https://www.faz.net/-gtm-912a3

1:3 gegen den HSV : In Köln folgt auf die Los-Freude der Liga-Frust

  • -Aktualisiert am

Bild: STEINBA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Alles läuft schief beim FC: Köln macht das Spiel, aber Hamburg die Treffer. Dann verletzt sich der Schiedsrichter – und sein Ersatz zückt gleich Rot. Auch in der Schlussphase geht es nochmal richtig rund.

          2 Min.

          Was für ein ereignisreicher Tag für den 1. FC Köln. Am Mittag bekamen die Rheinländer die Gruppengegner für ihre erste Teilnahme am Europapokal nach einen Vierteljahrhundert zugelost. Danach ging es für die Delegation um FC-Geschäftsführer Jörg Schmadtke auf schnellstem Weg von Monaco zurück nach Köln, wo die Mannschaft am Freitagabend dem Hamburger SV gegenüberstand. Mit Arsenal London, Roter Stern Belgrad und Bate Borissow hatten der „FC“ die attraktivste Gruppe der drei deutschen Teilnehmer erwischt. Den Profis gelang es beim 1:3 vor 50000 Zuschauern aber nicht, die Freude über das Los am Abend in Spielfreude umsetzen.

          Obwohl die Kölner nach dem Platzverweis gegen den Hamburger Abwehrchef Mergim Mavraj (60. Minute) eine halbe Stunde lang in Überzahl spielten, vermochten sie die zweite Saisonniederlage nicht abzuwenden. Der HSV dagegen kam dank der Tore von André Hahn (28. Minute), Bobby Wood (34.) und Lewis Holtby (90.+10) beim Anschlusstreffer durch Frederik Sörensen (90.+7) zum zweiten Sieg und legte mit sechs Punkten seinen besten Bundesligastart seit Jahren hin.

          Der Vorjahresfünfte hatte früh die Initiative ergriffen und den Gegner dazu gezwungen, viel Laufarbeit zu verrichten. Die Hamburger nahmen diese Herausforderung an und ließen der Heimelf wenig Platz. Allein in den ersten 45 Minuten legten die Norddeutschen insgesamt vier Kilometer mehr zurück als die Kölner. Dieser Fleiß wurde mit zwei Treffern belohnt. Nach einer knappen halben Stunde nutzte Hahn die unverhoffte Gelegenheit, sein erstes Tor für den HSV zu erzielen. Sein wuchtiger Schuss schlug neben dem Pfosten ein, ohne dass FC-Torhüter Timo Horn eine Abwehrchance gehabt hätte. Bis dahin hatten die Kölner das Spiel bestimmt, ihren Ballbesitzanteil von zeitweise siebzig Prozent aber nicht zu nutzen gewusst. Kurz vor der Pause flößte Nationalspieler Jonas Hector dem FC in seinem hundertsten Bundesligaspiel mit einem Schuss an die Latte wieder Mut ein (42.).

          Mut brauchten die Kölner auch, nachdem Wood einen Steilpass von Luca Waldschmidt zum zweiten Tor weiterverarbeitet und Filip Kostic kurz darauf die Möglichkeit vergeben hatte, den Vorsprung nochmals auszubauen (45.). Die Kölner kehrten voller Tatendrang aus der Pause zurück, und Jhon Cordoba, der neue Stürmer aus Mainz, verpasste knapp den Anschlusstreffer. Dann wurde der FC abermals gestoppt – durch eine Verletzung des Schiedsrichters. Felix Brych musste seinen Dienst aufgrund einer Verletzung beenden. Es dauerte mehrere Minuten, bis die Partie fortgesetzt wurde. Der Vierte Offizielle Sören Storks, der noch nie ein Bundesligaspiel gepfiffen hatte, übernahm die Leitung der Begegnung – und rückte prompt in den Mittelpunkt: Der Unparteiische verwies den Hamburger Kapitän Mavraj nach einem Foul an Cordoba mit Gelb-Rot des Feldes. Die Kölner unternahmen spät einen Sturmlauf, schafften es aber nicht mehr, die Niederlage abzuwenden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Donald Trump und Liu He, Vizepremier von China, gemeinsam in Washington. Infolge des Handelskriegs mit Amerika habe die Korruption in Chinas Privatwirtschaft wieder zugenommen, berichtet Philipp Senff von der Wirtschaftsanwaltskanzlei CMS in Schanghai.

          Vorfälle der Deutschen Bank : In China lauert die Korruption bis heute

          Mit teuren Geschenken an chinesische Politiker wollte sich die Deutsche Bank Vorteile verschaffen. Der Fall lenkt den Blick auf ein Land, das trotz Mühen immer noch unter Bestechung leidet – auch wegen des Handelskriegs mit Amerika.
          Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin

          Verkehrsminister Scheuer : Im Porsche durch die Politik

          Verkehrsminister Andreas Scheuer hat einen Vorteil, der ihm beim Streit über die Pkw-Maut zum Nachteil gereichen könnte: eine gewisse Lockerheit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.