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3:1 gegen Leverkusen : Mainz bereitet Bayer Kopfschmerzen

Der Mainzer Torschütze Yoshinori Muto und sein Teamkollege Levin Öztunali (r.) jubeln nach dem Treffer zum 1:1 Bild: dpa

Bayer Leverkusen reicht abermals eine eigene Führung nicht zum Punkterfolg. Die Mainzer bescheren deshalb Trainer Sandro Schwarz den ersten Bundesligasieg.

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          Einen Anstoß regelwidrig auszuführen ist im Fußball eigentlich unmöglich, spätestens seit der Regelreform im Vorjahr, die ein Zurückspielen genauso gestattet wie das traditionelle Nach-vorne-Spielen. Karim Bellarabi gelang es bei der 1:3-Niederlage im Fußball-Bundesligaspiel von Bayer Leverkusen bei Mainz 05 dennoch nach dem 1:1-Ausgleich, den seine Elf kurz vor der Pause durch einen sehenswerten Seitfallzieher von Yoshinori Muto hatte hinnehmen müssen. Er wusste nicht so recht, ob er den Ball nach vorne oder hinten spielen sollte und plötzlich hatte er ihn sich selbst zugespielt, was der Schiedsrichter ahndete. Damit ist sehr viel gesagt über die Leistung von Bellarabi und seiner auch nach drei Bundesligaspieltagen sieglosen Mannschaft, die dem neuen Mainzer Trainer Sandro Schwarz nach zuvor zwei Niederlagen im dritten Bundesligaspiel den ersten Sieg ermöglichte.

          Der Mainzer Yoshinori Muto spielt gegen Leverkusens Jonathan Tah.
          Der Mainzer Yoshinori Muto spielt gegen Leverkusens Jonathan Tah. : Bild: dpa
          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Erfolg war aber auch Folge einer Mainzer Leistungssteigerung nach glücklichem Ausgleich und Wiederanpfiff. „Wir haben den Jubel mit in die Kabine genommen“, sagte Schwarz. Aus der Kabine kam eine Mainzer Mannschaft, die dem Gegner deutlich mutiger zu Leibe rückte, entschlossener in den gegnerischen Strafraum drängte. Fast folgerichtig  fielen die Tore durch Abdou Diallo, der eine Freistoßflanke von Levin Öztunali  per Kopfball aus zwei Metern ins Tor verlängerte (57.), und Suat Serdar, der per Distanzschuss traf (71.). Für den französischen Neuzugang wie das Mainzer  Eigengewächs war es jeweils der Premierentreffer in der Bundesliga.

          „Ich bin  sehr glücklich, dass ich dem Team so helfen konnte“, sagte Diallo, der vor der  Saison aus Monaco kam, wo er noch mit dem vor wenigen Tagen nach Paris  gewechselten Supertalent Kylian Mbappé zusammengespielt hatte. Ein Torjäger-Fernduell mit Mbappé strebe er aber nun nicht an, scherzte Diallo.

          Giulio Donati, dank seines italienischen Temperaments der Mann für gelebte Mentalität auf dem Platz, betonte derweil die Wichtigkeit des Siegs nach einem Fehlstart mit Niederlagen gegen die Aufsteiger Hannover und Stuttgart. „Wir  brauchen Vertrauen für unser Spiel. Das gibt nur ein Sieg wie heute“, sagte der Rechtsverteidiger, der noch heute aus alter Verbundenheit und Aberglauben alte  Strümpfe mit dem Bayer-Wappen seines ehemaligen Klubs bei den Spielen  trägt. „Jetzt kann es für uns richtig losgehen.“

          Für sein früheres Team muss es derweil endlich im kommenden Spiel gegen Freiburg losgehen mit dem Punktesammeln in der neuen Saison, wenn der Klub sich nicht noch mehr Kopfschmerzen bereiten und abermals in eine bedrohliche Situation wie im Vorjahr geraten will. „Qualität haben wir sicher, aber zu Qualität gehört auch Mentalität“, sagte Trainer Heiko Herrlich. Er bemängelte zu wenig wilde Entschlossenheit bei Kontern und im Abschluss sowie angesichts von nun schon acht Gegentreffern in der jungen Spielzeit Mängel in der Abwehrarbeit. Sportdirektor Rudi Völler schlug in die gleiche Kerbe, als er bemängelte, dass „alles ganz toll aussieht, aber nur mit Zaubern geht es nicht.“

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