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1:1 in Mainz : Frankfurt mit Remis im Rhein-Main-Derby

Jonathan Burkhardt (rechts) im Kampf um den Ball gegen Frankfurts Evan Ndicka Bild: dpa

Die Eintracht beendet ihr kräftezehrendes Mammutprogramm an Pflichtspielen dank eines Geniestreichs von Mario Götze mit einem schwer erkämpften 1:1 in Mainz – und geht gleich auf Asien-Reise.

          3 Min.

          Diesen Sonntag hatte Eintracht-Trainer Oliver Glasner zwar nicht herbeigesehnt. Denn dafür hatten die Frankfurter in den vergangenen Wochen zu erfolgreich gespielt und seine Spieler zu gut mitgezogen. Aber ganz recht ist ihm der letzte Arbeitstag in diesem Jahr im Punktspielbetrieb dennoch gekommen. 24 Pflichtspiele „in nicht mal dreieinhalb Monaten“ (Glasner) liegen nun hinter der Eintracht.

          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Seit Anfang Oktober haben die Frankfurter zwölf Partien in sechs englischen Wochen absolviert. Ein kräftezehrendes Mammutprogramm, das alle Beteiligten an ihre Grenzen führte. Er sei „froh, wenn nach getaner Arbeit in Mainz ein bisschen die Belastung und Anspannung abfällt“, hatte Glasner vor dem Rhein-Main-Derby gesagt.

          Den Feierabend am Sonntag konnte er allerdings nicht wie gewohnt in vollen Zügen genießen, weil sich seine Mannschaft bei den Mainzern mit einem 1:1 begnügen musste. Das Tor für die Eintracht erzielte Randal Kolo Muani nach 67 Spielminuten. Für Mainz war zuvor Jonathan Burkardt zum 1:0 (40.) erfolgreich gewesen. „Über 90 Minuten müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein. Einen Sieg hätten wir auch nicht verdient“, sagte Glasner nach Abpfiff.

          Bundesliga

          Im Gegensatz zu den vorangegangenen, meist sehr guten Spielen blieb die Eintracht diesmal hinter ihrem besten Leistungsvermögen zurück. Sie präsentierte unter dem Strich keinen mitreißenden Fußball auf technisch höchstem Niveau. Stürmer Kolo Muani etwa brauchte eine längere Anlaufzeit, bis er zu seiner üblichen Durchschlagskraft gefunden hatte.

          Bei der Eintracht, die von rund 10.000 Anhängern nach Mainz begleitet wurde, waren die zuletzt angeschlagenen Kristijan Jakic (Knöchel) und Sebastian Rode (Wade) einsatzbereit. Jakic stand von Beginn auf dem Platz, Rode hingegen wurde nach 59 Minuten eingewechselt und brachte mehr Stabilität ins Frankfurter Spiel. Kurz vor Spielende musste der Kapitän aber angeschlagen wieder ausgewechselt werden. Die Frankfurter hatten in den Anfangsminuten mehr Ballbesitz, Mainz agierte abwartend. Richtigen Offensivdruck aber konnte die Eintracht nicht aufbauen.

          Viele Ballverluste

          Stattdessen kombinierte sich dafür Mainz gefährlich nach vorne. Doch die Abschlüsse von Jonathan Burkardt und kurz darauf von Dominik Kohr waren keine erfolgreichen Torschüsse. Auf der Gegenseite hatte Randal Kolo Muani zwar freie Schussbahn, aber der Franzose in Diensten der Frankfurter bekam den Ball nicht unter Kontrolle (11. Minute). Es wurde beidseitig um jeden Ball gekämpft – mit Ballverlusten hüben wie drüben.

          Immer wenn die Eintracht jedoch das Tempo mal forcierte, sorgte sie auch für Torgefahr. Nur gewinnbringende Abschlüsse, allen voran Jesper Lindström nach 17 und nach 30 Minuten, brachte der Europa-League-Sieger dann nicht zustande. Ein Treffer (32.) von Kolo Muani wurde wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt.

          Bundesliga

          Es war gegen hartnäckige Mainzer, die nach Ballgewinnen das Spiel ebenfalls beschleunigten, ein hartes Stück Arbeit für die Eintracht. Sie bot keinen berauschenden Fußball wie zuletzt. Statt Glanzpunkte zu setzen, musste sie sich wehren. In der 40. Minute taten die Frankfurter das vergeblich. Denn im Anschluss an einen Eckball traf Burkardt quasi im zweiten Versuch zum 1:0. Davor hatte Torhüter Kevin Trapp einen Kopfball des Offensivspielers noch abwehren können. Fünf Minuten später nahm Schiedsrichter Robert Schröder einen Elfmeterpfiff für die Eintracht nach einem Foul von Stefan Bell an Kolo Muani zurück. Es gab vielmehr Freistoß, welchen Lindström in die Mainzer Mauer schoss.

          Nach der Halbzeitpause ersetzte Hrvoje Smolcic seinen Abwehrkollegen Jakic. Mit neuem Selbstvertrauen blieben die Mainzer ihrer Linie treu und spielten auf das zweite Tor. Burkardt und wenig später Silvan Widmer verpassten jedoch eine höhere Führung. Im Duell mit Leandro Barreiro war Trapp gegen dessen Schuss auf dem Posten. Dafür schlug die Eintracht zurück.

          Nachdem Junior Dina Ebimbe mit seinem Schuss noch daneben gelegen hatte, kurvte sich Kolo Muani nach Zuspiel von Mario Götze in gewohnter Manier zum 1:1-Ausgleichstreffer (67.). Sieben Minuten später verhinderte der zurückgeeilte Mainzer Torhüter Robin Zentner bei einem wohl überlegten Distanzschuss von Götze das 1:2. Auch danach sprang auf beiden Seiten nichts mehr Zählbares heraus. In der Gesamtbetrachtung blieb es damit beim gerechten Remis.

          Die Zeit zum großen Ausruhen ist für die Eintracht aber trotz der Pause in der Bundesliga noch nicht gekommen. Schon an diesem Montag brechen die Frankfurter zu ihrer Asienreise nach Japan auf, die bis zum 20. November dauert. In dieser Zeit bestreitet die Mannschaft ohne ihre sechs WM-Teilnehmer Trapp, Götze, Kamada, Sow, Lindström und Jakic zwei Testspiele: am kommenden Mittwoch in Tokio gegen den Eintracht-Partnerklub Urawa Red Diamonds und am Freitag in Yokohama gegen Gamba Osaka, ebenfalls ein J1-League-Team.

          Nach ihrer Rückkehr nach Frankfurt werden die Eintracht-Profis noch bis zum 9. Dezember trainieren und zwei Testspiele (gegen Sandhausen und Atalanta Bergamo) austragen, bevor das Team dann endlich Urlaub bis zum 3. Januar hat. „Ich freue mich auf den längeren Winterurlaub“, sagte Glasner und kündigte an, „ziemlich wenig“ von der WM in Qatar zu verfolgen.

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