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Fußballtrainer im Fokus : Canadi muss gehen, Beierlorzer darf weitermachen

  • Aktualisiert am

Abschied beim „Club“: Damir Canadi ist nicht länger Trainer in Nürnberg. Bild: dpa

Die deprimierende Herbstbilanz des 1. FC Nürnberg kostet Trainer Damir Canadi den Job. Doch auch bei anderen Vereinen tut sich etwas. In Köln bleibt zunächst alles beim Alten, in München gibt es offenbar einen Rücktritt.

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          Der 1. FC Nürnberg hat auf seine Krise mit der Trennung von Trainer Damir Canadi reagiert. Der nach dem Abstieg verpflichtete Österreicher muss nach dem 1:3 des Fußball-Zweitligavereins am Montagabend beim VfL Bochum gehen. Das teilten die Franken am Dienstag mit. Die sportliche Verantwortung übernimmt vorerst U21-Coach Marek Mintal.

          2. Bundesliga

          „Wir haben uns nach der Rückkehr aus Bochum zusammengesetzt, die Situation selbstkritisch und ehrlich analysiert und sind gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, dass es der richtige Schritt ist, die Zusammenarbeit zu beenden“, sagte Sportvorstand Robert Palikuca. „Wir danken Damir Canadi und seinem Ko-Trainer Erik Orie für ihren Einsatz für den Club und wünschen ihnen für ihre Zukunft alles Gute.“

          Die Entscheidung hatte sich abgezeichnet. „Es war ein offenes Gespräch, in dem wir die Entwicklungen kritisch bewertet haben und am Ende der Meinung waren, dass es im Interesse des Vereins ist, der Mannschaft einen neuen Impuls zu geben“, sagte Canadi laut Mitteilung.

          Mintal wird das Team vom Mittwoch an auf die anstehende Heimpartie gegen Arminia Bielefeld am Sonntag vorbereiten. Unterstützt wird der ehemalige Torjäger dabei von Ko-Trainer Ahmet Koc, der ihm in der aktuellen Saison auch bei der U21 zur Seite steht.

          Im Mai war der 49-jährige Canadi verpflichtet worden, er sollte den Traditionsverein in seiner auf zwei Jahre datierten Amtszeit zurück in die Bundesliga führen. Canadi, der zuvor beim griechischen Erstligateam Atromitos Athen mit überschaubarem Budget erfolgreich gearbeitet hatte, war in Nürnberg der Nachfolger von Interimscoach Boris Schommers.

          Vor allem im Herbst lief es überhaupt nicht bei den Nürnbergern. Nach nur einem Sieg in zuletzt neun Pflichtspielen rutschte der „Club“ auf Platz elf ab, der Rückstand auf die Aufstiegsplätze beträgt bereits neun Punkte. Die Abstiegszone ist dagegen nur noch zwei Zähler entfernt. Nach der Pleite in Bochum gab es „Canadi raus!“-Rufe.

          Beierlorzer darf weitermachen

          Trainer Achim Beierlorzer bleibt derweil beim 1. FC Köln vorerst im Amt. „Er soll gemeinsam mit der Mannschaft gegen die TSG Hoffenheim die sportliche Wende schaffen“, hieß es in einer Mitteilung des Bundesligaklubs am Dienstag. Die Führungsgremien des Vereins seien zu dem Ergebnis gekommen, Beierlorzer das Vertrauen auszusprechen, teilte der FC weiter mit.

          Der 51-Jährige ist seit Saisonbeginn im Amt, unter seiner Leitung kassierte Köln in den ersten zehn Ligaspielen sieben Niederlagen und liegt mit sieben Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Am Freitag spielen die Kölner zu Hause gegen Hoffenheim (20.30 Uhr/DAZN).

          Bierofka tritt wohl zurück

          Drittligaklub 1860 München muss sich angeblich einen neuen Trainer suchen. Der 40 Jahre alte ehemalige Nationalspieler Daniel Bierofka wird nach Medieninformationen seinen Posten im Laufe des Dienstags zur Verfügung stellen. „Es ging einfach nicht mehr. Ich kann nicht mehr zurück“, sagte Bierofka, als er am Nachmittag das Klubgelände verließ. Dem Vernehmen nach hat er sich mit der Vereinsführung auf eine Aufhebung seines bis Sommer 2022 laufenden Vertrages geeinigt. Eine Bestätigung der Trennung von Klubseite gab es zunächst nicht.

          Bierofka vermisste bei den Löwen allem Anschein nach den Rückhalt der Bosse. Er hatte im Sommer beklagt, dass sich die Verantwortlichen nicht intensiv genug um neue Spieler bemühten. Zugleich musste er sich Diskussionen um sein angeblich zu hohes Gehalt erwehren. Die Sechziger sind seit Jahren in mehrere Lager gespalten.

          Der umstrittene Investor Hasan Ismaik regierte mit Entrüstung auf die Nachricht. „Ich bin entsetzt, mit welchen Methoden Daniel Bierofka beim TSV 1860 beschädigt wird. Seit Monaten wird unser Trainer gemobbt. Für mich ist das eine Schande, die ich nicht in Worte fassen kann“, schrieb der jordanische Geschäftsmann bei Twitter. Zudem behauptete er, „99 Prozent der Fans“ stünden „geschlossen“ hinter Bierofka.

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