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Bayern München : Der ewige Meister

Bild: AP

Titel Nummer 29: Der FC Bayern gewinnt das Saisonfinale 5:1 gegen Eintracht Frankfurt, die sich mit Mainzer Hilfe dennoch für Europa qualifiziert. Ribéry und Robben treffen zum Abschied: „Ich liebe Euch. Mia san mia.“

          War es wirklich der 36-jährige Franck Ribéry, der da in der 72. Minute flink wie ein Hase in den Strafraum lief, zwei Mann wie Slalomstangen stehen ließ und mit einem herrlichen Lupfer das 4:1 erzielte? Oder war es der 24-jährige Franck Ribéry, der vor zwölf Jahren die Bundesliga mit seinen Tempodribblings verblüfft hatte?

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Die Zeit schien für einen Moment stehengeblieben zu sein um fünf Uhr am Samstagnachmittag in München, bei der Abschiedsvorstellung der beiden wohl größten ausländischen Profis, die je in der Bundesliga spielten, Franck Ribéry und Arjen Robben. Sie feierten eine rauschende Party. Der 5:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt bedeutete den siebten Meistertitel in Serie für Bayern München, den achten insgesamt für Robben und den neunten für Ribéry, der damit alleiniger deutscher Rekordhalter ist.

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          „Dieses Jahr war sehr anstrengend“, erklärte der „total ausgelaugte“ Trainer Niko Kovac, der sich überzeugt zeigte, dass es für ihn weitergehe. Sein Fazit: „Ende gut, alles gut.“ Verteidiger Niklas Süle sagte, man habe im Team zuletzt mitbekommen, „dass der Trainer in Frage gestellt wurde, aber wir haben heute die richtige Antwort gegeben“.

          Die frühe Bayern-Führung durch Kingsley Coman (4. Minute) hatte Sébastien Haller kurz nach der Pause ausgeglichen (51.). Danach entschieden die Bayern das Spiel mit dem raschen Doppelschlag durch David Alaba (53.) und Renato Sanches (58.), ehe die beiden schon vor dem Spiel mit einer Umarmung von Präsident Uli Hoeneß und rauschendem Beifall der Fans verabschiedeten, von Trainer Niko Kovac aber nicht aufgestellten Flügel-Veteranen ihre Einwechslung bekamen. Sie gönnten den Fans zwei letzte Tore. Ribéry traf in der 72., Robben in der 78. Minute. Sie wurden von den Fans ebenso gefeiert wie Kovac, der kurz vor Schluss stehende Ovationen erhielt und den Fans später für ihr „gutes Gespür“ dankte.

          Am Ende zeigte er sich froh, dass auch sein alter Klub feiern konnte, weil die späte Kunde vom 4:2-Sieg der Mainzer gegen Hoffenheim der Eintracht noch einen Platz in der Europa League rettete. „Es war eine schwierige Entscheidung, weil ich weiß, wie es ist, wenn man aufhören muss“, sagte Kovac über seinen Entschluss, Ribéry und Robben nicht von Beginn an zu bringen. „Was die beiden hier geleistet haben, war sensationell. Aber ich musste sportlich entscheiden. Emotional gesehen, hätte ich die anderen beiden auch bringen können.“

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          So starteten die jungen Nachfolger Coman und Gnabry – und bestätigten den Trainer rasch. Nach einer flotten Kombination über Robert Lewandowski und Thomas Müller vollendete Coman zur Führung. Auch das 2:0 für die drückend überlegenen Bayern schien nur eine Frage der Zeit. Vor allem Robert Lewandowski war eifrig, obwohl ihm seine vierte Torjägerkanone schon vor Anpfiff so gut wie sicher war – nur Gerd Müller (sieben) hat nun noch mehr. Doch nach 13 Minuten scheiterte der Pole am stark reagierenden Torwart Kevin Trapp. Er blieb ohne Treffer und wurde dennoch Torschützenkönig. Ein Tor von Gnabry wurde nach Einspruch des Videoassistenten annulliert, weil Lewandowski zuvor im Abseits gestanden hatte. Dann hatten die Frankfurter Glück, als ein missglückter Rettungsversuch von Jonathan de Guzman an der Latte des eigenen Tores landete.

          Kovac wirkte trotz der Führung nicht zufrieden mit der dürren Ausbeute der überlegen gestalteten ersten Halbzeit. „Der Druck ist gen Süden weitergewandert“, hatte Hans-Joachim Watzke, der Dortmunder Klub-Chef, vor dem Saisonfinale behauptet. Und die Einblendung des Pausenergebnisses aus Mönchengladbach war nicht geeignet, den Bayern diesen Druck zu nehmen – auch Dortmund führte 1:0.

          Selbst Thomas Müller, mit zehn Profijahren der dienstälteste Bayer, hatte dieses Saisonfinale vor eine neuartige Aufgabe gestellt: „So eine Situation hatten wir noch nicht.“ 2009, als zuvor zum letzten Mal die Meisterschaft am letzten Spieltag entschieden worden war, hatten sich die Bayern vor dem Fernduell um den Titel in der umgekehrten Situation befunden, der des Zweiten, der auf den Ausrutscher des Ersten hoffen musste. Er kam nicht. Der damals 19-jährige Müller sah auf der Bank einen 2:1-Sieg seines Teams gegen den VfB Stuttgart, doch die erhoffte Heimniederlage der Wolfsburger blieb aus. Sie gewannen 5:1 gegen Bremen und feierten ihre erste Meisterschaft.

          Die Bayern mussten nun die Nerven und die Spielkontrolle behalten. Sie verloren sie kurzzeitig nach der Pause, als Joshua Kimmich bei der ersten Frankfurter Ecke den Ball verfehlte, David Abraham die Latte traf und der eingewechselte Haller den Abpraller über die Linie drückte. Doch Freude der Frankfurter und Hoffen aller Dortmunder in der Ferne währte nur kurz. Zwei Minuten nach dem Ausgleich ließ Trapp einen Müller-Schuss abprallen, Alaba nutzte das. Und kurz danach patzte Trapp, als er einen Schuss von Sanches aus spitzem Winkel passieren ließ.

          So war nach einer Stunde Gelegenheit für die große Ehrenrunde von Ribéry und Robben. Sie gönnten den Zuschauern noch einmal einen ganz großen Moment. Am Ende stemmten die beiden zusammen mit dem ebenfalls scheidenden Rafinha als erste die Meisterschale in die Höhe. Auf der Tribüne vergoss Hoeneß Tränen, Robben erklärte, „für immer ein Bayer zu sein“, und Ribéry sagte mit feuchten Augen und tränenerstickter Stimme den Fans adieu: „Ich liebe euch. Mia san mia.“

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