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Mainzer 1:1 in Stuttgart : „Wir wissen, dass wir nicht wissen, wo wir stehen“

  • -Aktualisiert am

Aymen Barkok und Mainz 05 nehmen ein 1:1 mit aus Stuttgart. Bild: Imago

Das 1:1 in Stuttgart stellt Mainz 05 zufrieden, der Leistungsabfall in der zweiten Halbzeit allerdings nicht. Dass den 05ern bei den wenigen Umschaltangriffen der Punch fehlt, ist ihr größtes Manko.

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          An der Frage, ob sie nach diesem ersten Pflichtspiel des Jahres wüssten, wo sie stehen, kam Martin Schmidt nicht vorbei. Seine Antwort: „Jetzt wissen wir, dass wir immer noch nicht genau wissen, wo wir stehen.“ Die zahlreichen Stockfehler und ins Aus gespielten Bälle seien aber „Dinge, die man nicht sieht, wenn man im Rhythmus ist“, fügte der Sportdirektor von Mainz 05 nach dem 1:1 in Stuttgart an.

          Bundesliga

          Will man es positiv bewerten, lässt sich festhalten, dass die Rheinhessen trotz mehrerer Ausfälle beziehungsweise nur als Einwechseloptionen infrage kommender Akteure dem Spiel beim VfB in der ersten Halbzeit ihren Stempel aufdrückten. Auch wenn es ihnen nicht gelang, die optische Überlegenheit zu mehr als einer Strafraumszene zu nutzen. Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, mangelte es dem Mainzer Auftritt an der Konstanz, die das Team schon vor der Winterpause so oft hatte vermissen lassen – nach dem Seitenwechsel war Stuttgart dominant und erspielte sich einige Großchancen.

          Die Schwaben mochten es aufgrund der verpassten Gelegenheiten etwas anders einschätzen, doch im Mainzer Lager war hinterher die Rede von einem gerechten Remis. „Den Punkt nehmen wir gerne mit“, sagte Schmidt. „Stuttgart war zwar die etwas bissigere und gefährlichere Mannschaft, aber über das ganze Spiel haben wir das Remis verdient.“

          „Für mich war es schön“

          Ärgerlich insbesondere aus Sicht von Torwart Finn Dahmen, der den unter Rückenbeschwerden leidenden Robin Zentner vertrat, war das Zustandekommen des Gegentreffers. Lediglich einmal gelang es seinen Vorderleuten nicht, einen VfB-Vorstoß frühzeitig zu unterbinden, und in diesem einen Fall half es auch nicht, dass Dahmen zunächst im Eins-gegen-eins mit Serhou Guirassy die Ruhe bewahrte, sich vor dem Stürmer groß und breit aufbaute und dessen Schuss abwehrte. Innenverteidiger Alexander Hack sorgte dafür, dass der Ball in der Gefahrenzone blieb, und diesmal ließ Guirassy dem fehlerfreien Schlussmann keine Chance (36.). „Wir hatten mehrfach die Gelegenheit zu klären, haben es aber nicht geschafft“, haderte Dahmen. „So etwas wird in der Bundesliga halt bestraft.“

          Bis zum zu diesem Zeitpunkt verdienten Ausgleich vergingen nur vier Minuten. Und der ging einher mit einer bemerkenswerten VAR-Entscheidung, der vermutlich schnellsten seit der Einführung: Schiedsrichter Brych, vom Kölner Keller über ein mutmaßliches Foul im Stuttgarter Strafraum an Leandro Barreiro informiert, machte nicht lange rum, sondern ging direkt Weg zu seinem Spielfeldrandmonitor. Was er sah, bedurfte keiner Diskussion: Naouiroi Ahamada hatte den Mainzer von hinten gegen den Fuß getreten. Marcus Ingvartsen verwandelte den Strafstoß zum 1:1.

          Warum die Rheinhessen sich im zweiten Durchgang zunächst so sehr in die Defensive drängen ließen, wird zur Analyseaufgabe des Trainerteams gehören. Pech hatten sie beim einzigen abgeschlossenen Angriff, dass Aymen Barkok aus 18 Metern die Latte traf. Glück, dass auf der anderen Seite Guirassy für Gleichstand in dieser Bilanz sorgte.

          „Für mich war es schön, dem Team helfen zu dürfen“, kommentierte der frühere Frankfurter Barkok sein Anfangselfdebüt. „Wäre der Lattenschuss reingegangen, wäre ich noch glücklicher.“ Dass den 05ern ansonsten bei den wenigen sich noch ergebenden Umschaltangriffen der Punch fehlte, war ihr größtes Manko. „Wir wollten nachher nicht mehr viel riskieren, wir waren nicht mehr mutig genug“, räumte Sportdirektor Schmidt ein.

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