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2:0 gegen Augsburg : Mainz bleibt daheim eine Macht

Mainzer Jubel über den verwandelten Elfmeter. Bild: EPA

Spielerisch ist das Niveau zwischen Mainz und Augsburg überschaubar. Doch den Hausherren gelingt zumindest ein kluger Konter. Dem FCA fällt an diesem Abend nichts ein – und ein Elfmeter tut das Übrige.

          2 Min.

          Der Lieblingsgegner kam zur rechten Zeit: Der FSV Mainz 05 besiegte am Freitagabend nicht nur den FC Augsburg 2:0, sondern vertrieb auch erst einmal die drängendsten Sorgen, die sich nach nur einem Sieg aus den vorangegangenen acht Spielen eingestellt hatten. Statt des Absturzes in die wirklich gefährliche Tabellenregion haben sich die Mainzer dank der Tore von Levin Öztunali (31. Minute) und Jairo (62.) – wie von ihrem Trainer Martin Schmidt vorab erhofft – mit nun 25 Punkten und Rang neun wieder im Mittelfeld „festgekrallt“.

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Für Schmidt brachte der Abend ohnehin sehr behagliche Gefühle: Eine Delegation aus seiner Walliser Heimat kredenzte den Anhängern vor dem Anpfiff nicht nur kostenlos die Spezialität Raclette samt eines Gläschens Fendant. Zudem spielte in der Halbzeitpause ein ganzer Chor an Alphörnern aus Schmidts Heimatregion Belalp auf. Von den Tribünen schallten zudem Kuhglocken durchs mit nur 23 000 Zuschauern abermals spärlich gefüllte Stadion.

          Nach der 0:4-Niederlage in der Vorwoche hatte Schmidt noch scharfe Kritik an Willen und Leidenschaft seines Teams geübt. Beim Führungstor zeigten die Rheinhessen diese Tugenden: Nach einem fahrlässigen Ballverlust des Augsburgers Philipp Max ließen sie sich bei ihrem Konter durch nichts und niemanden aufhalten und auch nicht durch zwei Fouls an Jairo und Öztunali bremsen, bei denen Schiedsrichter Manuel Gräfe bemerkenswert vorausschauend Vorteil laufen ließ. Statt über das Foul zu lamentieren, machte sich der im Mittelfeld regelwidrig vom Ball getrennte Öztunali sogar so flott in Richtung des gegnerischen Strafraums auf, dass er kaum zehn Sekunden später per Kopf vollstreckte.

          Das Spiel war hart umkämpft.
          Das Spiel war hart umkämpft. : Bild: dpa

          Wenige Minuten später hätten die Mainzer einen Elfmeter zugesprochen bekommen können: Der erstmals in der Startelf eingesetzte Neuzugang Bojan Krkic fiel aber zumindest aus Sicht des Unparteiischen etwas zu leicht. Der ehemalige Barcelona-Star deutete nicht nur in dieser Szene an, dass er dem Offensivspiel seines neuen Teams mit seiner Wendigkeit gut tun kann. Seine Mitspieler trauten sich freilich noch viel zu selten den Flachpass durchs Mittelfeld zu, um den als hängende Spitze aufgebotenen Krkic ins Spiel zu integrieren.

          Die spielentscheidenden Akzente setzte der Spanier so bis zu seiner Auswechslung nach 69 Minuten noch nicht. Zudem offenbarte er konditionelle Defizite. Diese kennt Jhon Cordoba hingegen überhaupt nicht: Mit seiner körperlichen Urgewalt holte er stattdessen einen Strafstoß heraus im Duell mit dem Augsburger Schlussmann Hitz. Den fälligen Elfmeter verwandelte Jairo.

          Abermals haben die Mainzer somit ein Spiel zur rechten Zeit gewonnen. Eine Qualität, die sie seit langem auszeichnet. Schon in den vergangenen acht Spielzeiten standen sie nie auf einem Abstiegsplatz und gerieten nie in größere Existenznot. Diese Aufmerksamkeit im richtigen Moment ließen nur die Ordner vermissen. Sie merkten kurz vor dem Abpfiff vermutlich als Letzte im Stadion, dass ein Flitzer am Anstoßpunkt in aller Ruhe Selfies mit Mainzer Spielern produzierte.

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