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Fußball-Bundesliga: 5. Spieltag : Klopp auf Tuchels Spuren

Mann des Abends: Holtby wird spät eingewechselt für Schürrle und macht den Mainzer Sieg gegen Köln perfekt. Per Doppelpack hält er den FSV an der Tabellenspitze Bild: dapd

Dortmund schlägt Kaiserslautern 5:0 - und ist damit erster Verfolger von Mainz 05. Schalke kann tatsächlich noch gewinnen - bleibt aber Letzter. Wolfsburg ist auf dem Vormarsch. Frankfurt und Stuttgart stürzen ab. Und St. Pauli gewinnt in Gladbach.

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          Fußball bildet. Einen besseren Geographie-Unterricht als die Bundesliga kann dem Nachwuchs-Fan keine Grundschule liefern. Denn nur dort lernt er, wo zum Beispiel Schalke liegt: „Tief im Westen“ oder „ziemlich weit unten“, beides stimmt - in der geographischen Zuordnung und in der Tabelle.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Allerdings sind die sportlichen Begrifflichkeiten auch gelegentlich missverständlich. So beschränkt sich eine „englische Woche“ keineswegs nur auf die Insel im Nordwesten Europas. Seit vielen Jahren schon wird diese Form der Spielplanverdichtung auch in der Bundesliga praktiziert - zum Unmut vieler Fans, weil weite Reisen wochentags bei der arbeitenden Bevölkerung nicht beliebt sind.

          Vor der „englischen Woche“ kam Schalke so manches in der noch jungen Saison spanisch vor - und das nicht nur, weil Felix Magath mit Christoph Metzelder, Sergio Escudero, Raúl und José Manuel Jurado vier Neue von der iberischen Halbinsel holte. Vor ihrem Gastspiel im südlichsten Bundesliga-Standort hatten die Knappen vier „Nullrunden“ in Folge erlebt. Diesmal feierten sie endlich ihren ersten Sieg: 2:1 beim SC Freiburg - die ersten Zähler für den selbsternannten Titelanwärter, der freilich immer noch Tabellenletzter ist

          Die Schwarz-Gelbe Erfolgswoche geht weiter: Dortmund gewinnt 5:0 gegen Kaiserslautern

          Eine ungleich bessere Bilanz weist Schalkes Erzrivale auf. Nach dem Prestigesieg in Gelsenkirchen zeigte Borussia Dortmund diesmal auch mit dem Aufsteiger aus Kaiserslautern keine Gnade: 5:0 lautet der hochverdiente Endstand. Damit bleibt die Mannschaft von Jürgen Klopp erster Verfolger von Mainz 05 - Klopps ehemaligem Verein.

          Tristesse bei Gladbach, Frankfurt und Stuttgart

          Die andere Borussia hat ganz andere Sorgen: Borussia Mönchengladbach kassierte in den letzten beiden Spielen elf Gegentore bei null Eigenleistung. Diesmal schossen die Niederrheinischen immerhin ein Tor, und sie kassierten auch nur zwei. Einen Aufwärtstrend daraus abzuleiten wäre aber wohl vermessen: Gladbach unterliegt zu Hause dem FC St. Pauli. Deren hanseatische Freude wurde zudem noch verdoppelt, da der Stadtrivale vom Hamburger SV gleichzeitig zu Hause gegen den VfL Wolfsburg mit 1:3 unterlag.

          Auch der VfB Stuttgart hätte seine Tore besser besser eingeteilt. Vier Tage nach seinen 7:0-Lauf gegen Gladbach gelang gegen den 1. FC Nürnberg nur ein einziges Törchen: 1:2 gegen Nürnberg - Rückfall auf einen Abstiegsrang. Auch Eintracht Frankfurt, mit dem ambitionierten 50-Punkte-Saisonziel gestartet, steht nicht besser da. Nach dem 1:2 in Leverkusen ist die Eintracht ebenfalls ziemlich weit unten gelandet.

          Mainz bleibt an der Spitze, Hannover weiter gut in Form

          Dagegen stehen die Frankfurter Nachbarn aus dem Südwesten Deutschlands ganz oben: Mainz 05 gewann schon am Dienstag sein fünftes Spiel in dieser Saison - 2:0 gegen Köln - und bleibt mit der makellosen Bilanz von fünfzehn von fünfzehn möglichen Punkten Tabellenführer. Weiter zur Spitzengruppe gehört auch 1899 Hoffenheim, obwohl die Kraichgauer gegen den FC Bayern nach früher 1:0-Führung noch mit 1:2 - in Minute 90 verloren haben. Die Münchner pirschen sich so langsam ins Mittelfeld der Tabelle heran

          Das würde auch Bremen gerne. Doch ein Eigentor von Fritz leitete die 1:4-Niederlage in Hannover ein. Frings glich zwar noch per Elfmeter aus - doch dann machten Ya Konan, Schulz und Abdellaoue den Erfolg für 96 perfekt. Hannover bestätigte seinen guten Saisonstart und sitzt damit als Vierter den Spitzenklubs im Nacken. Europa League in Sicht?

          Die Fortgeschrittenen bekommen auf den weiterführenden Schulen des Fußballlebens, dem alten Traum von Europa, sogar gezeigt, wo Braga, Kasan oder Lwiw zuhause sind. Dass dieses Wissen allerdings bei den Hauptdarstellern nicht immer ankommt, wissen wir spätestens seit Andreas Möllers Zeiten: „Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien“ ist wohl einer der meist zitierten Fußballer-Sprüche. Mehmet Scholl war dagegen schon immer ein etwas anderer Profi, auch im Bezug auf seine Reiseziele: „Ich fliege in den Süden“, sagte er einst: „Vielleicht nach Kanada oder so.“

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