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1:2 in Freiburg : Eine Mainzer Niederlage als Mutmacher

  • -Aktualisiert am

Gut gespielt, aber verloren: Aaron und Robin Zentner (rechts) Bild: dpa

Die Rheinhessen bringen selbst das Spitzenteam Freiburg in Verlegenheit. Da hat sogar der Mainzer Trainer Bo Svensson hat nichts zu meckern. Dennoch steht am Ende eine knappe Niederlage.

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          Am Ende kamen sich die Mainzer Spieler wie Sprinter vor, die um Millimeterbreite besiegt worden sind. So gesehen, war der 2:1-Sieg des Bundesliga-Zweiten SC Freiburg über die im Mittelfeld verankerten Rheinhessen so etwas wie eine Fotofinish-Entscheidung. Ähnlich empfanden es auch die Südbadener, deren Trainer Christian Streich nach dem aufregenden Duell zugab, dass „wir uns nicht beklagen können, wenn es 2:2 endet“.

          Bundesliga

          Schließlich drohte die letzte Mainzer Druckwelle in der Nachspielzeit, als auch der von niemandem gebremste Torwart Robin Zentner mit stürmte, die lange sicher geglaubten drei Punkte für den Sport-Club wegzuschwemmen. Streichs Mannschaft aber, über die gesamte Spieldauer einen Tick besser, blieb im Glück, weil Karim Onisiwos Schuss in der zweiten Minute der Nachspielzeit gegen den Pfosten klatschte und Sekunden später der eingewechselte Freiburger Stürmer Nils Petersen einen Schuss von Silvan Widmer von der Torlinie wegbeförderte.

          Bo Svensson, der manchmal strenge Trainer des 1. FSV Mainz 05, verstand sich nach dieser letztlich etwas unglücklichen Niederlage als erster Aufbauhelfer seines Teams. „Die Mentalität hat gestimmt bei meiner Mannschaft“, sagte er, „darauf bin ich stolz. Ich kann meinen Spielern keinen großen Vorwurf machen.“

          Burkardt ist wieder dabei

          So wie sie nach einer mäßigen ersten Hälfte auftraten, scheint der Weg zu neuen Erfolgen nach zuletzt zwei Niederlagen und einem Remis nicht mehr allzu weit zu sein. Jonathan Burkardt, der drei Wochen nach dem Foul des Hoffenheimers Kevin Akpoguma von seiner Fußverletzung – eine große Fleischwunde – genesen war und wieder mitspielen konnte, sprach davon, „dass die zweite Halbzeit gut war, da können wir ein bisschen was mitnehmen, auch wenn der Trend zurzeit ein bisschen nach unten zeigt“. Sein Versprechen beim Blick auf das nächste Heimspiel am Samstag gegen RB Leipzig lautete: „Da wollen wir mal wieder eine richtig gute Leistung zeigen, das war zuletzt nicht der Fall.“

          Niederlagen können manchmal auch so etwas wie ein Mutmacher sein, auch wenn in den ersten 45 Minuten defensive Nachlässigkeiten dem Freiburger Mittelstürmer Michael Gregoritsch zum frühen 1:0 verhalfen (3.) und Mainzer Tatenlosigkeit das sehenswert herausgespielte 2:0 durch Daniel-Kofi Kyereh (37.) erleichterte. Spätestens mit dem 1:2 durch Aaron nach Burkardts Torvorlage (52.) glichen sich die Verhältnisse auf dem Platz in diesem über weite Strecken sehenswerten Kampf an. Dabei kompensierte Svenssons Team mit einiger Selbstverständlichkeit, dass es am Ende ohne seine 1a-Innenverteidiger auskommen musste.

          Alexander Hack fehlte, weil nach der Roten Karte gegen Hoffenheim sowieso noch gesperrt, wie der angeschlagene Maxim Leitsch von vornherein. Stefan Bell, der verlässlichste Rückhalt der 05er, musste, weil schon verwarnt und nach einem weiteren Foul ein letztes Mal vom guten Schiedsrichter Sven Jablonski ermahnt, nach 66 Minuten den Platz verlassen. Die für die Stammbesetzung in der Dreierkette von aufgestellten Widmer und Anthony Caci erledigten ihre Aufgaben zufriedenstellend wie der für Bell gekommene Edimilson Fernandes als defensiver Mittelfeldspieler, als Mainz auf eine Viererkette umgestellt und damit den Druck nach vorn weiter erhöht hatte.

          Das Team, das seine Handicaps zufriedenstellend bekämpft hatte, fand letztlich ob seiner Willenskraft in dieses lange von Freiburg dominierte Spiel. Dabei hätte Torhüter Robin Zentner im Schlussspurt sogar noch in neuer Rolle zum Tageshelden aufsteigen können. Wild entschlossen war er („warum nicht, wenn du 1:2 hinten liegst?“) nach vorn gestürmt und prompt per Kopfballvorlage an der Entstehung von Onisiwos Pfostenschuss beteiligt.

          Ob ihm der Ausflug in die sonst weit entfernten Gefilde Spaß gemacht habe, wurde er nach dem Spiel gefragt. Die Antwort war wenig romantisch: „Spaß? Es macht keinen Spaß, weil wir am Ende 1:2 zurückliegen. Wenn ich aber den Ball reingemacht hätte, hätte ich heute sehr viel Spaß gehabt.“ Ein Gutes habe der finale Kraftakt vielleicht doch gehabt, sagte der 1,94 Meter lange Hüne über die Lehre aus dieser Niederlage: „So müssen wir das nächste Spiel angehen: voll Power von Anfang an!“ Man darf gespannt sein auf den nächsten Kraftakt gegen Leipzig.

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