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Mainz 05 : Mit Lavalée soll die Null stehen

  • -Aktualisiert am

Soll die Defensive stabilisieren: Mainzer Zugang aus Belgien, Dimitri Lavalée (Mitte) Bild: dpa

In der Mainzer Defensive tut sich etwas. Der Belgier Dimitri Lavalée, gekommen aus Lüttich, soll für mehr Stabilität sorgen. Sein Spiel: kompromisslos und erwachsen. Letzteres bezeugt auch sein selbst organisierter Umzug in die Stadt am Rhein.

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          Beim FSV Mainz 05 wollen sie künftig verstärkt auf die sogenannten Soft Skills achten, wenn sie Spieler aus dem fremdsprachigen Ausland verpflichten. Sprich: Nicht nur die fußballerische Qualität soll stimmen, sondern die Neuzugänge sind auch angehalten, möglichst rasch Deutsch zu lernen, um ihre Integration in das Team, in den Verein und in die Stadt zu beschleunigen.

          Was das angeht, ist Dimitri Lavalée ein Musterprofi. Der Belgier, erster Zugang der Rheinhessen in diesem Sommer, hatte schon im Winter einen ersten Deutschkurs besucht. Schließlich wusste er seit Januar, was die berufliche Zukunft bringen würde, 05-Sportvorstand Rouven Schröder hatte ihn mit einem halben Jahr Vorlauf verpflichtet. Dass die Bemühungen des 23 Jahre alten Innenverteidigers um den Spracherwerb nicht so weit gediehen, wie er es sich gewünscht hatte, lag am auch in seiner Heimat erfolgten coronabedingten Lockdown. Das Versäumte wolle er schnellstens nachholen, sagte er in seinem ersten Pressegespräch in Mainz. „Es ist wichtig, die Sprache des Landes zu lernen, auch um mit den Verantwortlichen im Umfeld reden zu können.“

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          Dem Bild, das Manager Schröder von ihm zeichnet – „Dimitri ist ein sehr erwachsener junger Mann“ –, wird Lavalée auch unter einem zweiten Aspekt gerecht: Über ein Immobilienportal suchte und fand er eine Wohnung für sich und seine Freundin. „Und weil ich einen gewissen Vorlauf hatte, konnte ich den Umzug gut vorbereiten.“

          Viel Konkurrenz in der Mitte

          Um sich aber nicht nur in der Stadt wohl zu fühlen, sondern auch in den Planungen von Trainer Achim Beierlorzer eine wichtige Rolle zu spielen, bedarf es mehr als persönlicher und sozialer Kompetenzen. Die Konkurrenz um die Plätze im Abwehrzentrum ist schließlich selbst dann noch groß, wenn, wovon auszugehen ist, die Mainzer einen ihrer Führungsspieler verkaufen. Heißer Kandidat für einen Transfer ist Moussa Niakhaté. Es blieben aber immer noch fünf Bewerber für die Innenverteidigung: Jeremiah St. Juste, Alexander Hack, Stefan Bell, der aus Paderborn gekommene Luca Kilian – und eben Lavalée.

          Als dynamischen, aggressiven Spieler, als positiven Typ mit viel Mentalität bezeichnet Beierlorzer den aus der Akademie von Standard Lüttich hervorgegangenen Neuzugang. „Wir wollen ihn für unser Spielsystem weiterentwickeln. Was wir von ihm erwarten, und was er in einigen Szenen auch schon gezeigt hat, sind ein solider Spielaufbau, eine klare Struktur und ein klares Zweikampfverhalten.“ Er sei überzeugt, dass Lavalée sich rasch ins Team integrieren werde, und Lavalée versichert, hart zu arbeiten. Das habe er auch in der Vergangenheit tun müssen, „weil hier oder da vielleicht das Glück gefehlt hat“.

          „Ich bin aus meiner Komfortzone herausgekommen“

          Nachdem er die komplette Jugend bei seinem Heimatverein durchlaufen hatte, verbrachte Lavalée die vorvergangene Saison beim niederländischen Zweitligaklub MVV Maastricht. Diese Ausleihe ließ ihn nicht nur persönlich reifen („Ich bin aus meiner Komfortzone herausgekommen“), sondern bescherte ihm auch 31 Einsätze in Punktspielen. Zurück in Lüttich, kam er bis Weihnachten fünfmal zum Zug. Nachdem er in Mainz unterschrieben hatte, berücksichtigte Trainer Preud’homme ihn nicht mehr.

          In dem internen Testspiel am vorvergangenen Samstag hatte Dimitri Lavalée defensiv einen unauffälligen Eindruck hinterlassen. Zum Einstand schien der Belgier darauf bedacht, solide aufzutreten, keine Fehler zu begehen, und das gelang ihm. Beim 6:0 gegen Zweitliga-Aufsteiger Würzburger Kickers vor zwei Tagen trat er schon ganz anders auf. Den größten Teil seiner Arbeit erledigte er unspektakulär, aber dank guten Timings und Stellungsspiels sehr souverän. Er war stets aufmerksam, auch bei Bällen, mit denen er nicht rechnen konnte, wie einem Querpass seines Nebenmanns St. Juste am eigenen Fünfmeterraum. Und als er einen Würzburger Konter über Kopacz mit einem harten Tackling unterband, gab es Szenenapplaus von den rund 250 Zuschauern, die dem Spiel auf der Gegengeraden des Bruchwegstadions beiwohnen durften. „Dimitri findet sich mit jeder Trainingseinheit besser zurecht“, lobte Achim Beierlorzer. „Er verteidigt kompromisslos nach vorne. Das brauchen wir, wenn wir die Null öfter halten wollen.“

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