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1:2-Pleite in Frankfurt : Dortmund verliert durch zwei Blitztore

  • -Aktualisiert am

Fragen über Fragen in Frankfurt: die Dortmunder Götze (links) und Castro. Bild: Reuters

Der Bayern-Besieger muss einen Rückschlag einstecken: Dortmund unterliegt in einer teils dramatischen Partie in Frankfurt, weil es zweimal ganz schnell geht – und der BVB in letzter Minute Pech hat.

          2 Min.

          Die Bayern erwarten immer noch den gewohnten Zweikampf mit Borussia Dortmund im Wettbewerb um die deutsche Fußball-Meisterschaft. Und vielleicht wird es im nächsten Frühjahr dann auch so sein, wenn die Saison in ihre entscheidende Phase eingetreten ist. Aber in diesem Spätherbst gewinnt die Revolte der Außenseiter von Woche zu Woche an Kraft. Einen Tag nachdem Aufsteiger RB Leipzig durch ein 4:1 in Freiburg seine Tabellenführung festigte, verdrängte Relegationsteilnehmer Eintracht Frankfurt den Champions-League-Abonnenten Borussia Dortmund vom dritten Tabellenplatz.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Das 2:1 in einer hochemotionalen und in der zweiten Halbzeit geradezu dramatischen Partie kam für die Hessen ein wenig glücklich zustande. Alle statistischen Einzelheiten wiesen in etwa ausgeglichene Werte aus: Ballbesitz, Zweikampfquote und Torschüsse. Und so wäre ein Unentschieden den Leistungen am gerechtesten geworden. Aber unverdient war der Eintracht-Sieg durch Treffer von Huszti (46. Minute) und Seferovic (78.) bei einem Gegentor von Aubameyang (76.) keineswegs. Voller Mut und Leidenschaft hatten sich die Frankfurter das Glück erzwungen.

          Intensiv war die Begegnung schon in der ersten Halbzeit, aber mitreißend war sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Dazu spielte sich zu viel zwischen den Strafräumen ab und zu wenig in Tornähe. Der Eintracht bereitete es mehr Mühe, die Dortmunder von der gefährlichen Zone wegzuhalten, was angesichts der wirtschaftlichen Verhältnisse der beiden Klubs und der daraus resultierenden Kaderstärke nur natürlich ist. Aber mit einer außergewöhnlichen Kollektivleistung schafften es die Hessen in den allermeisten Szenen, die individuelle Überlegenheit der Borussen auszugleichen.

          Nach einer Phase des Abtastens übernahmen die Dortmunder zwar die Kontrolle im Mittelfeld, inszenierten lange Ballstafetten, die jedoch Trainer Tuchel an der Seitenlinie meist nicht gefielen. Ihm ging das Spiel seiner Mannschaft zu sehr in die Breite und vor allem spielte es sich in einem unzureichenden Tempo ab. Am nächsten kam Torjäger Aubameyang dem 1:0 für den BVB in der 29. Minute. Der Mittelstürmer setzte sich gegen die Eintracht-Innenverteidiger Abraham und Vallejo auf engstem Raum durch, verzog aber dann den Schuss ganz leicht. Der Ball rauschte am Pfosten vorbei.

          Blitzstart in der zweiten Halbzeit: Frankfurts Huszti trifft nach 16 Sekunden. Bilderstrecke

          Ließ das Spiel nach vorne Wünsche offen, gegen den Ball agierten die Dortmunder hervorragend. Sie gestatteten der Eintracht in der ersten Halbzeit nur einen Torschuss. Die zweite Dortmunder Unaufmerksamkeit führte dann prompt zum Rückstand. Vielleicht hing die BVB-Abwehr in Gedanken noch der kuscheligen Wärme der Umkleidekabine nach – jedenfalls ließ sie unmittelbar nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit die Eintracht einfach gewähren, als sie über rechts einen Angriff aufbaute. Es konnte unbedrängt auf Chandler hinaus gespielt werden, der Rechtsverteidiger durfte ungestört in die Mitte passen, und Huszti genoss die Freiheit, den Ball direkt ins Tor unter die Latte zu schießen.

          Ups! Davon hatte nichts im Dortmunder Matchplan gestanden. Es dauerte eine knappe Viertelstunde, bis der BVB den Schock überwunden hatte. Tuchel half mit, in dem er in der 58. Minute mit einem Dreifachwechsel ein Zeichen setzte: Reus, Dembele und Rode lösten Ramos, Schürrle und Weigl ab. Es war der Gong zu einem gut halbstündigen Fight auf Biegen und Brechen, der die Zuschauer faszinierte. Dortmund riskierte alles, um zum Ausgleich zu kommen, Frankfurt suchte selbstbewusst seine Konterchance. Nun herrschte kein Mangel mehr an Spannung und Aufregung. Als Aubameyang in der 76. Minute der Ausgleich gelang, rechneten viele damit, dass sich der Favorit nun doch noch durchsetzen würde. Aber den Außenseiter verließen weder Mut noch Kräfte, sondern er schlug umgehend zurück. Einwechselstürmer Seferovic wurde mit seinem Tor in der 78. Minute zum Frankfurter Helden, weil Dembele in der Nachspielzeit nur noch die Latte des Eintracht-Tores traf.

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