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Leipzig besiegt Union : Der Tabellenführer hat lange große Mühe

Nach der Halbzeit nicht aufzuhalten: RB Leipzig um Marcel Sabitzer (vorne) beim Spiel gegen Union Berlin Bild: EPA

Aufsteiger Union Berlin geht beim großen Favoriten RB Leipzig zunächst in Führung und steht auch im Anschluss stabil. Doch drei Tore in einer Hälfte retten den Bundesliga-Spitzenreiter noch vor einer drohenden Pleite.

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          RB Leipzig hat glanzlos, aber mit großem Aufwand und Entschlossenheit seinen Vorsprung am ersten Spieltag des Jahres 2020 an der Spitze der Fußball-Bundesliga ausgebaut. Zumindest über Nacht liegt das Team von Trainer Nagelsmann nach einem verdienten 3:1-Sieg gegen Union Berlin fünf Punkte vor dem Tabellenzweiten Mönchengladbach. Der sieben Punkte zurückliegende Titelverteidiger FC Bayern kann den Abstand auf RB am Sonntag mit einem Sieg bei Hertha BSC jedoch noch auf vier Punkte reduzieren.

          Bundesliga
          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Leipzig hatte sich gegen den Aufsteiger lange schwer getan und lag zur Pause durch ein Tor von Bülter (10. Minute) zurück, wendete das Spiel aber dank einer deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause durch Tore von Werner (51.) und Sabitzer (57.), bevor Werner mit seinem zweiten Treffer (83.) für die Entscheidung sorgte. „Die erste Halbzeit war nix, da haben wir verdient hinten gelegen“, sagte Werner anschließend bei Sky, „wir haben aber wieder Moral bewiesen wie gegen Augsburg und Dortmund. Wir wollten eine Schippe drauflegen, das haben wir gemacht.“

          Die Fans von Union Berlin waren für einen solch starken Start in das neue Jahr, wie ihn ihre Mannschaft in Leipzig hinlegte, nicht bereit. Aus Protest gegen die Struktur von RB Leipzig hatten sie sich für einen fünfzehnminütigen Stimmungsboykott entschlossen, doch nach zehn Minuten blieb ihnen gar nichts anders übrig, als sich am Fußball zu erfreuen. Nach einem unpräzisen Zuspiel von Halstenberg eroberte Gentner den Ball und schaltete blitzschnell in den Überfallmodus. Schnell und klug lief der Ball weiter zu Andersson, der Klostermann den Ball in der Leipziger Hälfte durch die Beine spielte – und damit einen riesigen Raum in der gefährlichen Zone öffnete, den Bülter schließlich mit einem gezielten Schuss von der Strafraumgrenze perfekt nutzte. Vom Innenpfosten prallte der Ball zur 1:0-Führung für die Berliner ins Tor.

          Die Union-Fans zogen sich danach wieder in ihr Schweigen zurück, doch auch ohne Unterstützung lieferte Union in der ersten Viertelstunde einen reifen und jederzeit kontrollierten Auftritt gegen den Tabellenführer, der bis zur 24. Minute für seinen ersten gefährlichen Angriff des Jahres 2020 brauchte. Nach einer schönen Kombination über Nkunku, den bis dahin auffälligsten Leipziger, landete der Ball über Adams bei Schick, dessen Schuss wehrte Torwart Gikiewicz reaktionsstark ab.

          Leipzig wurde im Verlauf der ersten Halbzeit immer stärker, erhöhte den Druck und drängte Union oft weit in die eigene Hälfte zurück. Doch klare Torabschlüsse blieben bis zur Pause rar, die beste bot sich Mukiele (45.), allerdings aus spitzem Winkel. Im Hinspiel hatte Leipzig zu diesem Zeitpunkt bei seinem souveränen 4:0-Sieg schon drei Treffer gegen den Aufsteiger erzielt, der nun auch beim Tabellenführer bewies, dass er sich in der Bundesliga weiter zu stabilisieren und etablieren gedenkt.

          Leipzig lief in der zweiten Halbzeit dem Rückstand und damit einem weiteren Beweis seiner Titeltauglichkeit nicht lange hinterher – auch wenn der Ausgleichstreffer wie aus dem Nichts fiel. Nach einer weiten Leipziger Flanke von Upamecano und einem verunglückten Unioner Abwehrschlag von Bülter fiel der Ball an der Strafraumgrenze Werner vor die Füße, der ihn volley zum 1:1 in den Torwinkel jagte (51.). Nur fünf Minuten später hatte Werner alleine vor Gikiewicz die Führung vor Augen, doch der Union-Torwart wehrte seinen Schuss ab – den nachfolgenden Eckstoß nutzte Leipzig dann umgehend zur Führung. Sabitzer bugsierte den versprungenen Ball im Fünfmeterraum akrobatisch zum umjubelten 2:1 ins Netz (57.) – in sechs Minuten hatte Leipzig das Spiel und die Stimmung nach einer schwachen ersten Halbzeit gedreht.

          Völlig befreit wirkte das Spiel der Leipziger aber auch nach der Führung nicht. Union bot dem Tabellenführer nach dem Rückstand erst in der Schlussphase etwas mehr Raum und damit auch Gelegenheiten – und Leipzig nutzte sie, wiederum durch Werner, der eine schöne Kombination entschlossen mit seinem 18. Saisontreffer zum 3:1 nutze (83.). Leipzig hatte damit seine erste Pflichtaufgabe 2020 auf den Weg zur Meisterschaft erledigt.

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