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Fußball-Bundesliga : Harmlos, harmloser, Mainz 05

  • -Aktualisiert am

Trostspender: Dominik Kohr ist bei seinem Mainzer Debüt als moralische Stütze für Alexander Hack gefragt. Bild: dpa

Wer keine Torchance hat, darf keine Abwehrfehler begehen. Mainz 05 verteidigt gegen den VfL Wolfsburg nicht gut genug – und wird prompt bestraft.

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          Alexander Hacks Gesicht sprach Bände. Nach dem Schlusspfiff verbarg der in die Hocke gegangene Innenverteidiger des FSV Mainz 05 es zunächst hinter seinen an die Stirn gepressten Fäusten. Als er wieder aufstand, schien sein Blick ins Leere zu gehen. Der Mann, der seit zwei Monaten konstant auf hohem Niveau und nahezu fehlerfrei unterwegs war, wirkte erschüttert. Sein Fehler in der 79. Minute des Spiels gegen den VfL Wolfsburg hatte Wout Weghorst das 0:2 ermöglicht und die Partie vorzeitig entschieden.

          Bundesliga

          Der Ball war bei Hacks versuchtem Rückpass auf Torwart Robin Zentner kaum von der Stelle gekommen, der ihn anlaufende Torjäger der Niedersachsen startete durch und vollendete mit einem Heber in die lange Ecke. Damit schlossen die 05er die Hinrunde ab, wie sie die Saison begonnen hatten: mit einer Heimniederlage. Kümmerliche sieben Punkte sind in der Zwischenzeit zusammengekommen.

          An diesem Abend hätte er mit einem Punkt leben können, mehr gab die vor allem im Mittelfeld ausgetragene Partie nicht her. Weniger allerdings eigentlich auch nicht, nicht nur für Svensson handelte es sich um ein 0:0-Spiel. „Es war klar, dass die Mannschaft, die das erste Tor machen würde, wahrscheinlich als Sieger vom Platz geht“, sagte er. „Leider haben wir die entscheidenden Fehler gemacht.“ Zwar ging der defensive Plan lange Zeit auf, wie beim 1:1 in Dortmund drei Tage zuvor dem Gegner den Ball zu überlassen, „und in die Zweikämpfe zu kommen, wenn Wolfsburg versucht, in die gefährlichen Räume zu spielen“. Tatsächlich verteidigte seine Mannschaft in der ersten Halbzeit noch besser als beim BVB. Mit den erhofften „offensiven Nadelstichen“ aber wurde es nichts. „Wir haben unsauber gespielt und nicht schnell genug erkannt, wo die gefährlichen Räume für uns waren,“ erkannte Svensson.

          Patzer nicht entscheidend

          Deshalb mochte es vielleicht kein Trost für Alex Hack sein, doch seines Patzers hätte es nicht bedurft, um als Verlierer vom Platz zu gehen. Die vorangegangenen 78 Minuten gaben keinerlei Anlass zu vermuten, dass die 05er noch das 0:1 ausgleichen würden, das Bialek in der 65. Minute nach feinem Zuspiel von Arnold erzielt hatte. Über die gesamte Dauer kamen sie nur zweimal in den gegnerischen Strafraum, und das, ohne dass der gegnerische Torwart Koen Casteels hätte eingreifen müssen. Dominik Kohr, der am Montag von der Eintracht ausgeliehen wurde, kam nach 62 Minuten für Boetius aufs Feld. Er spielte auf einer offensiveren Mittelfeld-Position als in Frankfurt und führte einige feurige Zweikämpfe. Viel bewirken vermochte er allerdings nicht.

          Derweil die Rheinhessen ihre zwölfte Saisonniederlage hinnehmen mussten, war Jean-Philippe Mateta wohl schon in London eingetroffen. 05-Sportdirektor Martin Schmidt bestätigte am „Sky“-Mikrofon den Wechsel des Franzosen zu Crystal Palace. „Die Premier League war sein Wunsch, und jetzt lag ein gutes Angebot auf dem Tisch“, sagte er. Details verriet er nicht, sondern beschränkte sich auf die Information, dass es sich zunächst um eine eineinhalbjährige Leihe handelt. Die in den Raum gestellten Summen von 3,5 Millionen Euro Leihgebühr und einer 12 bis 14 Millionen schweren Kaufoption ließ Schmidt unkommentiert stehen.

          Näher auf diese Personalie eingehen mochte auch Bo Svensson nicht. „Es war die Überlegung von Vereinsseite, von meiner Seite und von ihm selbst, was am meisten Sinn hat“, sagte der Trainer. „Wir sind zu der Entscheidung gekommen, dass diese Lösung die beste ist.“ Einerseits ist Mateta der einzige Mainzer Profi, der in der laufenden Saison mehr als zwei Tore erzielt hat; sieben der insgesamt 15 Treffer gehen auf sein Konto. Allerdings war der 23-Jährige weit von einer konstanten Form entfernt und in den jüngsten Partien allenfalls von der Bank gekommen. Seit seinem Hattrick beim 3:1 in Freiburg Mitte November gelang ihm noch ein guter Auftritt beim folgenden 1:1 gegen die TSG Hoffenheim. Danach bleiben sein missglückter Hackenabschluss in Bielefeld und der letzte Schuss im Elfmeterschießen gegen Bochum in Erinnerung.

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