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BVB verliert trotz Moukoko-Tor : Der kleine Lord schlägt König Fußball

Sein Tor reichte dem BVB nicht: Youssoufa Moukoko verliert mit Borussia bei Union Bild: EPA

Dortmunds Youngster Moukoko sagte nichts nach seinem Rekordtor, und auch Trainer Terzic warnte vor übertriebenem Theater. Schließlich hat der BVB trotzdem verloren – und auch der Fußball im Fernsehen.

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Keine Chance gegen den „kleinen Lord“: Der Weihnachtsklassiker hat am Freitagabend zur Prime Time der ARD im Schnitt 7,45 Millionen TV-Zuschauer beschert (Marktanteil: 21,7 Prozent) und damit die Liveübertragung des Bundesligaspiels zwischen Union Berlin und Borussia Dortmund (2:1) im ZDF in der Beliebtheit deutlich ausgestochen. Durchschnittlich 5,56 Millionen Menschen (MA: 16,5) schalteten im Zweiten ein und sahen, wie BVB-Stürmer Youssoufa Moukoko durch seinen zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer mit 16 Jahren und 28 Tagen zum jüngsten Torschützen der Bundesliga-Geschichte avancierte.

          Bundesliga

          Dortmunds Youngster Youssoufa Moukoko wollte oder durfte nach dem Spiel nichts sagen, und auch sein Trainer hätte das Tor für die Geschichtsbücher am liebsten unter den Teppich gekehrt. „Wenn wir jetzt nach jedem Spiel, nach jeder Aktion, nach jedem Tor anfangen über ihn zu reden – das wird ihm nicht weiterhelfen“, sagte der neue BVB-Coach Edin Terzic.

          Und doch sprachen nach der 1:2 (0:0)-Niederlage der Dortmunder bei Union Berlin alle über Moukoko. Der Stürmer erzielte mit einem satten Linksschuss den zwischenzeitlichen Ausgleich (60.) für den BVB und avancierte zum jüngsten Torschützen in der Bundesliga-Geschichte. Moukoko war in der BVB-Offensive deutlich gefährlicher als zum Beispiel Marco Reus oder Jadon Sancho und deutete an, dass ihm eine große Zukunft bevorstehen könnte. „Er hat so viele gute Dinge gezeigt, aber da ist immer noch so viel Luft nach oben“, sagte Terzic: „Wir werden versuchen, ihn so weit wie möglich an sein Limit zu schieben.“

          Wo genau dieses Limit liegt, kann niemand seriös vorhersagen. Dass Moukoko, der im Juniorenbereich alles kurz und klein geschossen hatte, im Seniorenbereich für sein erstes Tor etwas Anlaufzeit benötigte, fand Mats Hummels „fast beruhigend“. Der enttäuschte Abwehrspieler fand es schade, dass das Premierentor seines halb so alten Teamkollegen durch die Niederlage etwas entwertet wurde: „Wir haben verloren, das bringt uns wenig.“

          Sein erstes Bundesligator im Alter von 16 Jahren und 28 Tagen.
          Sein erstes Bundesligator im Alter von 16 Jahren und 28 Tagen. : Bild: EPA

          Insgesamt überwog der Ärger über die Art und Weise der bitteren Pleite von Berlin. Mehrmals und ausführlich hatte Terzic seine Profis vor der besonderen Stärke des 1. FC Union – und dann kassierten die Borussen genau so zwei Gegentreffer: Ecke, Kopfball, Tor. „Sie kommen mit Wucht und haben da ihre Qualität. Wir haben es am Morgen nochmal versucht, es allen in allen Kanälen einzuimpfen“, berichtete Terzic. Vergebens. Sogar der 2:1-Siegtorschütze Marvin Friedrich wunderte sich: „Bei dem Eckball war ich erstaunlich frei.“

          Hummels konnte es nicht fassen: „Da steht der stärkste Kopfballspieler des Gegners völlig frei, das ist unverzeihbar.“ Und Borussen-Torwart Roman Bürki bemerkte frustriert: „Wieder zwei Standardtore. Das ist enorm bitter, weil wir das angesprochen haben zuvor.“ Erst köpfte Unions Liverpool-Leihgabe Taiwo Awoniyi (57.) nach Eckball von Kapitän Christopher Trimmel ein. Dann war Verteidiger Friedrich (78.) mit seinem vierten Saisontor erfolgreich

          Favre-Nachfolger Terzic machte beim 1:2 im wegen der Corona-Pandemie fanleeren Stadion An der Alten Försterei aber auch andere Defizite bei seinem Team aus. „Durch die Standards verlieren wir das Spiel. Aber es waren natürlich viele andere Dinge nicht gut. Wir haben viele Sachen nicht umgesetzt.“ Dem Spiel der Gäste fehlten Tempo am Ball und in der eigenen Bewegung, Präzision und Mut. Mit nur 22 Punkten sieht Dortmund das Spitzentrio Leverkusen, Bayern und Leipzig weiter davonrauschen.

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