt sind Silva und Durm, die sich schon am Dienstag wieder im Übungsalltag zurückgemeldet haben, voll einsatzfähig. „Sie haben sich auch im heutigen intensiven Training wieder sehr gut präsentiert und sind damit mehr als eine Alternative für das Spiel gegen Bremen“, sagte Hütter: „Einem Einsatz steht nichts im Wege.“

          Mannschaft wird umgebaut

          Trotzdem muss der Frankfurter Fußballlehrer seine Mannschaft umbauen. Evan Ndicka, seit Wochen ein starker und verlässlicher Linksverteidiger mit ausgeprägtem Offensiv- und Tordrang, muss nach seiner fünften Gelben Karte, die er in der Partie gegen den Meister aus München gesehen hatte, gesperrt zuschauen. Vieles spricht dafür, dass Martin Hinteregger den Part des Franzosen übernimmt und der zuletzt im Mittelfeld als Stratege aufgebotene Makoto Hasebe den Mittelmann in der Dreierabwehrkette bildet. „Makoto ist ein Topmann“, lobte Hütter. „Er hat am Samstag ein anspruchsvolles Spiel gemacht und hat vielleicht einen Tag länger regenerieren müssen, weil er am Samstag unter hohem Druck viel investiert hat. Das ist aber normal mit 37 Jahren.“

          Mit Hasebe, mit Silva, mit Durm und mit dem Rest des Teams reist die Eintracht in einer ungewohnten Rolle an die Weser: Sie ist der klare Favorit dieses Abendspiels unter Flutlicht. Hütter wollte dies zwar nicht explizit so betonen. Doch er sagte immerhin: „Wir müssen, wenn es denn so ist, die Favoritenrolle annehmen. Wir wollen auch in Bremen gewinnen.“ Ein weiterer Erfolg wäre gleichbedeutend mit der Fortführung dieser beeindruckenden Serie von derzeit elf ungeschlagenen Spielen nacheinander.

          In Bremen wieder mit von der Partie: Erik Durm (rechts, hier beim Spiel gegen Köln)
          In Bremen wieder mit von der Partie: Erik Durm (rechts, hier beim Spiel gegen Köln) : Bild: Reuters

          Werder scheint dafür der rechte Gegner zur rechten Zeit zu sein. Schließlich erlitten die Bremer am vergangenen Sonntag eine empfindliche 0:4-Niederlage bei der TSG Hoffenheim. Doch Vorsicht: „Sie werden eine Reaktion zeigen wollen“, warnte Hütter, der glaubt: „Die Niederlage war ein Ausrutscher.“ Hütter schätzt die Arbeit seines Trainerkollegen Florian Kohfeldt und spricht anerkennend davon, dass sich Werder als Ballbesitzmannschaft versteht. „Trotzdem wollen wir gewinnen. Aber wenn wir nur zehn Prozent nachlassen, wird es schwer.“

          Nicht nachlassen und stets fokussiert sein: Dies gilt nicht nur für Hütters erste Elf, sondern auch für die Profis, die beharrlich auf ihre Einsatzchance warten – so wie beispielsweise Stefan Ilsanker. Der Österreicher erlebte beim vergangenen Auswärtsspiel in Bremen im Frühsommer 2020 eine seiner Sternstunden im Dress der Eintracht. Beim ungefährdeten 3:0 erzielte der robuste Defensivspieler zwei Tore. Trotzdem haben sie ihm perspektivisch nicht geholfen, sich auf Dauer einen Stammplatz zu sichern. „Stefan ist ein unglaublich wichtiger Spieler für uns, der auch in der Mannschaft hoch angesehen ist“, sagte Hütter über den derzeitigen Reservisten. „Er nimmt die aktuelle Rolle an und kann damit umgehen, ist aber gleichermaßen auch da, wenn ich ihn bringe. Das hat er auch nach seiner Einwechslung gegen die Bayern gezeigt.“

          Es ist der gute Teamgeist, der mit zum Höhenflug der Eintracht beigetragen hat. „Respektvoller Umgang und Disziplin – auf dem Platz wie auch außerhalb des Platzes“, sagte Hütter. „Am Ende geht es darum, wie wir diese Werte vorleben.“ Dass es seine Mannschaft seit Wochen schon schafft, Teamgeist mit Leistung zu kombinieren, ist einer der Schlüssel zum Erfolg. Er könnte die Eintracht tatsächlich bis in die Königsklasse führen.

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