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1:0 in Wolfsburg : Leipzig frisch und frech als Bayern-Verfolger

  • -Aktualisiert am

Trainer Hasenhüttl und RB Leipzig sind nach dem Sieg in Wolfsburg obenauf. Bild: dpa

Die ersten Verfolger von Spitzenreiter München sind Köln – und Leipzig. Der Aufsteiger siegt in Wolfsburg. Der Held des Abends verschießt erst einen Elfmeter – und erzielt dann ein richtig schönes Tor.

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          Der Held des Abends reckte seine rechte Faust in den Himmel und ließ sich feiern. Emil Forsberg hatte den schönen Treffer zum 1:0-Erfolg von RB Leipzig beim VfL Wolfsburg so cool erzielt, als wäre es eine Selbstverständlichkeit. Kurzes Dribbling in der 70. Minute, geschlenzter Schuss ins rechte Toreck: Fertig war die nächste Überraschung zugunsten des Aufsteigers, der in der Fußball-Bundesliga immer noch ungeschlagen ist und als Dritter nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter FC Bayern liegt. Forsberg hatte es sich sogar erlauben können, einen Elfmeter zu verschießen. Wolfsburgs Torhüter Koen Casteels hatte in der 17. Minute den Leipziger Timo Werner gefoult. Es sollte nicht die einzige Situation bleiben, in der der VfL gehörig unter Druck stand und dabei einen blassen Eindruck hinterließ.

          Die Tücke des VfL Wolfsburg, der in dieser Saison bei vier Anläufen noch kein Heimspiel gewinnen konnte, bleibt dessen Mangel an Plan B. Balldominanz, geringe Fehlpassquote, alles gut und schön – aber was, wenn es damit nicht funktioniert? Es gibt in der Liga derzeit nur wenige Mannschaften, die sich vom Wolfsburger Allerlei irritieren oder erschrecken lassen. Manches von dem, was der VfL im Spielaufbau versucht, wirkt pomadig. Dass es den Niedersachsen an Tempo fehlt, ließ sich vor allem dank der Leipziger belegen. Der Aufsteiger agiert seit dem Saisonstart frech, einsatzfreudig und mutig. Diese Art von Aufbegehren setzte sich auch am siebten Spieltag fort. Denn die Leipziger wirkten deutlich frischer und spielfreudiger. Vor allem Werner und Yussuf Poulsen als Sturmduo waren nur schwer unter Kontrolle zu bringen.

          Au Backe: Wolfsburg-Manager Allofs nach der nächsten Niederlage. Bilderstrecke
          Au Backe: Wolfsburg-Manager Allofs nach der nächsten Niederlage. :

          Auf Wolfsburger Seite gibt es weiterhin diese eine Personalie, mit deren Hilfe alles besser werden sollte. Mario Gomez lenkt seit seiner Rückkehr in die Bundesliga alle Aufmerksamkeit auf sich und spielt seine Rolle als Führungsspieler abseits des Platzes gut. Unglücklicherweise hat längst schon wieder das begonnen, was selbst die ganz selbstbewussten Torjäger gar nicht mögen. Bei Gomez werden nicht nur die Spiele, sondern auch die vielen Minuten gezählt, die er in Wolfsburg nun schon ohne Treffer geblieben ist. Auffällig bleibt: Seine Mitspieler brechen immer mehr mit dem bisherigen Spielsystem, das von Ballbesitz geprägt ist, um den Stürmer in Szene setzen zu können. Aber keine der vielen Flanken und hohen Hereingaben, die Gomez erreichen sollten, brachte gegen Leipzig den gewünschten Erfolg.

          Diesen Star, der alle Blick auf sich lenkt, sucht man im Team von RB Leipzig vergeblich. Als spieltaktischer Kopf des Teams ist auch in Wolfsburg wieder der flinke Mittelfeldspieler Forsberg in Erscheinung getreten. Der Schwede verblüfft mit Leichtfüßigkeit und Übersicht, von denen seine Teamkollegen profitieren. Forsberg inszeniert die Dinge im Minutentakt. Den Zuschauern mit Sympathien für den VfL Wolfsburg macht es wenig Spaß, etwas Virtuoses in blauen Trikots zu sehen, während ihre Grün-Weißen tendenziell eher noch einmal zurück als nach vorne kombinierten. Was Leipzig in dieser Spielzeit so leicht und locker gelingt, bleibt den Wolfsburgern schon seit Wochen verwehrt. „Und ihr wollt in die Champions League“ sangen die VfL-Fans in der Schlussphase mit höhnischem Unterton.

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