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0:5 gegen Mainz 05 : Werders Untergang

  • -Aktualisiert am

Schöne Bescherung für Bremens Trainer Florian Kohfeldt: 0:5 zu Hause gegen Mainz 05 Bild: EPA

Drei Tage nach der 1:6-Niederlage in München kassiert Werder zu Hause gegen Mainz ein weiteres schlimmes Debakel. Für die 05er ist das 0:5 der bislang höchste Auswärtssieg.

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          Die zweite Halbzeit war nur ein besseres Trainingsspiel. Aber aus Mainzer Sicht doch auch ein sehr schönes, denn der lange verletzte Jean-Philippe Mateta schoss auch noch sein Tor. 5:0 für den FSV Mainz 05 bei Werder Bremen, ein erster Durchgang aus einem Guss beim höchsten Mainzer Auswärtssieg der Bundesliga-Geschichte: Selbstverständlich gab es nach dem Abpfiff im Weserstadion lauter strahlende Gesichter bei den 05ern. „Die erste Halbzeit war gigantisch“, sagte Abwehrspieler Alexander Hack. Da führte Mainz 4:0, und es war schon da ziemlich klar, dass sich Trainer Achim Beierlorzers Mannschaft weiter von Werder im Tabellenkeller absetzen würde.

          Bundesliga

          18 Punkte haben die Mainzer nun vor dem Jahresabschluss gegen Bayer 04 Leverkusen am Samstag gesammelt, dazu nach zwei Niederlagen am Stück wieder gewonnen – und wie. „Es war ein Spiel, das zeigt, wie verrückt die Bundesliga dieses Jahr ist“, sagte Sportchef Rouven Schröder. „Wir waren von Beginn an sehr effektiv, sind sehr ruhig geblieben, und spätestens nach dem glücklichen 2:0 hatte die Mannschaft das Gefühl, dass hier heute definitiv etwas geht.“ Schröder lobte explizit Robin Quaison, der drei der ersten vier Tore schoss, und den Vorlagengeber Adam Szalai.

          Man hatte schon nach zwei Minuten den Eindruck, dass die Mainzer einen klaren Plan hatten, der mit ausgeklügelter Taktik erst mal wenig zu tun hatte: die Bremer Verunsicherung nach dem 1:6 in München am Samstag auszunutzen. Zwei, drei, vier kleine Zweikämpfe gewannen Levin Öztunali, Robin Quaison und Adam Szalai gleich zu Beginn dieses Fluchtlichtabends. Das saß.

          Werder spürte die eigene Verunsicherung, zog sich zurück, und Mainz legte sich den Gegner zurecht. Überragendes leistete dabei Stürmer Szalai, der immer zwei Bremer band und eine stete Bedrohung war. In der zehnten Minute legte Szalai für Öztunali ab, der fand im Strafraum Quaison. Der Schwede schoss sofort, Mainz führte. Danach zog Beierlorzers Elf die Schlinge zu. War das 2:0 in der 15. Minute noch zufällig, weil Öztunalis Flanke von rechts nach Miloš Veljkovićs verunglückter Abwehr erst am Pfosten landete und dann von Torwart Jiří Pavlenkas Rücken im Tor landete, hatte das 3:0 vier Minuten später alle Inhaltsstoffe des perfekten Angriffs. Jean-Paul Boetius bediente Quaison, der keine Mühe hatte, sein zweites Tor des Abends zu erzielen. Wütende Pfiffe von den Werder-Fans, die ganz breite Brust hingegen bei den Mainzern, die einfach weitermachten.

          Gegen die komplette Verunsicherung der Bremer blieb Mainz kühl, nutzte erstaunliche Räume, die Werder zur Verfügung stellte, verpasste aber durch Alexander Hack und Adam Szalai zunächst weitere Treffer. Das war nicht der Rede wert, weil die Bremer völlig neben sich standen und selbst das Leichteste plötzlich so schwer war. Bei Standardsituationen gelten sie ja eh schwach – das blieb auch an diesem Dienstagabend so: In der 38. Minute verlängerte Szalai den Eckball an den zweiten Pfosten. Dort stand, natürlich, Quaison und vollendete zum 4:0. Die ersten Bremer Zuschauer verließen die Arena, während Mainz 05 und insbesondere Robin Quaison mit bemerkenswerter Effektivität die wohl schönste Halbzeit ihrer Bundesliga-Geschichte erlebt hatten.

          In der zweiten Halbzeit spielte sich Pierre Kunde in den Blickpunkt; er unterband das bisschen, was an Bremer Druck kam, bis die Wade schmerzte. Mit Mateta für Szalai wurde Mainz noch einmal munterer, spielte diese denkwürdige Partie professionell zu Ende und hinterließ ratlose Zuschauer im Weserstadion.

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