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Fußball-Bundesliga : Endspurt um die Europacup-Plätze

  • Aktualisiert am

Dieter Hecking gibt die Richtung vor: Gladbach will in die Champions League Bild: AFP

Drei Teams streiten noch um einen Platz in der Champions League. Weitere drei bewerben sich um die Teilnahme an der Europa League. Der 34. Spieltag der Fußball-Bundesliga wird extrem spannend.

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          Nicht nur die deutsche Meisterschaft entscheidet sich erst am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga zwischen Bayern München und Borussia Dortmund. Auch der Kampf um die Teilnahme an den europäischen Fußball-Wettbewerben ist spannend wie selten. Sechs Mannschaften bewerben sich um vier Plätze. Nur der Drittplazierte RB Leipzig kann sich seiner Sache schon vor dem Bundesliga-Finale sicher sein.

          Dagegen treten Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt am 34. Spieltag (Samstag, 15.30 Uhr/ Sky und im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga) im Ferndreikampf um den letzten verbliebenen Platz in der Champions League an. Auch der VfL Wolfsburg könnte es theoretisch noch schaffen, doch dessen Chancen sind bei drei Punkten und zehn Toren Rückstand doch sehr unwahrscheinlich. Die Wolfsburger sehen sich eher im Wettstreit um die direkte (Platz fünf und sechs) oder auch indirekte (Platz sieben) Europa-League-Qualifikation – und müssen dabei die Angriffe der TSG Hoffenheim und von Werder Bremen abwehren. Für Eintracht Frankfurt könnte die Saison nach einer berauschenden Europa-League-Reise dagegen ein bitteres Ende bereithalten, sollte sie noch auf Rang acht abrutschen. Die Chancen und Aussichten der Teams im Einzelnen:

          Borussia Mönchengladbach (4. Platz, 55 Punkte, 55:40 Tore): „Ich habe immer gesagt, dass ich mich mit der Champions League verabschieden will“, sagt Gladbachs Trainer Dieter Hecking vor seinem zwangsweise letzten Spiel für die Borussia. Sicher ist, dass es sein Team in einen europäischen Wettbewerb schaffen wird. Die Frage ist, ob tatsächlich ein Platz in der Champions League erreicht wird – oder am Ende nur einer in der Qualifikation zur Europa League? Selbst ein knapper Sieg im Saisonfinale gegen den Namensvetter und Titelaspiranten aus Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr/ Sky und im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga) könnte der Gladbacher Borussia im ungünstigsten Fall nicht zu Platz vier reichen, sollte Verfolger Bayer Leverkusen die nur um zwei Treffer schlechtere Tordifferenz aufholen. Bei einer Gladbacher Niederlage könnten neben Leverkusen auch Eintracht Frankfurt und – bei sehr hohen Ergebnisse  – sogar der VfL Wolfsburg vorbei ziehen.

          Bayer Leverkusen (5. Platz, 55 Punkte, 64:51 Tore): Das unerwartete Unentschieden am 33. Spieltag gegen Schalke 04 hat dem Bayer-Team die beste Ausgangsposition im Kampf um den letzten noch freien Champions-League-Platz verdorben. Als Tabellenfünfter muss Leverkusen nun den punktgleichen Vierten aus Mönchengladbach jagen und überholen und dazu im Auswärtsspiel bei Hertha BSC Berlin (Samstag, 15.30 Uhr/ Sky und im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga) punkten. „Das ist für uns das wichtigste Spiel des Jahres“, sagt Kai Havertz. Bei einer eigenen Niederlage wäre Dortmunder und Münchner Hilfe gegen Gladbach und Frankfurt für Leverkusen notwendig, um das Ziel noch zu erreichen. Darauf will Trainer Bayer-Trainer Peter Bosz nicht spekulieren: „Wir müssen uns auf uns fokussieren.“

          Von Champions League bis leere Hände ist noch alles drin: Für Adi Hütter und die Eintracht wird auch der letzte Spieltag extrem spannend.

          Eintracht Frankfurt (6. Platz, 54 Punkte, 59:43 Tore): Von Platz vier, dem Einzug in die Champions League, bis Rang acht, dem Absturz aus den europäischen Rängen, ist für die Adlerträger aus Frankfurt noch alles drin. Für eine Garantie auf ein weiteres Jahr Europa muss die Eintracht beim Meisterschaftsfavoriten FC Bayern (Samstag, 15.30 Uhr/ Sky und im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga) mindestens einen Punkt holen. Nach einem furiosen Europa-League-Jahr streben die Hessen abermals attraktive Auftritte in einem kontinentalen Wettbewerb an. Der Trend spricht allerdings markant gegen sie – nach einer deftigen Schlappe in der Liga in Leverkusen und einer Heimpleite gegen Mainz sowie einem unglücklichen Aus nach Elfmeterschießen international. „Wer gegen Chelsea zweimal Unentschieden spielt, der kann es auch gegen Bayern schaffen“, sagt dagegen Trainer Adi Hütter.

          VfL Wolfsburg (7. Platz, 52 Punkte, 54:49 Tore): Ein Sieg gegen den FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr/ Sky und im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga), und die Niedersachsen haben auf jeden Fall die Europa-League-Qualifikation erreicht. „Wir haben es in der eigenen Hand“, sagt der am Saisonende scheidende Trainer Bruno Labbadia. „Wir müssen in diesem Spiel die Nerven, die Ruhe und die nötige Geduld haben.“ Sollte zudem Eintracht Frankfurt beim FC Bayern verlieren, könnten die Niedersachsen sogar direkt in die Europa League einziehen. Die Qualifikation zur Champions League ist nach der unerwarteten Niederlage beim Abstiegskandidaten VfB Stuttgart vergangenen Samstag angesichts der schlechten Tordifferenz dagegen nur noch theoretisch möglich.

          Abschied leicht verpatzt: Julian Nagelsmann

          TSG Hoffenheim (8. Platz, 51 Punkte, 68:48 Tore): Nur ein Punkt aus den vergangenen drei Spielen – damit hat die TSG Hoffenheim seine gute Ausgangsposition verspielt. Nun müssen die Kraichgauer beim FSV Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr/ Sky und im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga) gewinnen und auf Fehler der Konkurrenz hoffen. Trainer Julian Nagelsmann hilft in seinem letzten Spiel vor dem Abschied zu RB Leipzig nur ein Sieg. Platz sechs und somit die direkte Qualifikation zur Europa League sind das maximal Mögliche für Hoffenheim.

          Werder Bremen (9. Platz, 50 Punkte, 56:48 Tore): Die Hanseaten haben nur geringe Chancen auf Platz sieben, doch der Glaube daran ist bei Werder Bremen groß. „Ich habe im Gefühl, dass wir es verdient hätten“, sagt Trainer Florian Kohfeldt vor dem Heimspiel gegen RB Leipzig (Samstag, 15.30 Uhr/ Sky und im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga). Werder muss freilich gewinnen, und zugleich darauf hoffen, dass Wolfsburg und Hoffenheim maximal einen Punkt holen, um noch Siebter zu werden, und somit die Europa-League-Qualifikation zu erreichen.

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