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3:0 in Stuttgart : Dortmund siegt im Schongang

  • -Aktualisiert am

Leichtes Spiel in Stuttgart: Dortmund gewinnt beim VfB. Bild: AFP

Der BVB verschiebt die Meisterfeier der Bayern um mindestens eine Woche. Dabei schont Trainer Tuchel fünf Spieler. Für den VfB wird es indes im Kampf gegen den Abstieg immer enger.

          2 Min.

          Borussia Dortmund lässt einfach nicht locker. Die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel hat mittlerweile ein Grundniveau erreicht, das es ihr ermöglicht, auch an mittelmäßigen Tagen in der Bundesliga ganz souverän Auswärtssiege einzufahren.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Das 3:0 am Samstag beim VfB Stuttgart war nicht Ausdruck höchster Konzentration und Zielstrebigkeit, sondern entsprang der Tatsache, dass die Qualität des Teams in jedem Fall so hoch ist, dass es innerhalb von 90 Minuten für genügend geniale Momente reicht, um einen bemühten, aber nicht hochklassigen Gegner in die Schranken zu weisen. An diesem Nachmittag, an dem sich Hummels, Castro, Schmelzer, Bender und Sahin ausruhen durften, und einige Dortmunder auf dem Spielfeld nicht ganz bei der Sache waren, sorgte Mchitarjan für die Entscheidung. Nach seiner wunderbar präzisen Flanke musste Kagawa in der 21. Minute nur noch den Fuß zur 1:0-Führung hinhalten.

          Die Schwaben stecken weiter tief im Abstiegskampf. Bilderstrecke
          Die Schwaben stecken weiter tief im Abstiegskampf. :

          Sekunden vor dem Abpfiff der ersten Halbzeit ging es Pulisic beim 2:0 genauso, er profitierte von einer verunglückten Abwehr des Stuttgarter Torwarts Tyton nach einem Schuss von Mchitarjan. Das 3:0 erzielte der überragende Armenier dann in der 56. Minute selbst. Der BVB baute seine Serie in der Rückrunde damit auf elf Siege und drei Unentschieden aus. Wer auch immer geglaubt hatte, das unglückliche 3:4 in Liverpool, das zum Ausscheiden in der Europa League führte, könnte die Dortmunder aus der Fassung und aus dem Tritt bringen, hat sich getäuscht. Die Bayern müssen ihre Meisterfeier mindestens bis zum nächsten Wochenende verschieben.

          Für den VfB Stuttgart wird es dagegen im Kampf gegen den Abstieg immer enger. Nach einer Serie von zwei Unentschieden und vier Niederlagen in den vergangenen sechs Bundesligaspielen trennen die Mannschaft von Trainer Jürgen Kramny nur noch zwei Punkte vom Relegationsplatz. Und sollte die Frankfurter Eintracht an diesem Sonntag gegen Mainz gewinnen (17.30 Uhr / Live bei Sky und im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET), dann wären es auch nur noch drei Punkte bis zum direkten Abstiegsplatz 17.

          Wie ein Absteiger spielten die Schwaben allerdings nicht gegen den besten Zweiten der Bundesliga-Geschichte. Sie präsentierten sich mutig und aggressiv, wagten es, die Viererabwehrkette sehr weit weg vom eigenen Strafraum aufzubauen, was Dortmund den Spielaufbau erschwerte. Auch das Umschalten nach Ballgewinn, ein Trainingsschwerpunkt von Kramny während der Woche, funktionierte recht gut. Aber immer, wenn es galt, in den gegnerischen Strafraum vorzudringen oder einen Schützen dort zu finden, verpufften alle guten Ansätze. Zu hektisch, zu unpräzise wurden die Aktionen, die Dortmunder Abwehr vermochte stets zu klären, häufig ohne großen Aufwand.

          Die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit fassten die gesamte Begegnung zusammen. Frisch in der Pause motiviert, belagerten die Stuttgarter zehn Minuten lang die Dortmunder Spielhälfte, immer wieder durch Fehlpässe des BVB im Aufbau ins Spiel gebracht. Eine nennenswerte Torchance resultierte daraus allerdings nicht. Um diesen Druck auszuüben, mussten die Schwaben allerdings sehr weit aufrücken.

          Und als die Dortmunder es nach zehn Minuten das erste Mal schafften, einen Konter über mehr als zwei Stationen aufzuziehen, stand es 3:0. Schon Ramos hätte nach Kagawa-Flanke den Treffer erzielen können, doch Tyton brachte noch eine Hand an den Ball. Mchitarjan hatte dann keine Mühe, den Abpraller zu verwerten. Die VfB-Abwehr? Völlig ausgespielt. So war es auch in der 74. Minute, doch Ramos verstolperte den Ball. Das 3:0 war dem BVB aber auch genug.

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