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3:1 in Hannover : Ein bisschen Dusel für die Bayern

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Wenn die Bayern feiern: Ribery, Schweinsteiger und Robben fahren den nächsten Sieg ein Bild: dpa

Die Bayern tun sich beim 3:1-Sieg in Hannover schwer. Die Wende zu Gunsten des Favoriten ist drei Wechselspielchen von Trainer Guardiola zu verdanken. Die Münchner profitieren obendrein von hilfreichen Entscheidungen des Schiedsrichters.

          Seine Gabe, innerhalb weniger Minuten alles durcheinanderzubringen und die Gegner zu düpieren, bleibt ein Klasse für sich. Franck Ribéry, zunächst geschont und erst in der 53. Minute eingewechselt, dürfte die entscheidende Personalie eines unterhaltsamen Fußballspiels gewesen sein. Der Franzose gewann mit dem FC Bayern München eine Auswärtspartie, die ungewohnt begonnen hatte.

          Hannover 96 war durch einen Treffer von Hiroshi Kiyotake (25. Minute) in Führung gegangen, musste sich dann aber doch noch 1:3 geschlagen geben. Was eine Menge mit Ribéry zu tun hatte. Nach seiner Einwechslung zeigte er reihenweise gelungene Dribblings in hohem Tempo – eine Torvorlage inklusive.

          Die Wende zu Gunsten des Favoriten war insgesamt drei Wechselspielchen zu verdanken. Wie Ribéry hatte Bayern-Trainer Pep Guardiola auch Bastian Schweinsteiger und Robert Lewandowski erst nachträglich eingewechselt. Mit ihnen gelang nach dem 1:1 durch Xabi Alonso (28.) das, was zu erwarten war. Thomas Müller traf zum 2:1 (61./ Foulelfmeter) und 3:1 (73.).

          Seine Treffer kaschierten, dass der Favorit durchaus vor Problemen gestanden hatte und obendrein von hilfreichen Entscheidungen des Schiedsrichters profitierte. Sowohl der Freistoß, der zum 1:1 führte, als auch der Elfmeter waren großzügige Gaben des Unparteiischen Tobias Welz. „Es waren zwei klare Fehlentscheidungen, die uns um die Früchte unserer Arbeit gebracht haben“, sagte der Hannoveraner Sportdirektor Dirk Dufner.

          Voller Körpereinsatz von Hannover – auch gegen einen Weltmeister Bilderstrecke

          Der Versuch des FC Bayern, seine Dienstreise zu einem angeschlagenen Rivalen so gemächlich wie möglich zu gestalten, hatte ungewöhnlich früh beendet werden müssen. Denn ohne die drei genannten Stars war der Meister zunächst gewohnt dominant, aber nicht wirklich überzeugend aufgetreten. Der überraschende Rückstand, für den Kiyotake gesorgt hatte, war wie ein Weckruf dahergekommen.

          Nur drei Minuten später erzielten die Münchener den Ausgleich, weil Xabi Alonso einen Freistoß aus rund 18 Metern direkt verwandeln konnte. Als Guardiola sofort danach Innenverteidiger Dante, der beim 0:1 miserabel verteidigt hatte, auch noch gegen den Angreifer Lewandowski austauschte, war klar: Hier musste eine Begegnung ganz offenbar ernster bestritten werden.

          Was die Hannoveraner im Duell mit dem Rekordmeister wirklich gut hinbekamen, war eine Abkehr von bisherigen Gewohnheiten. Eigentlich sollen die Niedersachsen nach Willen ihres Cheftrainers Tayfun Korkut mit möglichst viel Ballbesitz und einem kontrollierten Spielaufbau ihren Weg zum Erfolg suchen. Bisher hat das seit dem Ende der Winterpause aber zu keinem einzigen Sieg geführt. Gegen die auf viel Ballbesitz erpichten Münchener aber war Korkuts Team zum Kontern gezwungen.

          Dem Führungstreffer ging ein kluger Diagonalpass von Salif Sane voraus. Über Jimmy Briand landete der Ball danach bei Kiyotake und sogar im Tor. Das ungeahnte und temporäre Erfolgserlebnis war gar nicht so unverdient. Denn die Niedersachsen entpuppten sich als unbequemer Gegner und vollbrachten das Kunststück, einen Ausnahmekönner grundlegend auszubremsen. Arjen Robben lief sich immer wieder auf der rechten Seite fest und wurde vor allem vom kleinen Leonardo Bittencourt und von Außenverteidiger Miiko Albornoz gebremst.

          Im Kampf gegen die frostige Stimmung in Hannover, die durch schlechte Ergebnisse und einen hausinternen Streit mit den eigenen Fans belastet ist, hätte im Grunde nichts Besseres passieren können. Das 96-Team suchte beherzt seine Chance und spielte, angetrieben vom starken Sane, gefällig.

          Die gute Leistung lenkte davon ab, dass ein kleiner, aber hartnäckiger Teil der Fans schon vor dem Anpfiff damit begonnen hatte, den Rücktritt von Martin Kind zu fordern. Der Vereinspräsident von Hannover 96 hat sich mit den Ultras gründlich überworfen. „Kind muss weg“ schallte es wieder einmal im Minutentakt durch ein Stadion, in dem sich eigentlich alle auf das meistbeachtete Heimspiel der Saison gefreut hatten.

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