https://www.faz.net/-gtm-8d9dg

0:0 in Leverkusen : Bayern lässt den Big Point liegen

Die Spieler hatten sich einiges zu erzählen auf dem Spielfeld. Bild: dpa

Nach dem torlosen Remis von Dortmund kommen auch die Münchner nur zu einem 0:0 in Leverkusen. Glücklich sind die Bayern damit nicht. Auch ein Platzverweis sorgt für Aufregung.

          2 Min.

          Die Bayern-Anhänger, die in die rheinischen Karnevalsausläufer geraten waren, fühlten sich keineswegs fehl am Platz. Auch sie, sagten sie, seien verkleidet: als Erfolgsfans. Dass sich die Münchner dann nach den 90 Minuten von Leverkusen nur mit einem Teilerfolg auf die Heimreise machen durften, wird ihnen die Laune nicht verdorben haben.

          Nach einer Woche, die allerhand amüsanten Stoff aus der deutschen Fußballhauptstadt generiert hatte, über den die Bayern selbst allerdings am allerwenigsten hatten lachen können, war das Bundesligaduell mit Bayer zu einem veritablen Stimmungstest geworden. Und den bestand die Mannschaft von Pep Guardiola – und damit ein bisschen auch für ihren Trainer.

          Trotzdem sprach Thomas Müller von einem 0:0, dass „sich schade anfühlt. Wir hätten gerne den Big Point gemacht.“ Eine Stimmungslage, die unter den Bayern-Profis mehrheitsfähig war nach Schlusspfiff. Nachdem die Dortmunder am Nachmittag ihrerseits nicht über ein torloses Remis in Berlin hinausgekommen waren, beträgt der Vorsprung vor der Borussia allerdings weiter komfortable acht Punkte. Gut möglich, dass die ordentliche und sehr konzentrierte Vorstellung hilft, die etwas empfindlich gewordenen Münchner Gemüter zu beruhigen.

          Wirklich zufrieden konnte Pep Guardiola (vorne) mit dem Spiel nicht sein. Bilderstrecke

          Während der Woche war es ja nicht jedem gegeben, die Dinge mit einer gewissen Lockerheit zu sehen. Sportvorstand Sammer („zündeln“) und Trainer Guardiola („kein Respekt“) wirkten regelrecht angegriffen, zumindest hatten sie sich offenbar so gefühlt. In Leverkusen lieferte allenfalls die späte und zu harte Gelb-Rote Karte gegen Xabi Alonso Anlass für ein wenig Aufregung ob der kleineren oder größeren Ungerechtigkeiten dieser Fußballwelt.

          Zuvor ging es auf dem Platz recht deftig zur Sache. Zunächst gaben sich beide Teams Mühe, ihr Revier zu markieren. Von der Leichtigkeit, die diese beiden Ensembles mit ihren stil- und selbstbewussten Trainern umweht, war lange Zeit nichts zu spüren. Guardiola hatte sein Team gegenüber dem 2:0 gegen Hoffenheim auf einer Position verändert, Vidal spielte an alter Wirkungsstätte für Müller.

          Und wenn das ein Signal für ein bisschen Giftigkeit sein sollte – es kam im Sinne der Münchner an. In puncto defensiver Stabilität ließ sich den Bayern jedenfalls nichts nachsagen. Leverkusen, an guten Tagen eines der sturmgewaltigsten Teams der Liga, kam in den ersten 45 Minuten nur ein einziges Mal dem Tor von Manuel Neuer gefährlich nahe, und das auch nur halbwegs – bei einem Kopfball von Kapitän Toprak nach einer Ecke. Kießling und Hernandez hingegen gaben keinen Torschuss ab.

          Das sagte zugleich einiges darüber, wie die Bayern-Abwehr ihre Arbeit erledigte. Badstuber im Zentrum organisierte mit einer Selbstverständlichkeit, die nach seiner Verletzungshistorie alles andere als selbstverständlich ist, Kimmich fand sich in der von Guardiola erdachten Rolle an Badstubers Seite abermals gut zurecht. Nach vorne allerdings konnten sich auch die Münchner nicht sonderlich in Szene setzen. Coman, Robben und Costa begaben sich in das eine oder andere hoffnungsvolle Wettrennen mit ihren Leverkusener Rivalen, doch die ließen sich nicht entscheidend abhängen. Es war kein langweiliges Spiel, aber auch keines, das die Zuschauer von den Sitzen riss.

          Nach der Pause wurde es dann auch etwas mit den bis dahin vermissten Torszenen. Den Anfang machte Bayer. Einem Volltreffer recht nahe kam Hernandez. Sein Schuss aus gut 20 Metern ging zwar vorbei, aber so knapp, dass Müller, der als Auswechselspieler neben dem Pfosten stand, sich mit einer Drehung seitlich ins Netz fallen ließ, um sich in Sicherheit zu bringen. Kurz darauf wurde ein Schuss von Calhanoglu geblockt.

          Nun durfte auf Münchner Seite Müller eingreifen – und er hätte das gleich zwei Mal in kürzester Zeit entscheidend tun können. Doch sowohl nach Flanke von Coman von rechts (64.) wie von Costa von links (66.) zielte er zu hoch. Nun hatten aber die Bayern die Lage im Griff – und in Costa den Mann in ihren Reihen, der ein paar Mal für Gefahr auf dem linken Flügel sorgte. Lewandowski wurde noch einmal bedient, doch auch dessen Versuch war nicht von Erfolg gekrönt.

          Weitere Themen

          Gigantische Olympische Ringe Video-Seite öffnen

          Sommerspiele in Japan : Gigantische Olympische Ringe

          Die Installation ist 32,6 Meter breit und 15,3 Meter hoch. Sie soll in der Bucht von Tokio vor Anker gehen, in der Schwimm- und Triathlonwettbewerbe stattfinden. Die Olympischen Sommerspiele beginnen am 24. Juli.

          Topmeldungen

          Auftakt in Davos : Keine Greta-Show, nirgends

          Durch ihren Auftritt auf dem Weltwirtschaftsforum im vergangenen Jahr ist Greta Thunberg zur Ikone einer weltumspannenden Klima-Bewegung geworden. Nun ist sie zurück – mit anderen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.