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Sportvorstand ab Sommer : Schalke stimmt für Heidel

„Ich selbst habe die Antworten bekommen, die ich mir gewünscht habe“: Christian Heidel. Bild: dpa

Christian Heidel findet Zustimmung im Schalker Aufsichtsrat und wird von Sommer an Sportvorstand. Das Votum ist trotz anfänglicher Skepsis eine klare Sache für Heidel.

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          Christian Heidel wird nach dem Ende der laufenden Saison der Fußball-Bundesliga als Nachfolger von Horst Heldt die sportlichen Geschicke bei Schalke 04 übernehmen. Heidel ist ein Vier-Jahresvertrag bis zum 30. Juni 2020 angeboten worden. Vorab hatte sich Heidel die Freigabe seines bisherigen Klubs, dem FSV Mainz 05, gesichert.  Trotz eines Vertrags bis 2017 war die Forderung einer Ablösesumme kein Thema. Der zum 30. Juni ausscheidende Heldt hatte den Vorstandsposten seit 2011 inne.

          Der Aufsichtsrat der Königsblauen hat sich am Sonntag dem Vernehmen nach einstimmig für den bisherigen Manager von Mainz 05 ausgesprochen, der vom 1. Juli an als Sportvorstand fungieren wird. Es gab nach FAZ.NET-Informationen jedoch zwei Enthaltungen. Einen solch deutlichen Rückhalt durch das Kontrollgremium des eingetragenen Vereins hatte sich Heidel zuvor öffentlich gewünscht, um eine gute Basis für eine künftige Zusammenarbeit zu haben. Formal hätte ihm eine Zwei-Drittel-Mehrheit gereicht.

          „Wir sind davon überzeugt, dass Christian Heidel mit seiner unbestrittenen sportfachlichen Kompetenz und Erfahrung, seinen erwiesenen Führungsqualitäten und seiner positiven Ausstrahlung der richtige Mann für den FC Schalke 04 ist“, sagte Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies. Heidel wird seinen Vertrauten Axel Schuster mitbringen, der bei Mainz 05 den Posten als Team-Manager innehatte.

          Die Zusammenkunft von zehn der elf Aufsichtsräte, bei der wie üblich der Vertreter von Hauptsponsor Gazprom sein Mandat nicht wahrnahm, fand wenige Stunden vor dem Heimspiel der Schalker gegen den VfB Stuttgart in Werl und somit gut eine Stunde Fahrtzeit östlich von der Arena in Gelsenkirchen entfernt in einem Hotelkomplex statt – in dem kurioserweise in wenigen Wochen Michael Rummenigge und somit ein ehemaliger Spieler vom Schalke-Rivalen Borussia Dortmund eine Soccerhalle eröffnet.

          Heidel war der Wunschkandidat von Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies.

          Dem Treffen ging ein monatelanger Entscheidungsprozess voraus. Bereits Mitte Oktober war publik geworden, dass Tönnies den 52 Jahre alten Heidel als Kandidaten für die Heldt-Nachfolge favorisiert. Heidel verwies stets darauf, dass er zunächst in Mainz einige Dinge zu regeln habe, ehe er sich für die große Herausforderung eines Arbeitsplatzwechsels nach fast einem Vierteljahrhundert in Diensten seines Heimatvereins entscheiden könne.

          Am Sonntag nun stellte er sich über zwei Stunden lang den Fragen der Aufsichtsräte und überzeugte dabei auch jene Gremienmitglieder, die aufgrund kritischer Distanz zu Aufsichtsratschef Tönnies im Vorfeld mit einer Ablehnung geliebäugelt hatten. Offenkundig wirkte beschwichtigend, dass Heidel entgegen anderslautender Gerüchte keinen herausgehobenen Posten als Vorstandschef im Dreier-Führungsgremium neben Marketingvorstand Alexander Jobst und Finanzvorstand Peter Peters beansprucht hat.

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          Peters und Jobst könnten Heidel also in vielen Angelegenheiten überstimmen, zuletzt gaben die Vorstandskollegen freilich Sportvorstand Heldt stets freie Hand bei seinen Entscheidungen. Zudem soll nach FAZ.NET-Informationen auch die Gehaltssumme deutlich unter den von diversen Medien verbreiteten 2,3 Millionen Euro liegen.

          Bei Mainz 05 soll derweil Rouven Schröder die Verantwortung für den sportlichen Bereich übernehmen – wenn Werder Bremen seinem bislang für die Kaderplanung zuständigen Direktor Fußball die Freigabe erteilt. Und so schließt sich zumindest geographisch ein Kreis: Der derzeit bei Werder Bremen angestellte Schröder stammt aus Arnsberg und ist somit kaum 15 Kilometer vom sonntäglichen Schalker Tagungsort in Werl entfernt aufgewachsen.

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