https://www.faz.net/-gtm-a5130

FSV Mainz 05 : Ohne einen Hauch von Energie

  • -Aktualisiert am

Trainer ohne Fortune: Jan-Moritz Lichte. Bild: AFP

Räume nicht besetzt, Pläne nicht umgesetzt, und nicht mal hinten stabil gestanden. Die 05er enttäuschen in Augsburg auf der ganzen Linie und bleiben Letzter der Fußball-Bundesliga.

          2 Min.

          Vielleicht hätte jemand Heiko Herrlich sagen sollen, dass die Fastnachtskampagne in Mainz am Rhein im nächsten Jahr ausfällt. Womöglich hätte der Trainer des FC Augsburg dann nach dem Spiel gegen den FSV Mainz 05 davon abgesehen, sich um einen Auftritt als Büttenredner zu bewerben.

          Oder warum sonst leitete er sein Statement mit den Worten ein: „Mainz war der erwartet schwere Gegner.“ Freilich könnte diese Aussage auch dafür sprechen, dass sie beim FCA die Erwartungen an den Tabellenletzten nicht allzu hoch angesetzt hatten. Einem solchen Anspruch wären die 05er mit ihrer katastrophalen ersten Halbzeit vollauf gerecht geworden.

          Bundesliga

          Um das Spiel zu kontrollieren, genügte es den Augsburgern, gut zu stehen, etwas engagierter in die Zweikämpfe zu gehen als die Mainzer und auf deren Fehler zu warten. „Wir dachten, wir hätten Energie aus den beiden vorigen Spielen gezogen“, sagte 05-Sportvorstand Rouven Schröder, „aber davon haben wir in der ersten Halbzeit gar nichts gesehen. Mit unseren Passfolgen haben wir uns selbst eingeschläfert. Wir haben zu selten in die Tiefe gefunden und konnten uns deshalb auch keine Energie über zweite Bälle holen.“

          Trainer Jan-Moritz Lichte machte vornehmlich zwei Probleme im Spiel nach vorne aus. Zum einen habe seine Mannschaft nicht die Räume besetzt, die sie besetzen sollte, zum anderen hätten sich Einzelne nicht an den gemeinsamen Plan gehalten. „Wenn zwei, drei Spieler eigene Ideen haben, wird es schwer gegen eine Mannschaft, die so organisiert steht wie Augsburg.“

          Defensiv standen die Mainzer ebenfalls lange Zeit stabil. Doch beim Zustandekommen des 0:1 bewiesen sie, dass es leichter gesagt ist, man wolle aus seinen Fehlern lernen, als dies auch zu tun. Jeremiah St. Juste nämlich orientierte sich wie schon eine Woche zuvor beim ersten Gegentreffer gegen Borussia Mönchengladbach falsch, wollte sich um den zum Kopfball hochsteigenden Vargas kümmern, dessen sich schon Luca Kilian annahm, und ließ dafür den in seinem Rücken einlaufenden Iago aus den Augen. Dass er dessen Schuss schließlich so abfälschte, dass der Ball per Bogenlampe wieder bei Vargas landete, der zum Fallrückzieher ansetzte und das 1:0 erzielte, war Pech – aber Iago hätte gar nicht erst an den Ball kommen dürfen.

          Nach dem Seitenwechsel gingen die Mainzer etwas aggressiver zu Werke, liefen die Augsburger auch mal an. Die Einwechslung Karim Onisiwos, in dessen Sog sich beispielsweise auch Levin Öztunali steigerte, hätte zum Wendepunkt werden können. Der Österreicher ersetzte den schwächelnden Jean-Philippe Mateta und erzielte mit seiner ersten Strafraumaktion das 1:1. „Danach hatten alle das Gefühl, dass wir diejenigen sind, die das 2:1 erzielen werden“, sagte Schröder.

          Doch eine einzige gefährliche Aktion von Michael Gregoritsch genügte, um die Mainzer wieder wackeln zu lassen. Kurz darauf bekamen sie trotz Überzahl in Ballnähe das 1:2. Noch einmal zurückzukommen, gelang ihnen nicht. Den Satz des Tages sprach Schröder: „Nach diesem Spiel ein Statement abzugeben, dass wir enttäuscht sind, ist enttäuschend.“

          Weitere Themen

          Mit Wille und Herz

          Mainzer Profi Moussa Niakhaté : Mit Wille und Herz

          In mehreren Spielen fällt Moussa Niakhaté mit einer hohen Fehlerquote negativ auf. Gegen Leipzig betreibt der Franzose als Doppeltorschütze Wiedergutmachung und zeigt, warum er im Mainzer Gefüge eine wichtige Rolle einnimmt.

          Topmeldungen

          Mitglieder der amerikanischen Nationalgarde vor dem Kapitol in Washington

          Impeachment : Anklage gegen Trump im Senat verlesen

          Bei einer Verurteilung im Senat droht Donald Trump eine lebenslange Sperre für das Präsidentenamt. Sein Nachfolger Joe Biden glaubt aber nicht, dass es so weit kommt.
          Ob er gerade spielt? Ramelow im Juli 2020 im Thüringer Landtag

          PR-Profis auf Clubhouse : Besser als „Bodo“

          Clubhouse gilt als Trend-App und hat in Deutschland nun das erste PR-Desaster verursacht. Wie verhält man sich richtig in den virtuellen Quasselrunden? Wie aktiv sind die PR-Agenturen schon? Und lohnt es sich, dabei zu sein?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.