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Fußball-Bundesliga : Kampf gegen die Schatten

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Eine starke Einheit: Borussia Dortmund spielt nicht nur in der Champions League erfolgreicher als Schalke Bild: AP

Borussia Dortmund will im Derby gegen Schalke an diesem Samstag (15.30 Uhr) die Schmach zweier Niederlagen vergessen machen, aber der Gegner hat die viel schwerere Aufgabe vor sich: Er wird erdrückt vom Erfolg des großen Rivalen.

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          Der Ausblick des Dortmunder Trainers mag beinahe etwas Tröstendes, gar Ermutigendes haben für den Erzrivalen. „Diese Derbys verlieren niemals etwas von ihrer Einzigartigkeit“, sagte Jürgen Klopp vor dem Nachbarschaftstreffen mit dem FC Schalke 04. Das Revierduell, anerkanntermaßen die Mutter aller deutschen Fußballderbys, schreibt jedes Mal ein neues Kapitel, das einer ganz eigenen Dramaturgie folgt. „Da gibt es keinen Außenseiter“, sagt der Schalker Sportdirektor Horst Heldt und fügt – nach seiner Logik folgerichtig – hinzu: „und auch keinen Favoriten.“ Die Gelsenkirchener haben zwar das Heimrecht, sonst aber nicht viele Vorteile auf ihrer Seite, wenn sie an diesem Samstag (15.30 Uhr/ Sky und im FAZ.NET-Liveticker) gegen den BVB antreten. Also bauen sie vor allem auf sportliche Kennzahlen, die schon eine Weile zurückliegen. In der vergangenen Saison gewann Schalke beide Spiele gegen den Erzrivalen, zeigte die beste Leistung der jeweiligen Halbserie. „Das war der Schatten, der über der vergangenen Saison lag“, sagt Klopp. „Das Bedürfnis, Wiedergutmachung zu leisten, ist sehr ausgeprägt.“

          Zwei gewonnene Derbys – und schon wähnte Schalke sich leistungsmäßig fast auf gleicher Höhe mit dem Lieblingsfeind. Im Sommer hatte Horst Heldt angekündigt, sein Klub wolle den Dortmundern, die gerade am Finale der Champions League teilgenommen hatten, ernsthaft Konkurrenz machen. Der Abstand zwischen beiden Klubs sei ja „nicht exorbitant groß“, sagte der Manager. Er wolle erst einmal sehen, wie Dortmund den Abgang wichtiger Spieler verkraften werde. Heldt wird damit Mario Götze gemeint haben, weniger Felipe Santana, einen mäßig begabten Innenverteidiger, der sich bereit fühlt für die brasilianische Nationalmannschaft, nach seinem Wechsel „auf“ Schalke aber als Wackelkandidat wahrgenommen wird – oder als Ersatzspieler. Inzwischen bereut der Manager diese Aussage offenbar. Auf solche Fragen zu antworten habe „keinen Sinn“, sagt er. „Deshalb werde ich da auch nichts mehr zu sagen.“

          Fußball-Bundesliga : Derbyzeit im Ruhrgebiet

          Jetzt sieht Heldt, wie die Borussia mit ihren Abgängen zurechtkommt: Der BVB liegt nur einen Punkt hinter Bayern München und hat jüngst in der Champions League ein Glanzstück abgeliefert. Gerade neun Bundesligaspieltage sind ausgetragen, und der Abstand beträgt schon acht Punkte. Wie erwartet, jagt Dortmund die Bayern, Schalke müht sich, Anschluss an die Spitzengruppe zu halten und den Liga-Dritten Leverkusen nicht aus den Augen zu verlieren. Dortmund zelebriert seit Jahren Fußball-Jugendstil. Schalke weist nach schwächeren Leistungen regelmäßig darauf hin, mit was für einer jungen Mannschaft der Verein, notgedrungen, in den Kampf gezogen sei. Dortmund gewinnt auswärts gegen Arsenal, Schalke verliert daheim gegen Chelsea. In der Bundesliga streut Dortmund ab und zu schmucklose Siege ein wie jüngst das 1:0 über Hannover 96, bei Schalke dagegen fällt fast alles, was diese Mannschaft erreicht, in die Kategorie Arbeitssieg. Lange nicht hat so viel für Dortmund und gegen Schalke gesprochen wie vor diesem Derby.

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