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Bundesliga-Krise : Die Lösung der Mainzer Misere

  • -Aktualisiert am

Danny Latza (links) und die Mainzer verloren bisher jedes Spiel in der Bundesliga. Bild: AFP

Sechs Spiele, sechs Niederlagen: Mainz 05 steckt in der Bundesliga tief in der Krise. Und nun? Um die Mainzer aus ihrer Misere herauszuholen, hilft kein Heidel und kein Tribun – das müssen sie schon selber tun.

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          Sechs Spiele, null Punkte, 5:18 Tore. Mainz 05 hat in den vergangenen Wochen eine historische Fehlleistung vollbracht. Zumindest klubintern haben die Rheinhessen einen Rekord aufgestellt – so etwas ist ihnen quer durch alle Ligen in allen 105 erfassten Spielzeiten ihrer Vereinsgeschichte noch nicht widerfahren. In der Bundesliga fehlt ihnen nur noch ein Negativerlebnis, um Fortuna Düsseldorf hinter sich zu lassen und alleiniger Minusrekordhalter zu sein. Das wäre dann schon fast der Gau – nächster Gegner ist der Tabellenvorletzte FC Schalke 04.

          Bundesliga

          „Schröder raus“, „Höhne raus“, „Mannschaft raus“ (in differenzierteren Betrachtungen heißt es „Söldner raus“) – so lassen sich die Kommentare zusammenfassen, die innerhalb der „sozialen Netzwerke“ kursieren. Die Wut enttäuschter Fans konzentriert sich auf den Sportvorstand, den Aufsichtsratschef und die Profis, denen ohnehin gerne die Identifikation mit dem Verein abgesprochen wird. Und deren peinliches Gezackere um die Rückzahlung des Gehaltsverzichts im Frühjahr die Wertschätzung ihnen gegenüber nicht gesteigert hat.

          Fehlt nur noch der Ruf nach einem „harten Hund“ auf der Trainerbank, der „mit eisernem Besen“ den „Saustall“ ausfegt. Der Wunsch, Christian Heidel möge zurückkehren, ertönt schon aus mehreren Ecken. Wobei in Vergessenheit zu geraten scheint, dass der vor viereinhalb Jahren am Bruchweg ausgestiegene Manager nicht unschuldig am Desaster rund um die Strukturreform war.

          Ein paar klare Sätze seinerseits hätten die unsägliche Debatte um die Eignung des Präsidenten Harald Strutz als hauptamtlicher Vorstand schnell beenden können. Und dass Heidel mit seiner Personalpolitik beim FC Schalke 04 dazu beigetragen hat, den Revierklub vor die Wand zu fahren, wird ebenfalls übersehen. Im Übrigen hat der 57-Jährige bislang nicht erkennen lassen, dass er bei seinem Heimatverein wieder Verantwortung übernehmen möchte.

          Nein, um die Mainzer aus ihrer Misere herauszuholen, hilft kein Heidel und kein Tribun – das müssen sie schon selber tun: Rouven Schröder, dem bewusst ist, dass der Kader umstrukturiert werden muss, dem aber im Sommer die Hände gebunden waren. Um Spieler zu verkaufen, fehlten interessierte Klubs, um neue zu holen, fehlte das Geld. J

          an-Moritz Lichte, dessen inhaltliche Arbeit und Analyse sich wohltuend von der seines Vorgängers unterscheidet, auch wenn der jüngste spielerische Aufschwung in Augsburg einen Rückschlag erlebte. Und an erster Stelle die Mannschaft, die binnen elf Monaten zwei Trainer verschlissen hat und gerade dabei ist, den dritten zu verschleißen. Sollten die Profis auch Lichte loswerden wollen: Ein Auftritt wie in Augsburg gegen Schalke könnte dafür reichen.

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