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6:0 gegen Bremen : Große Münchner Kunst

  • -Aktualisiert am

Die Bayern um Doppeltorschütze Lahm haben leichtes Spiel Bild: dpa

Leicht und locker: In der Show des FC Bayern München sind die Bremer Spieler nur schmückendes Beiwerk. Beim 6:0-Sieg über das Tabellenschlusslicht trifft sogar Kapitän Philipp Lahm doppelt.

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          Es ist schon einige Jahre her, dass Werder Bremen als schärfster Rivale des FC Bayern galt. Anfang des Jahrtausends war das. Mittlerweile könnte der Unterschied sportlich kaum größer sein in der Bundesliga – und das zeigte sich auch am Samstag beim 6:0-Sieg der Münchner.

          Der Rekordmeister, für den Philipp Lahm und Mario Götze je zweimal sowie Thomas Müller und Xabi Alonso trafen, enteilt nach dem höchsten Saisonerfolg der Konkurrenz und kann gut vorbereitet zum Champions-League-Spiel am Dienstag zum AS Rom (20.45 Uhr / Live bei Sky und im Champions-League-Ticker bei FAZ.NET) reisen. Die Hanseaten haben als Letzter hingegen damit zu tun, den Anschluss an die rettenden Plätze nicht früh zu verlieren.

          In München war es unter der Woche ruhig zugegangen, auch deshalb, weil ein Großteil des Kaders mit verschiedenen Nationalmannschaften unterwegs gewesen war. Allein die neuerliche Verletzung von Thiago Alcantara, der zum dritten Mal innerhalb eines guten halben Jahres einen Bänderriss im Knie erlitt, sorgte für ein wenig Aufregung am Vereinsgelände an der Säbener Straße.

          Dafür bereitete sich Franck Ribéry auf sein zweites Comeback dieser Saison vor. Das erste hatte er im September gegen Stuttgart gegeben. In der knappen halben Stunde gelang ihm seinerzeit sogar ein Tor, aber dann zwang ihn die entzündete Patellasehne wieder zu einer Pause. Am Samstag nun also der zweite Versuch. In der 60. Minute kam er für Arjen Robben, aber anders als vor fünf Wochen verlief seine Rückkehr dieses Mal eher unspektakulär.

          Das 3:0: Thomas Müller trifft vom Elfmeterpunkt Bilderstrecke

          Man dürfe sich nicht darauf verlassen, hatte Sportvorstand Matthias Sammer traditionell gemahnt, dass der Gegner im Moment „ein bisschen angeschlagen ist“. Allerdings konnten sich die Münchner wieder darauf verlassen, dass auch diese Werder-Mannschaft versuchen würde, mit einer kompakten Abwehr Schlimmeres zu verhindern.

          Knapp 20 Minuten ging das Konzept von Trainer Robin Dutt auf, die Defensive der Bremer verteidigte konsequent und störte früh. Schon in der gegnerischen Hälfte liefen sie die Bayern an, weshalb zunächst nicht viel Unterhaltendes passierte. Der erste Griff von Schiedsrichter Bastian Dankert zur Spraydose sorgte deshalb für die bis dahin schönste Abwechslung und wurde in der 19. Minute mit Applaus bedacht.

          Die Fans in der wieder einmal mit 71.000 Zuschauern ausverkauften Münchner Arena konnten gleich im Beifall-Modus bleiben, denn nur eine Minute später fiel das 1:0 für den FC Bayern. Thomas Müller legte nach David Alabas Flanke zurück auf Philipp Lahm, und der Kapitän drosch den Ball aus 14 Metern ins Netz.

          Der Bann war gebrochen, und nun gelangen den Münchner gelegentlich schöne Ballstafetten, bei der attraktivsten über Alaba und Müller sprang Arjen Robben der Ball zu weit vom Fuß. Beim 2:0 bekamen die Hanseaten eine kleine Lehrstunde in punkto hoher Freistoßkunst präsentiert. Nachdem Alaba und Müller am Ball vorbeigelaufen waren, verzögerte Xabi Alonso einen Moment – und schoss den Ball dann unter der hochspringenden Mauer hindurch in die linke Torecke (27.).

          Nun hatten die Bayern leichtes Spiel – und nutzten dies zu einer komfortablen Halbzeitführung. Zunächst verwandelte Thomas Müller einen von Sebastian Prödl an ihm verschuldeten Foulelfmeter zum 3:0 (43.). Sekunden vor dem Halbzeitpfiff erhöhte der bis dahin glücklose Mario Götze mit einem wunderbaren Drehschuss auf 4:0. Nach der Pause ersetzte Juan Bernat den leicht angeschlagenen Alaba, am Spiel der Bayern änderte dies nicht viel. Allerdings gingen sie nun etwas liederlich mit ihren noch immer vielen Chancen um. Erst in der 79. Minute setzte der Spitzenreiter sein Schützenfest fort: Philipp Lahm traf noch einmal, und zum Abschluss gelang auch Mario Götze sein zweites Tor an diesem Nachmittag (80.).

          Später sprach der Bremer Manager Thomas Eichin Trainer Dutt eine Jobgarantie für das „sehr wichtige Heimspiel“ gegen Köln am nächsten Freitag aus. „Das hatte heute gar nichts mit dem Trainer zu tun“, sagte Eichin. „Es war einfach grottenschlecht, da gibt es nichts schönzureden, basta, aus! Die Zweikampfführung war wie die eines Tabellenachtzehnten. Wenn du Angst hast gegen Bayern München, hast du keine Chance.“

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