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3:1 in Mönchengladbach : Dortmund ist die bessere Borussia

  • -Aktualisiert am

Dortmund und Mchitarjan nehmen den Sieg aus Mönchengladbach mit. Bild: dpa

Wenn da nur die übermächtigen Bayern nicht wären: Der BVB spielt meisterlich in Mönchengladbach und gewinnt das Duell der Borussen. Dortmund untermauert seine Stellung als ungefährdete Nummer zwei.

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          Mit einem 4:0-Triumph über Borussia Mönchengladbach fing in dieser Saison die Rückkehr von Borussia Dortmund auf den Platz hinter Meister und Tabellenführer Bayern München an, mit einem 3:1-Erfolg im Rückspiel am Samstagabend bestätigte der BVB seine Ausnahmestellung als ungefährdete Nummer zwei in der Fußball-Bundesliga.

          Die Westfalen waren dem Tabellenvierten nach den Toren von Reus (41. Minute), Mchitarjan (50.) und Gündogan (75.) bei einem Gegentreffer von Raffael (58.) deutlich voraus, als es galt, blendende Spielideen in die Tat umzusetzen. Gleichwohl enttäuschten auch die Rheinländer, die ohne ihren gesperrten Spiellenker Granit Xhaka erheblich geschwächt wirkten, in diesem qualitativ hochwertigen Spitzenspiel nicht.

          Machen die Dortmunder so weiter wie am Samstag im Borussia-Park, könnte sie den mit acht Punkten Vorsprung scheinbar enteilten Münchnern noch einmal gefährlich werden. „Es war ein sehr, sehr kompliziertes Spiel. Gladbach hat mit viel Risiko gespielt. Wir haben es schlecht ausgespielt und waren nicht konsequent“ sagte Reus bei Sky. Aber: „Wir haben verdient gewonnen.“ Ilkay Gündogan war der gleichen Meinung: „Die Art und Weise macht Mut für die nächsten Wochen.“

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          Da geht es entlang: Trainer Tuchel dirigiert den BVB zum Sieg. :

          Die andere Borussia, die erstmals unter Trainer André Schubert ein Bundesliga-Heimspiel verlor, bleibt ein Kandidat für einen weiteren Champions-League-Platz. „Wir haben gerade in der Rückwärtsbewegung Fehler gemacht. Die nutzt eine Mannschaft wie Dortmund aus“, sagte Schubert. „Aber wir sind eine junge Mannschaft. Aus diesen Dingen müssen wir lernen.“

          „Es geht direkt von Null auf Hundert“, hatte Schubert vor dem Spitzenspiel der achtzehnten Runde prophezeit – und sollte damit recht behalten. Auch Kollege Thomas Tuchel, der dem BVB als Nachfolger des jahrelang gefeierten Jürgen Klopp eine neue Handschrift verpasst hat, freute sich nach einer exzellenten Vorbereitung seiner Dortmunder auf Saisonteil zwei.

          „Die Mannschaft zeigt die Haltung, die wir brauchen, um in der Rückrunde erfolgreich zu sein“, lautete seine richtige Einschätzung vor dem Neustart, bei dem auf Gladbacher Seite der vom BVB an den Niederrhein gewechselte Jonas Hofmann zunächst auf der Bank saß. Von dort aus konnte er sehr genau sehen, welch hervorragendes Team er verlassen hat.

          Nach einem zwanzig Minuten lang beiderseits bewegten, offensiv geführten Duell, in dem Mönchengladbach mit einem Lattenkopfball von Christensen die beste Chance besaß (6.), drehte die westfälische Borussia auf. Mit allen Klassemerkmalen, die die zweitbeste deutsche Mannschaft auszeichnen: Kombinationen vorzugsweise über die rechte Seite mit hohem Tempo und großer Präzision, genaue Pässe in die Spitze und das alles mit einer selbstverständlich anmutenden Spielfreude.

          Gündogan, neben Hummels, Reus und Piszczek bester Dortmunder in den ersten 45 Minuten, erschreckte die Gladbacher zweimal: zum ersten mit einem krachenden Lattenschuss (33.) und dann mit einer traumhaften Vorlage auf den ehemaligen Gladbacher Reus, aus der der Nationalspieler mit einem flachen Rechtsschuss ins linke Toreck die 1:0-Führung des BVB machte (41.). Der Vorsprung belohnte die Borussia mit dem an diesem Tag größeren Repertoire angemessen. Traoré besaß kurz nach dem Wechsel die Gelegenheit zum 1:1, scheiterte aber an Torhüter Bürki (48.).

          Wenig später ließ sich der Nationalspieler Guineas den Ball vom Dortmunder Kapitän Hummels bei dessen Klassetackling abjagen, und dann ging es ganz schnell: Pass Hummels auf Reus, Weiterleitung auf Mchitarjan, und der Armenier hatte freie Bahn zum 2:0 (50.). Entschieden war damit noch gar nichts, weil sich die Gladbacher vehement gegen die drohende Niederlage zur Wehr setzten und in einem Augenblick der Dortmunder Konfusion durch Raffael auf 1:2 verkürzten (58.).

          54.010 Zuschauer im ausverkauften Borussia-Park erlebten, was sie sich erhofft hatten: ein vorzügliches Bundesligaspiel, das die Dortmunder verdientermaßen gewannen. Aubameyang, mit 18 Toren bester Bundesligaschütze, hätte schon alles entscheiden können, als er frei vor dem Gladbacher Tor den Ball verzog (73.); Gündogan, der Mann des Abends, machte es besser und schoss wenig später (75.) das 3:1. Darauf fanden die Gladbacher keine Antwort mehr, ohne sich deswegen grämen zu müssen. Ihre Leistung war gut, aber eben nicht gut genug im Duell mit einer der derzeit besten europäischen Fußball-Vereinsmannschaften.

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