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Werder Bremen : „Es gibt keine Alternative zu einem Sieg“

  • Aktualisiert am

Mehr als eine steife Brise: Werder Bremen steckt in der Krise Bild: Picture-Alliance

Kein Sieg in dieser Bundesliga-Saison, zuletzt 0:6 in München und der letzte Tabellenplatz: Werder Bremen steckt tief in der Krise. An diesem Freitag (20.30 Uhr) gegen Köln geht es um mehr als drei Punkte.

          Erinnert sich noch jemand an Illertissen? Robin Dutt und Thomas Eichin bestimmt, für das Führungsduo bei Werder Bremen war der reichlich knappe Sieg Mitte August beim bayerischen Regionalligaklub in der ersten Pokalrunde (3:2 n.V.) schließlich ein bislang einzigartiges Erlebnis.

          Es war der einzige Pflichtspielsieg der Bremer in dieser Saison. Auf den wenig überzeugenden Auftritt im Pokal folgten selten bessere Spiele und viele schlechtere Partien in der Liga. Vier Unentschieden, vier Niederlagen, zehn Tore geschossen, 22 kassiert, zuletzt 0:6 bei Bayern München. Unter dem Strich: Letzter.

          Am diesem Freitag folgt das neunte Bundesligaspiel, zuhause gegen den 1. FC Köln (20.30 Uhr / Live bei Sky und im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET). Bei einer weiteren Niederlage, das scheint beinahe sicher, erlebt wenigstens Trainer Dutt das in Illertissen gewonnene Spiel der zweiten Pokalrunde am Dienstag in Chemnitz (19.00 Uhr / Live bei Sky und im DFB-Pokal-Ticker bei FAZ.NET) nicht mehr in verantwortlicher Position.

          Anpfiff? Abpfiff? Robin Dutt steht vor einem entscheidenden Abend

          „Bei mir baut sich ein starker Druck auf, weil wir acht Spiele nicht gewonnen haben. Wir arbeiten und investieren viel. Aber es gibt keine Alternative zu einem Sieg“, sagte Dutt in der Pressekonferenz am Donnerstag. Dutt wirkte auch am Tag vor dem Spiel gelassen, als er diese Sätze sagte. Das ist seiner Art, sie wirkt nach wie vor nicht unangenehm. Und doch sind seine Sätze Durchhalteparolen, weil sie nichts anderes sein können in der jetzigen Lage.

          Seit Dutts Amtsantritt im Sommer 2013 kassierte Werder 88 Gegentore und gewann nur zehnmal. Nach dem verheerenden Auftritt bei den Bayern steht der schlechteste Saisonstart der Bremer Bundesliga-Historie in den Büchern. Entsprechend kritisch wird längst auch die Arbeit von Manager Eichin hinterfragt. Stürmer Franco di Santo Franco ist der einzige Spieler, dessen Verpflichtung einen positiven Effekt hatte. Vier Tore in sieben Spielen in diesem Jahr, kein Wunder, dass Eichin von einem „absoluten Volltreffer“ spricht.

          Bild mit Seltenheitswert: Bremer Freude über einen Sieg (in der ersten Pokalrunde gegen Illertissen)

          Alle anderen Neuzugänge, für die Eichin gesorgt hat, seit er im Frühjahr 2013 als Manager bei Werder begann, haben letztlich nicht überzeugt. Ludovic Obraniak, der Pole, der im Winter für zwei Millionen Euro aus Bordeaux kam, sitzt meist nur noch auf der Tribüne. Zu langsam für die Bundesliga, hatten offenbar einige andere Interessenten zuvor befunden – wer Eichin kritisch hinterfragen möchte, braucht in diesen Tagen nur Obraniaks Namen und dessen Leistungsbilanz zu erwähnen.

          „Wir hatten bei den Spielern, die geholt worden sind, nicht das glückliche Händchen“, urteilte Werder-Ehrenspielführer Dieter Burdenski beim TV-Sender „Sky“. Der frühere Abwehrspieler Uli Borowka sagte der „Bild“-Zeitung: „Eichin ist ein Quereinsteiger, dem das Netzwerk von Managern fehlt, die seit Jahren in der Bundesliga unterwegs sind.“

          Schlaglicht: Die kritischen Stimmen zur Arbeit von Manager Eichin werden lauter

          Aber auch die Verpflichtungen von Cedrick Makiadi (kam für drei Millionen Euro aus Freiburg) und Nils Petersen (Ablöse drei Millionen vom FC Bayern) im Sommer 2013 halfen der Mannschaft nicht weiter. Luca Caldirola (2,25 Millionen von Inter Mailand) und Santiago Garcia (Ablöse 1,5 Mio) spielten zwar eine ordentliche Premierensaison, fielen zuletzt allerdings in ein Leistungsloch. Die ablösefreien Fin Bartels, Izet Hajrovic und Alejandro Galvez sind allenfalls Mitläufer. „Wir sind Letzter, da darf sich jeder äußern“, meinte Eichin, der frühere Manager des Eishockeyklubs Kölner Haie zu der Kritik in dieser Woche.

          Sollte den Bremern gegen Köln nicht der erste Sieg seit Illertissen glücken, rückt für den Bremer Manager ein weiterer Termin der kommenden Woche in den Fokus. Denn dann übernimmt der frühere Bremer Nationalspieler Marco Bode den Vorsitz des Werder-Aufsichtsrats. Um sich gegen den drohenden Abstieg stemmen zu können, wird umgehend diskutiert werden, welche Transfers in der Winterpause die sportliche Situation grundlegend ändern können. Und wer der richtige Mann ist, um sie zu verpflichten.

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