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1:0 gegen Hoffenheim : Dortmund kann Abstiegskampf

  • -Aktualisiert am

Das Lächeln ist zurück in Dortmund: Aubameyang (links) und Gündogan Bild: dpa

Dortmund-Trainer Klopp geht mit seiner Aufstellung ins Risiko. Der BVB verzichtet auf fußballerische Schnörkel und besiegt Hoffenheim mit 1:0. Am Ende müssen die Borussen aber nicht nur der Kälte wegen zittern.

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          Jürgen Klopp, der Trainer von Borussia Dortmund, hatte das Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim unter das Motto eines Westernklassikers gestellt: High noon. Und seine Männer hatten verstanden. Sie arbeiteten hart, verzichteten auf fußballerische Schnörkel und erreichten mehr mit Kampf als mit Klasse ein 1:0, das es ihnen ermöglichte den letzten Platz der Tabelle in der Fußball-Bundesliga vorerst wieder zu verlassen.

          Das einzige Tor des Abends erzielte Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan in der 17. Minute. Am Ende mussten die Dortmunder nicht nur der Kälte wegen zittern. Fünf Minuten vor Ultimo versagte Schiedsrichter Felix Zwayer Hoffenheim nach einem Zusammenstoß zwischen BVB-Verteidiger Neven Subotic und Tarik Elyounoussi einen Elfmeter. „Es war ein ganz wichtiger Sieg. Wir haben ein Superspiel abgeliefert mit einer unglaublichen Unterstützung“, sagte Kapitän Mats Hummels.

          BVB-Trainer Klopp hatte zwei viel beachtete Personalwechsel vorgenommen. Zum einen kehrte Hummels nach mehrwöchiger Verletzungspause in die Elf zurück, für ihn musste Matthias Ginter seinen Platz im Abwehrzentrum räumen. Noch überraschender kam die Umbesetzung zwischen den Pfosten.

          Stammtorhüter Roman Weidenfeller, zuletzt durch einige Fehler aufgefallen musste dem jungen Mitchell Langerak den Vortritt lassen. „Ich wollte die Frische, das Lächeln von Mitch im Tor stehen haben“, sagte Klopp vor dem Anpfiff, ließ aber durchblicken, dass dieser Wechsel nicht von Dauer sein werde.

          Voller Einsatz auch an der Linie: BVB-Trainer Klopp Bilderstrecke

          Die Dortmunder wollten früh ihre Entschlossenheit zeigen. Linksverteidiger Marcel Schmelzer prüfte TSG-Torhüter Oliver Baumann schon in der ersten Minute, doch dieser Auftakt versprach mehr, als die Heimelf zunächst zu halten vermochte. Es entwickelte sich ein intensives Kräftemessen, aber das Bemühen beider Parteien war wenig produktiv.

          Die Ausnahme, die diese Regel in der ersten Hälfte bestätigte, war der Angriff, den Gündogan mit einem Kopfballtor abschloss. Pierre-Emerick Aubammeyang hatte auf dem rechten Flügel viel Platz zum Flanken und fand im Strafraum einen dankbaren und treffsicheren Abnehmer, nachdem Baumann den Ball unterlaufen hatte. Für Gündogan war es das erste Bundesligator seit April 2013.

          Der Stratege, für den Japaner Shinji Kagawa auf der offensiven Position im zentralen Mittelfeld hinter Stürmer Adrian Ramos eingesetzt, wusste nicht nur in dieser Szene zu gefallen – in einer Mannschaft, die ohne spielerischen Glanz, aber mit Herz und Härte zu Werke ging, wie es zu einer Mannschaft passt, die den Kampf gegen den Abstieg angenommen hat. Arbeit steht beim BVB in heikler Lage höher im Kurs als spielerischer Anspruch. Das hatte Klopp vor der Partie deutlich gemacht, und die Spieler ließen auf dem Rasen erkennen, dass sie gewillt waren, ihm zu folgen.

          Hoffenheim begegnete der Dortmunder Arbeitsgruppe mit dem Versuch, ansehnlich Fußball zu spielen. Doch es gelang den Kraichgauern kaum, ihre Vorstöße zu einem erfolgversprechenden Ende zu bringen. Torhüter Langerak bekam in der gesamten ersten Durchgang keine einzige Gelegenheit, sich auszuzeichnen. So genügte den Borussen das eine Tor, um mit einem knappen Vorsprung in die Pause zu gehen, ohne die BVB-Fans zu Begeisterungsstürmen hingerissen zu haben.

          Kurz nach dem Seitenwechsel hätte den BVB-Fans der nächste Anlass geboten, wenn Schiedsrichter Felix Zwayer nicht mit einer Fehlentscheidung das zweite Tor aberkannt hätte. Der Unparteiische irrte, als er Aubameyang bei dessen Kopfball im Abseits sah. Dortmund steigerte den Druck, stürmte leidenschaftlich und erzeugte nun mehr Gefahr als in den ersten 45 Minuten. Aber vor allem der Hoffenheimer Tormann Baumann stand ihren Ambitionen im Weg. Erst entschärfte er Aubameyangs Flachschuss mit einer Fußabwehr, dann lenkte er einen wuchtigen Kopfball von Hummels über die Latte, dann zeichnete der Torwart sich abermals gegen Aubameyang aus und lenkte dessen Schuss mit den Fingerspitzen gegen den Außenpfosten.

          An Chancen mangelte es längst nicht mehr. Aber auch Mchitarjan und Gündogan fehlte der letzte Tick Präzision im Abschluss. In der Schlussphase kamen die Dortmunder noch einmal mit dem Schrecken davon, weil ihnen der durchaus mögliche Elfmeterpfiff erspart blieb. Und die Mannschaft hatte den Fans ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert, wie sie es von Mitch Langerak kennen.

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