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1:2 in Augsburg : Mainz verliert erstmals mit Beierlorzer

  • -Aktualisiert am

Achim Beierlorzer (rechts) verliert mit Mainz 05 in Augsburg. Bild: dpa

Im dritten Spiel mit dem neuen Trainer muss der der FSV zum ersten Mal eine Niederlage einstecken. Beim 1:2 in Augsburg verspielt Mainz eine Führung. Beierlorzer klagt über das Verhalten des Schiedsrichters.

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          Die Siegesserie von Achim Beierlorzer als Trainer des Fußball-Bundesligavereins FSV Mainz 05 ist im dritten Spiel zu Ende gegangen. Hinterher sagte er, er hätte es verkraften können, wenn sein Team zur Halbzeit 1:3 zurückgelegen wäre. Aber bitteschön nicht so, wie es dann geschah: durch einen Foulelfmeter, der Augsburg einen 2:1 (1:1)-Sieg bescherte. „Bitter“, meinte Beierlorzer, „sehr bitter“.

          Bundesliga

          Schiedsrichter Markus Schmidt hatte nach einem Laufduell zwischen Vargas, dem Augsburger, der schließlich stürzte, und dem Mainzer Kunde auf Foul entschieden (63. Minute). Aber außerhalb des Strafraums. Dann die Intervention von Video-Referee Martin Petersen: Innerhalb. Nach allgemeiner Ansicht war es richtig, den Ort zu verlegen, aber die Tat war keine. „Innerhalb, aber kein Foul“, versicherte Torhüter Robin Zentner. „Warum geht der Schiedsrichter nicht raus und schaut das an? Es ist eine spielentscheidende Szene“, klagte Beierlorzer. Fast schon verzweifelte lachte er angesichts seiner persönlichen Saisonbilanz: Von elf VAR-Eingriffen erfolgten zehn zu seinen Ungunsten. „Aber darum geht es nicht“, sagt er. „Wir müssen den Videobeweis endlich verbessern.“

          Dass die Mainzer sich ungerecht behandelt fühlten, war aber nur eine Facette dieses Spiels. Die andere, die sichtbarere: Sie wurden demontiert vom FC Augsburg. Besonders in der Anfangsviertelstunde. Nach zwanzig Sekunden tauchte der FCA durch den Finnen Fredrik Jensen erstmals im Mainzer Strafraum auf, nach vier Minuten hätten die Nullfünfer 0:3 zurückliegen können. Und bis zu ihrem ersten eigenen strukturierten Angriff gar noch deutlicher. Die Dreierabwehrkette war auf ihrer rechten Seite höchst anfällig, was in erster Linie mit dem Augsburger Linksaußen Ruben Vargas zu tun hatte, der sein ganzes Repertoire entfaltete: Dribblings, kluge Pässe, Kopfballgefährlichkeit, Aggressivität.

          Eine bezeichnende Szene war die in der zehnten Minute: Vargas luchste Levin Öztunali den Ball ab, es entstand eine Drei-gegen-eins-Situation für die Augsburger, der verbliebene Mainzer war Torhüter Robin Zentner. Typisch war dann jedoch auch, wie die Schwaben es verstanden, aus diesem Moment nichts zu machen: Der von Vargas angespielte Marco Richter schoss nicht ins leere Mainzer Tor, sondern ans Außennetz. Richter hatte etwas später noch eine ähnlich große Chance, die er vergab, und als er eine Minute vor der Halbzeit schließlich doch noch traf, wollte er gar nicht darüber jubeln, weil die negative Abschlussbilanz auf ihm lastete.

          Richters Tor war aber nicht das 1:0, sondern der Ausgleich zum 1:1. Weil Levin Öztunali mit einem Tor aus dem Nichts nach 15 Minuten den Ergebniskontrast zum Spielgeschehen schuf. Er schlug einen Haken an Philipp Max vorbei, zog mit links ab, der Ball flatterte, der Augsburger Keeper Tomas Koubek stand ein Stück zu weit vor der Linie, der Schuss senkte sich über ihn ins Tor. Der FSV Mainz 05 hatte nun einen etwas besseren Zugriff auf das Spiel, trotzdem blieb Augsburg das Team mit den auffälligen Aktionen. „Die riesengroßen Torchancen hatten wir nicht“, sagte Sportdirektor Rouven Schröder. Beierlorzers Umstellung auf ein 4-4-2 entspannte die Lage in der zweiten Halbzeit ein wenig, doch den leichten Druck, den der FSV mit der Hereinnahme von Adam Szalai als letztem Mittel aufsetzte, arbeitete die solide Augsburger Abwehr weg.

          „Wir haben die erste Halbzeit völlig verschlafen“, analysierte Beierlorzer, „und haben die Aggressivität der letzten beiden Spiele nicht an den Tag gelegt.“ Versuch einer Erklärung: „Vielleicht hat doch nachgewirkt, dass wir am Montag spielen mussten.“

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