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Erfolgreich in zweiter Liga : Darmstädter Wellenreiter

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Es läuft für die Darmstädter in der zweiten Liga: Braydon Manu (Mitte) und seine Mitspieler freut das. Bild: dpa

Die „Lilien“ werden in der zweiten Fußball-Bundesliga derzeit von einem großen Sicherheitsgefühl getragen. Was soll für Darmstadt 98 gegen formschwache Düsseldorfer schon schiefgehen?

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          Beginnen sie sich an ihrem Werk der vergangenen Wochen zu berauschen? Oder halten sie Kurs? Setzen sie die imposante Erfolgsserie fort? Oder reißt sie an dem Spieltag, an dem man es weniger glaubt? Nun ist ein zu großes Sicherheitsgefühl in der zweiten Liga noch vielen schlecht bekommen – aber was soll denn schiefgehen für diese „Lilien“ an diesem Freitagabend (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur zweiten Liga sowie bei Sky) im Heimspiel gegen die formschwache Düsseldorfer Fortuna?

          2. Bundesliga

          Ein ehedem hoch gewettetes Team, das in dieser Spielzeit überhaupt noch nicht auf Touren gekommen ist, seit Wochen einen uninspirierten Auftritt an den nächsten reiht und sich mit einer Trainerdiskussion und weiteren Nebenkriegsschauplätzen konfrontiert sieht. Der SV Darmstadt 98 dagegen hat sich als Team einen fußballerischen Muskelpanzer zugelegt, an dem die Gegner reihenweise abprallen und überwältigt werden.

          Seit Ende September haben die Südhessen keine Partie mehr verloren, haben – trotz der beiden Niederlagen zum Saisonauftakt – nach 15 Spieltagen 29 Punkte gesammelt, was noch keiner Darmstädter Mannschaft je gelungen ist. In der im aktuellen Höhenflug gerne als Referenzgröße hinzugenommenen Zweitliga-Aufstiegssaison 2014/15 waren es am Ende der Hinrunde 29 Zähler.

          Selbstvertrauen und Stabilität

          Dass die „Lilien“ gerade auf historisch guten Pfaden unterwegs sind, versucht auch Torsten Lieberknecht nicht zu vertuschen. Zwar blickt der Cheftrainer öffentlich nie weiter voraus als bis zum nächsten Spieltermin, aber dazu, wie es um Selbstvertrauen und Stabilität des SVD-Konstrukts bestellt ist, liefert der Pfälzer schon Einblicke. Lieberknecht spricht von „extremer Sicherheit“, die er bei seinen Profis registriert, wenn der Fokus stimme. Und dann zählt er auf: „Wir wissen, dass wir alles regeln können, egal, ob der Gegner hoch presst oder tief steht. Wir wissen, dass wir Rückstände aufholen können. Dass wir Tore nach Kontern schießen können. Dass wir Tore aus dem Nichts erzielen können. Dass wir Tore aus dem Positionsspiel heraus schießen können.“

          Den Vergleich mit der Fortuna bezeichnet Lieberknecht als „großes Spiel gegen einen namhaften Gegner, gegen den meine Jungs alles zeigen können, was in ihnen steckt“. Der 48-Jährige sagt, dass er sich gerne mal in den Kopf des gegnerischen Trainers hineinversetze. Und am Beispiel seines aktuellen Gegenübers, Fortuna-Coach Christian Preußer, kommt er zu dem Ergebnis: „Es ist total schwer, gegen uns zu spielen, weil wir Lösungen und Sicherheit haben in dem, was wir tun.“ Dazu hat der SVD mit Fabian Schnellhardt (Wadenverletzung) nur einen einzigen Spieler im Krankenstand.

          Bislang wurden die Darmstädter auch von einer Woge der Wertschätzung durch das Publikum getragen. Dies dürfte sich in diesem Corona-Winter nicht mehr in dem Maße aufrechterhalten lassen. Und so wird das Heimspiel gegen Düsseldorf wohl die letzte große Fiesta für längere Zeit am Böllenfalltor werden.

          Für die letzte Heimpartie des Jahres – vor Weihnachten stehen dann noch zwei Auswärtsaufgaben an – haben die „Lilien“ die Genehmigung erhalten, das Böllenfalltor-Stadion mit 2-G-Regel und Maskenpflicht mit 13.000 Zuschauern voll auszulasten. Es ist ungewiss, ob diese Genehmigung bis zum Anpfiff Gültigkeit hat und falls ja, ob es mancher (Dauer-)Karteninhaber angesichts der aktuellen Inzidenzen vorziehen wird, daheim zu bleiben. Auch auf die Gefahr, den siebten Heimsieg der Darmstädter in Serie zu verpassen.

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