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2:0 gegen Wolfsburg : Union festigt seinen Ruf als Spitzenteam

  • -Aktualisiert am

Eine Vorlage, ein Tor: Sheraldo Becker Bild: Reuters

Auf Europa-Frust folgt wieder Liga-Lust: Union Berlin geht nach einem Sieg gegen den VfL Wolfsburg als Spitzenreiter der Fußball-Bundesliga in die Länderspielpause.

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          Auf dem Trikot trägt Jordan Siebatcheu nur seinen Vornamen. Der Nachname, zu lang, zu kompliziert. Alles andere als kompliziert ist die Spielweise des 1. FC Union Berlin, für den der Amerikaner seit diesem Sommer aufläuft. Siebatcheu, ein gradliniger, robuster Strafraumstürmer, passt da mit seinen Fähigkeiten hervorragend rein.

          Bundesliga

          Gegen den VfL Wolfsburg war das wieder eindrucksvoll zu beobachten, da gelang dem Nationalspieler der Vereinigten Staaten das wichtige Tor zum 1:0 (54. Minute.). Es war ein typischer Treffer der Berliner, vorbereitet über die Außenbahnen. Mit einer präzisen Flanke fand Sheraldo Becker den Kopf von Siebatcheu. Später traf Becker noch selbst (77.), Union gewann 2:0.

          Die Treffer gehörten zu den wenigen Höhepunkten an diesem ereignisarmen Fußball-Nachmittag, aber das störte im Stadion an der alten Försterei niemanden, der es mit Union hielt. Selig feierten die Fans den fünften Saisonsieg und die Verteidigung der Tabellenführung. Oben auf Platz eins steht Union nun schon in der zweiten Woche infolge, und so langsam scheinen sich die Berliner anzufreunden mit der für sie ungewohnten Rolle als Krösus.

          Der Saisonstart des kleineren der beiden Berliner Klubs ist auf allen Ebenen bemerkenswert, erst Recht vor dem Hintergrund der immensen Belastung. Am Donnerstag hatte Union in der Europa League noch im fernen Braga in Portugal verloren (0:1). Dort hatte die Mannschaft von Trainer Urs Fischer weniger souverän gewirkt, ähnlich wie in der Vorwoche gegen die Belgier von St. Gilloise (0:1). In der Bundesliga ist davon nichts zu sehen, Union kann da anscheinend problemlos differenzieren.

          Müde oder gar schläfrig wirkten nur die Wolfsburger, die aufgrund ihrer schwachen Vorsaison unter der Woche frei haben und die internationalen Wettbewerbe nur vom Fernseher aus verfolgen. Nach fünfundvierzig Sekunden wäre Union beinahe schon in Führung gegangen. Eine Flanke von Kapitän Christopher Trimmel nahm Jannik Haberer direkt aus der Luft, der Wolfsburger Torwart Koen Casteels konnte aber abwehren.

          So aufregend das Spiel begann, so schnell versandete es in der Belanglosigkeit des Mittelkreises. Dort spielte sich das Geschehen zu oft ab. Zweikämpfe prägten das Bild, aus denen Union oft als Sieger hervorging. Wolfsburg fand gegen die gewohnt kompakten Berliner kein Mittel, um den Verbund zu lockern. Außer einem Schuss von Josip Brekalo passierte vor dem Tor von Frederik Rönnow nicht viel.

          In der zweiten Halbzeit wurde aus nicht viel dann gar nichts, Wolfsburg stellte im Grunde alle Offensivbemühungen ein. Union wurde dagegen zwingender. Nach Siebatcheus Führung dominierten die Unioner, das 2:0 durch Becker war das logische Resultat.

          „Ohne Kruse, habt ihr keine Chance“, sang das Berliner Publikum lustvoll. Gemeint war Max Kruse, den der Wolfsburger Trainer Niko Kovac vor Wochenfrist ausgemustert hatte. Kruse war im Januar von Union zum VfL gewechselt. Bei Union hatte der heute 34-Jährige in Vergangenheit mit schöner Regelmäßigkeit zu den Siegen beigetragen.

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