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Krise bei Borussia Dortmund : Klopp ist der Beste für den BVB

  • -Aktualisiert am

Ein Trainer, der sich immer vor die Spieler stellt: Jürgen Klopp Bild: dpa

Jürgen Klopp steht in Dortmund vor der schwierigsten Aufgabe seiner Trainerkarriere. Die nächsten vier Spiele sind wegweisend. Bis dahin ist die Verbindung zwischen ihm und seinem BVB wie ein Eheversprechen: in guten wie in schlechten Zeiten.

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          Da saß er nun also vor seinem Mikrofon, alle Kameras auf ihn gerichtet, und er musste erklären, was sich niemand mehr erklären kann. Und viele hörten diesmal besonders genau zu, galt es doch Unsicherheiten auszumachen, vielleicht Spuren von Resignation angesichts einer Situation, die von Spieltag zu Spieltag grotesker wird.

          Doch die Antwort auf alle Fragen trug Jürgen Klopp gut sichtbar für alle auf seinem Sweatshirt: Borusse! Was einst als Artikel für jene Fans gedacht war, die sich dem BVB besonders verbunden fühlen, hat längst eine besondere Symbolik erhalten. Außer dem Ur-Freiburger Christian Streich identifiziert sich weit und breit kein Trainer so sehr mit seinem Verein wie Klopp.

          „Echte Liebe“ ist das Marketing-Motto des Klubs, der nun beweisen kann, ob es sich nur um einen besonders verkaufsfördernden und einprägsamen Slogan handelt, oder ob tatsächlich mehr dahinter steckt. Das gilt für alle – und vor allem Klopp. Aber auch die Vereinsführung hat bislang keinen Zweifel erkennen lassen, dass sie sich trotz der prekären Lage dieser Situation nicht bewusst wäre.

          Klopp wäre ein beliebig austauschbarer Trainer, würde er nun von sich aus hinwerfen, die Vereinsverantwortlichen nur die üblichen Klubführer, die in schwierigen Momenten einem angeblichen Gesetz der Branche folgen, sollten sie nun an einem Trainer zweifeln, der vor ein paar Monaten noch der „bestvorstellbare“ Coach überhaupt war.

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          Die ersten Unmutsäußerungen Dortmunder Fans in Frankfurt nach Wochen voller Enttäuschungen sind nachvollziehbar. Aber nach allem, was man von Dortmunder Anhängern weiß, werden sie am Freitag beim nächsten Heimspiel gegen Hoffenheim (20.30 Uhr / Live bei Sky und im Bundesliga-Liveticker bei FAZ.NET) wieder hinter ihrer Mannschaft und vor allem hinter ihrem Trainer stehen. Der aber steht vor der mit Abstand schwierigsten Aufgabe seiner Trainerkarriere, die mit nichts vergleichbar ist. Eine Delle im Dortmunder Erfolgssystem wäre erklärbar gewesen, doch die sich immer schneller drehende Abwärtsspirale eines hochveranlagten Teams lässt sich nicht mehr schlüssig erfassen.

          Der BVB hat noch vier Spiele Zeit bis zum Ende der Hinrunde, um eine Position zu erreichen, die in der Rückrunde einen Ausweg aus der Krise ermöglicht. Bis dahin ist die Verbindung zwischen Klopp und seinem BVB wie ein Eheversprechen: in guten wie in schlechten Zeiten. Daran sollten besonders die Spieler denken. Der Trainer stellte sich immer vor sie – nun wird es langsam Zeit, etwas von dieser Empathie zurückzugeben.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

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