https://www.faz.net/-gtm-966yf

Jürgen Doetz : „Mainz 05 muss eine deutlich vernehmbare Stimme haben“

Jürgen Doetz: „Von Montag an müssen Dinge angepackt werden“ Bild: dpa

Jürgen Doetz kandidiert als Mann des Übergangs für den Vorsitz von Mainz 05. Der frühere Vizepräsident will drängende Probleme umgehend angehen und mit wöchentlichen Besuchen an der Fanbasis Identität und Zusammenhalt im Verein stärken.

          7 Min.

          Sie haben im vergangenen Sommer eine Wahl zum Vorsitzenden von Mainz 05 in der Stichwahl verloren. Warum tun Sie sich das noch einmal an?

          Daniel Meuren
          (dme.), Rhein-Main-Zeitung

          Weil gerade die kurze Amtszeit von Johannes Kaluza deutlich gemacht hat, wie dringend notwendig der Verein einen kompetenten Vorsitzenden braucht.Die Niederlage hatte ich schnell abgehakt,Schmollwinkel gibt’s bei mir nicht, also war ich schon am nächsten Bundesligaspieltag wieder im Stadion und ich bin genauso ein verrückter Fan wie vorher. Durch die Umstände des Abgangs von Johannes Kaluza hat sich das Thema neu aktiviert, aber  meine Motivationslage  sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Ich sehe mich in der Pflicht, mich zur Verfügung zu stellen, weil ich für den Verein gute Arbeit leisten kann. Im vergangenen Frühjahr habe ich quasi kommissarisch mit Rouven Schröder zusammen den Verein im Abstiegskampf geführt, wir hatten Ruhe neben dem Spielfeld geschaffen, und jetzt kann  ich ohne jede Anlaufzeit von Montag an, so ich gewählt würde, die Arbeit aufnehmen.

          Wie würden Sie das angehen?

          Ich bin ein grundsätzlich positiv denkender und optimistisch gestimmter Mensch. Genau das brauchen wir in unserer Situation an ganz vielen Fronten wie auch meine Kompetenz in ganz vielen Themen, in denen derzeit ein gewisses Vakuum herrscht.

          Welche Kompetenzen sind das?

          Ich sehe es als Aufgabe des Vorstandsvorsitzenden an, den Kontakt zu den Mitgliedern, Fans und Sponsoren zu verbessern  bzw.  die Interessen des Vereins in den Gremien von DFB und DFL zu vertreten. Da ist in den vergangenen Monaten einiges kaputtgegangen. Ich möchte das kitten.

          Dasselbe versprechen auch Ihre Mitbewerber…

          Ich kenne allerdings alle, die als Gesprächspartner hier notwendig sind. Ich habe die Erfahrung und in unserer jetzigen Situation können wir uns meines Erachtens keinen weiteren Aufschub leisten wie etwas durch eine 100-Tage-Frist  als Einarbeitungsphase. Von Montag an müssen Dinge angepackt werden. Beispielsweise stehen bei DFB und DFL wichtige Entscheidungen an bezüglich 50-plus-1 oder Pyrotechnik. Da sollte Mainz 05 dringend mitreden. Der Vorstandsvorsitzende sollte in diesen Themenfeldern sein Engagement einbringen. Wir brauchen keinen, der mit Rouven Schröder als Sportfachmann diskutieren will oder kaufmännisch tätig sein will, weil dem ab Februar arbeitenden neuen Mann Jan Lehmann ja  ein hervorragender Ruf vorauseilt. Stattdessen spielt die Diskussion um die Vereinsidentität eine herausragende Rolle. Das ist die Grundlage für eine wirtschaftliche und sportliche Weiterentwicklung. Wer ist unser Verein? Was ist unser Verein? Welche Werte lebt unser Verein?  Da hatten wir zu Zeiten von Jürgen Klopp klare Antworten.  Mittlerweile haben wir da sicher Defizite. In der Fanabteilung wurde damit begonnen, dem auf die Spur zu kommen. Das möchte ich als Vorsitzender vorantreiben.

          Sie gehörten dem alten Vorstand an und tragen somit auch Verantwortung für diesen Identitätsverlust. Warum sind Sie dann der richtige Mann, um den Fehler zu korrigieren?

          Wir hatten die letzten beiden Jahre sicher dieses Thema nicht auf der Agenda und man könnte uns sicher auch noch für andere Dinge verantwortlich machen. Aber wir waren nun mal mit anderen Themen beschäftigt, es waren rauhe Zeiten, und vor allem die Strukturdiskussion wurde ja sehr intensiv geführt. Wir hatten dafür zu sorgen,  dass das Schiff nicht noch mehr ins Schlingern gerät, daran  haben wir von Woche zu Woche gearbeitet. Das waren Feuerwehraktionen.

          Sie dürfen nur noch einmal kandidieren. Was können Sie in den drei Jahren bewegen?

          Weitere Themen

          Besatzer im Museum

          Streit um Mainzer Plenarsaal : Besatzer im Museum

          Der Streit um den alten Mainzer Plenarsaal spitzt sich zu. Landtagspräsident Hering tut so, als seien Archäologen damit einverstanden, dass das Mobiliar das Landesmuseum vollstellt. Ist das wirklich so?

          Topmeldungen

          Nicht alle zahlen hohe Steuern: Passanten gehen auf der Bahnhofstraße durch die Innenstadt von Hannover.

          IW-Studie : Wer trägt welche Steuerlast?

          Allen Steuertarifkorrekturen zum Trotz: Auf die unteren 70 Prozent entfallen 21 Prozent der Einkommensteuer – wie schon 1998. Damit zahlen 30 Prozent aller Haushalte in Deutschland fast 80 Prozent dieser Abgabe.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.