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1:1 gegen Köln : Wieder kein Sieg für den HSV

  • -Aktualisiert am

Auch der neue Hamburger Drmic hatte es nicht leicht. Bild: dpa

Ein sehr schöner Rosenmontag wird es nicht für den 1. FC Köln, denn die Rheinländer sind klar besser, nehmen aber nur ein 1:1 mit. Für den HSV läuft es weiter nicht – auf und neben dem Platz.

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          Es hätte ein sehr schöner Rosenmontag für den 1. FC Köln werden können. Beim heim- und formschwachen Hamburger SV vergab der FC jedoch einen Sieg, der mehr als verdient gewesen wäre. Mitte der zweiten Halbzeit standen die überlegenen Kölner mehrfach vor der 2:1-Führung, die aus Hamburger Sicht dann sehr glücklich ausblieb. So trennten sich die Traditionsvereine 1:1 nach Treffern von Simon Zoller und Nicolai Müller. Ein Remis, das keinem wirklich hilft – Köln hängt in der Mitte fest, der Hamburger Weg weist weiter nach unten. Den Schwung der Hinrunde hat der HSV jedenfalls verloren. In der Fehlerhaftigkeit erinnert Trainer Bruno Labbadias Mannschaft fatal an die vergangenen beiden Spielzeiten.

          Wieder mal erlebte der HSV eine bewegte Woche – das Gerangel im Training am Donnerstag, als Ivo Ilicevic und Michael Gregoritsch aneinander gerieten, war wesentlich mehr als vielbeschworenes Zeichen von Leben im Kader, denn Labbadia nahm Ilicevic zur Strafe danach aus dem Aufgebot für Sonntag.

          Kein Wunder, schließlich hatte sich „Kollege“ Gregoritsch eine Schienbeinprellung und Bänderverletzung eingehandelt, und wird ein bis zwei Wochen ausfallen. Nach einer Kopfnuss hatte Ilicevic auch noch auf den am Boden liegenden Gregoritsch getreten. Ilicevic, der den HSV am Saisonende verlassen wird, weil das Geld für den erwünschten üppigen Vertrag fehlt, gilt als einer der Lieblingsspieler Labbadias. Doch nach dieser hässlichen Aktion blieb dem Trainer keine Wahl.

          Die Kölner Anhänger trieben es ein wenig zu bunt. Bilderstrecke

          Dass die lange Phase der ganz hohen Gehälter spätestens ab dem Sommer vorbei sein wird, wissen die Hamburger, seit Finanzchef Frank Wettstein den Klub jüngst als Sanierungsfall bezeichnete – und den Schuldenstand mit 90 Millionen Euro taxierte.

          Immerhin fand sich am Freitag ein weiterer Investor: Ein hiesiger Obst- und Gemüsehändler ist bereit, sich 1,5 Prozent der Anteile an der HSV Fußball AG vier Millionen Euro kosten zu lassen. 14,75 Prozent der Anteile sind nun an vier Personen verkauft; bei 24,9 Prozent wäre die Obergrenze erreicht. Finanziell hat den HSV die Ausgliederung also keineswegs saniert. Es werden stattdessen häppchenweise Löcher gestopft. Nach dem erhofften strategischen Partner wird weiterhin gefahndet.

          Die Hamburger starteten mit ihrem neuen Leihspieler Josip Drmic; der Gladbacher lief als linker offensiver Mittelfeldspieler auf. „Kölle Alaaf“, hatte die jecken Fans aus der Domstadt auf ein Plakat geschrieben. Viel Vergnügen hatte an diesem Spiel zunächst aber keiner. Der HSV spielte verunsichert und fehlerhaft im Aufbau. Man merkte, dass der letzte Sieg von Anfang Dezember stammt. Interessant war aus FC-Sicht, dass Trainer Peter Stöger den im Januar aus Borissow verpflichteten Filip Mladenovic auf Jonas Hectors Position als linker Verteidiger stellte, und Hector dafür ins Mittelfeld aufrückte.

          Der FC riskierte wenig, stand sicher und wartet auf Hamburger Fehler. Pech, als Anthony Modestes Kopfball nach einem Eckball an die Latte flog (38. Minute). Drei Minuten später belohnte sich Köln, als Hector nach einem Zweikampf zwischen Simon Zoller und Johan Djourou den Abpraller aufnahm, zurück zu Zoller spielte und der dann mit der Fußspitze ins lange Eck traf.

          Nach der Pause überraschte der HSV mit dem schnellen Ausgleich durch Nicolai Müller in der 48. Minute – Drmics Pass schoss Müller beherzt mit links von der Strafraumgrenze ein. Timo Horn im Kölner Tor hatte keine Chance, bewahrte den FC zwei Minuten später aber vor dem 1:2, als er Kacars Volleyschuss abwehrte. In der Folge wurde es ein richtiges Fußballspiel. Mladenovic, Modeste, Gerhardt und Risse hätten den FC voranbringen können. René Adler, die Latte, Schusspech, es war von allem etwas dabei aus Kölner Sicht in einem Spiel, das der FC hätte gewinnen müssen.

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