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0:6 bei Hoffenheim : Debakel für Köln im Abstiegskampf

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Salz in der Suppe: Gnabry trifft doppelt für Hoffenheim gegen Köln. Bild: dpa

War es das im Rennen um den Klassenverbleib in der Bundesliga? Köln will weiter aufholen und geht bei Hoffenheim unter. Den Grundstein legt Gnabry für die TSG. Und dann gibt ein Kölner dem FC den Rest.

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          1899 Hoffenheim mit den treffsicheren Mark Uth und Serge Gnabry haben den zarten Hoffnungen des 1. FC Köln auf den Klassenverbleib einen deutlichen Dämpfer verpasst. Die Mannschaft von Trainer Stefan Ruthenbeck unterlag am Samstag in der Fußball-Bundesliga mit 0:6 (0:1) bei den Kraichgauern. Bayern-Leihgabe Gnabry erzielte dabei vor 30.150 Zuschauern in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena ebenso zwei Tore (23. und 47. Minute) wie der gebürtige Kölner Mark Uth (56./65.). Es war der höchste Sieg für die TSG in ihrer zehnjährigen Erstliga-Historie. Der Gegner, sagte Kölns Torwart Timo Horn, sei „in allen Belangen zwei bis drei Klassen besser gewesen als wir“. „Wir müssen uns in allen Bereichen verbessern, sonst wird das nichts“, forderte Trainer Stefan Ruthenbeck.

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          Außerdem trafen Lukas Rupp (61.) und Steven Zuber (72.) gegen den hilflosen Abstiegskandidaten. Dabei waren die Gäste erstmals seit dem zweiten Spieltag nicht als Tabellenletzter angereist, haben aber immer noch fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz mit dem FSV Mainz 05, der am Sonntag gegen Mönchengladbach seinen Vorsprung ausbauen kann. Die angriffsfreudigen und formstarken Kraichgauer dürfen weiter auf ihre zweite Europa-League-Teilnahme hoffen. Eine Woche vor der so wichtigen Begegnung gegen Mainz hatte Köln den Hoffenheimern wenig entgegenzusetzen. Mit viel Spiellaune setzte die TSG die Kölner von Beginn an unter Druck. Bei einer scharfen Hereingabe von Mark Uth, der neben Andrej Kramaric Sturmspitze spielte, rutschte Gnabry nach sieben Minuten noch haarscharf am Ball vorbei.

          Die Offensivpower der Rheinländer in der Rückrunde mit bis dato 17 Toren in zehn Spielen war eigentlich nur in der 18. Minute zu erahnen: Da verfehlte Marco Höger mit einem Kopfball knapp das gegnerische Gehäuse. Ruthenbeck konnte im offensiven Mittelfeld der Gäste wieder Leo Bittencourt (Magenprobleme unter der Woche) einsetzen. Neben Yuya Osako stürmte Simon Zoller – beide ebenso ohne Wirkung wie später die eingewechselten Claudio Pizarro und Jhon Cordoba.

          Nach einigen schlampig zu Ende gespielten Angriffen der Hausherren in einer bärenstarken Anfangsphase fasste sich Gnabry ein Herz: Die überaus agile Bayern-Leihgabe umkurvte Jorge Meré und Dominic Maroh und schoss zum 1:0 ein – der 50. Gegentreffer dieser Saison für die schwächste Abwehr der Liga. Auch ohne den noch nicht wieder fitten Nationalspieler Kerem Demirbay behielt die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann die Oberhand, das zweite Tor schien nur eine Frage der Zeit. Kurz nach der Pause legte Gnabry dann mit einem Flachschuss zum 2:0 nach. Einen Konter schloss Uth überlegt zum 3:0 ab. Der künftige Schalker hatte vergangenen Sommer noch zum 1. FC Köln zurückkehren wollen, sein Arbeitgeber erteilte ihm aber für einen Wechsel zu seinem früheren Klub keine Freigabe. Auch die Vorarbeit zum 4:0 durch Demirbay-Vertreter Rupp leistete Uth, ehe der 26-Jährige abermals traf – sein zwölfter Saisontreffer.

          Angereiste Fans von Borussia Mönchengladbach sorgten derweil für Randale. Nach Polizeiangaben hatten acht Personen zu Beginn der Partie den Kölner Block gestürmt und wollten dort zwei Banner stehlen. „Bei zwei der vorläufig Festgenommenen handelt es sich um einen Gewalttäter Sport aus dem Bereich von Borussia Mönchengladbach“, sagte Sprecher Norbert Schätzle von der Mannheimer Polizei. „Deshalb gehen wir davon aus, dass diese acht Personen Gladbach-Fans waren.“  Verletzte habe es nicht gegeben. Am Zaun des Kölner Blocks brannten zum Anpfiff erst Rauchtöpfe, dann gab es heftige Rangeleien.

          Die Polizei bestätigte auch Aussagen von 1899 Hoffenheim, wonach Anhänger der Gastgeber nicht daran beteiligt waren. Man habe zehn TSG-Fans zunächst in Gewahrsam genommen, sie zur Halbzeit aber wieder frei gelassen. 60 Fans aus dem Kölner Ultra-Lager hätten nach dem Fahnenklau, was in der Fanszene als schlimmes Delikt gilt, die Heimreise antreten wollen. „Dies konnten wir aus Sicherheitsgründen nicht zulassen“, sagte Schätzle. Möglicherweise habe es sich bei der ganzen Aktion um ein Racheakt gehandelt.

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