https://www.faz.net/-gtm-8fyt6

0:3-Pleite in Leverkusen : Eintracht Frankfurt in großer Not

  • -Aktualisiert am

Das Abstiegsgespenst ist da: Frankfurt steckt tief im Schlamassel. Bild: AP

Die Eintracht steht im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga vor dem K.o. Nach dem 0:3 bei Bayer verlieren die Frankfurter den Anschluss. Dabei fängt in Leverkusen alles so gut an.

          2 Min.

          Das Willkommen fiel freundlich aus. Bei Bayer 04, das wurde am Samstag an einigen Stellen deutlich, erinnern sich viele Zeitgenossen noch immer gerne an die einstige Zusammenarbeit mit Niko und Robert Kovac, als sie vor mehr als zehn Jahren noch Fußballprofis waren. Nur: Gastgeschenke gab es für das Duo beim Wiedersehen nicht.

          Als neueste Herausforderung haben sich die Brüder Anfang März einen Trainerjob in der Bundesliga gesucht. Ihre Rückkehr nach Deutschland, im Anschluss an die Lehrzeit unter anderem in der kroatischen Heimat, verschaffte den beiden Novizen eine Aufgabe, die kaum diffiziler hätte ausfallen können. Die Kovacs sollen verhindern, dass die Frankfurter Eintracht in die zweite Liga absteigen.

          Weil beim Gastspiel an ihrer alten Wirkungsstätte aber mit dem 0:3 nur die 15. Saisonniederlage heraussprang, sank die Hoffnung auf eine Rettung abermals. Die Hessen haben als Vorletzter nun vier Punkte Rückstand auf Bremen und den Relegationsrang, während Bayer der direkten Qualifikation für die Champions League einen großen Schritt näher kam.

          Leverkusen dagegen ist auf dem Weg in die Champions League. Bilderstrecke
          Leverkusen dagegen ist auf dem Weg in die Champions League. :

          Das Spiel nahm einen Anfang, der verwunderte: Es war nicht die Werkself, die Takt und Tempo vorgab, sondern der ersatzgeschwächte Außenseiter, dessen Akteure ihre Herzen in beide Hände nahmen und sich mutig an die Arbeit machten. Kovac hatte einen Abwehrverbund gewählt, der im Verteidigungsfall eine Fünferkette vor dem eigenen Strafraum vorsah und sich nach der Balleroberung in ein 4-2-3-1-System verwandelte.

          Stefan Aigner, Szabolcs Huszti und Timothy Chandler vertändelten die Kugel in der ersten halben Stunde jeweils in aussichtsreicher Position. Von der schon oft gepriesenen Leverkusener Angriffsvariabilität war gegen die dicht gestaffelten gegnerischen Reihen lange nichts zu sehen. Lediglich bei einem Fernschuss von Karim Bellarabi (30.) sowie einem Kopfball von Julian Brandt (40.) musste Eintracht-Keeper Lukas Hradecky ernsthaft zupacken.

          Roger Schmidt hatte vom Treiben seiner Leute schon bald genug registriert, was ihm nicht gefiel; der Trainer ließ Ersatzmann Stefan Kießling schon im ersten Abschnitt vor der Tribüne mit den eigenen Anhängern Aufwärmübungen absolvieren – ein deutliches Zeichen, dass er nicht zögern würde, von seinen Wechselmöglichkeiten Gebrauch zu machen, wenn insbesondere seine offensiven Profis, denen er in der Startformation das Vertrauen geschenkt hatte, es im weiteren Verlauf dieses Nachmittags nicht deutlich besser machen sollten. Am Willen mangelte es ihnen nicht, doch an den aufmerksamen Frankfurter Ordnungshütern, die läuferisch und kämpferisch eifrig zu Werke gingen, kamen sie eben auch nicht so ohne weiteres vorbei.

          Nach dem Seitenwechsel erhöhte Bayer sukzessive den Druck. Vor allem Youngster Julian Brandt versuchte sich nun in der Rolle des Mittelfeldstrategen und gab den Bemühungen seiner Kollegen mehr Struktur. Die Eintracht verlegte sich aufs Kontern und wäre dabei beinahe in Führung gegangen: Der in der Pause für Marc Stendera eingetauschte Sonny Kittel nahm eine Flanke aus rund zwölf Metern direkt und verpasste das Tor nur um Haaresbreite (57.).

          Nach einer Stunde war dann auch Kießling mit von der Partie (für den unauffälligen Hakan Calhanoglu); zu mehr Durchschlagskraft verhalf Bayer aber Kevin Kampl, der kurz danach für den am Fuß verletzten Chicharito aufs Feld kam: Mit seiner ersten Ballberührung traf Kampl aus zwanzig Metern zum 1:0 (70.). Gemessen an den Kräfteverhältnissen auf dem Rasen ein glücklicher Umstand. Brandt sorgte anschließend mit dem zweiten Treffer für klare Verhältnisse (77.), ehe Bellarabi noch den Schlusspunkt setzte (90.).

          Weitere Themen

          Mick Schumacher siegt in Sotschi

          Formel 2 : Mick Schumacher siegt in Sotschi

          Mick Schumacher holt sich in Sotschi seinen zweiten Saisonsieg in der Formel 2. Der 21-Jährige festigt damit seine Gesamtführung. Bei einer möglichen Beförderung in die Formel 1 setzt sich der Sohn von Michael Schumacher schon hohe Ziele.

          Das Turnier der Außenseiter

          Tennis am Rothenbaum : Das Turnier der Außenseiter

          Nach Ansicht der Ausrichter ist das Tennisturnier am Rothenbaum größer als seine Teilnehmer. Dazu passt, dass selten Stars gewinnen. Andrei Rubljew ist allerdings auf dem besten Weg, einer zu werden.

          Topmeldungen

          Stapelweise Tablets: Schulleiter Felix Blömeke (Mitte) mit den Kollegen Kim Bucher und Roland Glotzbach

          Corona-Sonderprogramm : Der Schulleiter und die 95 Geräte

          Eine Gesamtschule in Schwalbach hat im Zuge des Corona-Sonderprogramms vom Landkreis iPads erhalten. Jetzt sollten die Geräte an die Schüler verteilt werden. Klingt vielversprechend. Ist aber kompliziert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.