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FSV Mainz 05 : Ingvartsen braucht nur 78 Sekunden

  • -Aktualisiert am

Besser geht es nicht: Marcus Ingvartsen trifft sofort für Mainz 05. Bild: WITTERS

Der dänische Neuzugang hält, was sich Trainer Bo Svensson von seinem Landsmann versprochen hat. Beim Sieg bei der TSG Hoffenheim trifft er. Mainz mischt nach dem 2:0 oben mit in der Tabelle.

          2 Min.

          Schöner hätte auch der begabteste Künstler die Gesamtsituation, die sich Bo Svensson und seine Leute erarbeitet haben, nicht malen können, als es Marcus Ingvartsen in der 78. Minute vollführte: Gerade 78 Sekunden war der letzte Neuzugang des FSV Mainz 05 ins Spiel bei der TSG Hoffenheim verwickelt, da trug er sich in die Torschützenliste ein. Mit seiner ersten Aktion erzielte er das 2:0.

          Bundesliga

          Ein perfekter Einstand für den Dänen – und weil sich am Spielstand nichts mehr ändern sollte, der dritte Saisonsieg. Obendrein der dritte ohne Gegentor. „Das ist der Grund, warum wir ihn geholt haben“, kommentierte Trainer Svensson das Debüt seines Landsmanns. „Er soll als Stürmer Tore für uns schießen.“

          Zwar hatte Ingvartsen, am vorvergangenen Montag verpflichtet, aber erst nach der Länderspielreise mit der dänischen Nationalmannschaft in Mainz angekommen, nur dreimal am Bruchweg trainiert. „Aber schon in den drei Einheiten hat man gesehen, dass er solche Aktionen drin hat“, sagte Svensson, der zugleich anmahnte, die Vorbereitung nicht zu vergessen.

          „Das macht mich glücklich“

          In der Tat war auch die sehenswert: Dominik Kohr hatte nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte den mit Ingvartsen eingewechselten Anton Stach auf den rechten Flügel geschickt. „Der ist 50 Meter durchs Mittelfeld marschiert“, schwärmte Svensson. Von zwei Gegenspielern bedrängt, brachte Stach den Ball im Fallen mit dem linken Spann nach innen. Ingvartsen lief zwei, drei Schritte parallel zum Tor und schloss ab. Gegen seine Laufrichtung, gegen die von Keeper Oliver Baumann. „Die Jungs von der Bank haben dem Spiel gutgetan und es teilweise auch besser gemacht“, sagte der Trainer. „Das macht mich glücklich.“

          Glücklicher offenbar als die inzwischen neun Punkte, mit denen die Mainzer auf den vierten Platz vorgerückt sind. „Ich freue mich, weil es nicht so einfach war mit der ganzen Coronageschichte“, sagte Svensson. „Aber es sind erst vier Spieltage vorbei und noch 30 zu absolvieren. Wir sollten nicht anfangen, uns abzufeiern. Vor neun Monaten waren wir noch abgeschlagen, das sollten wir nicht vergessen.“

          Freilich tut die Mannschaft gerade wieder sehr viel dafür, dass sich im Vereinsumfeld niemand mit den Niederungen der Tabelle beschäftigt. Svensson hob die Disziplin und Abgeklärtheit hervor, mit der sich seine Leute den dritten Saisonsieg verdient hatten. „Wir wussten um die Hoffenheimer Qualität mit dem Ball und dass wir sehr genau sein müssen in unseren Abläufen.“

          Das waren sie, sieht man von der Anfangsphase der zweiten Halbzeit ab, als die Kraichgauer ein optisches Übergewicht besaßen und den Mainzern klare Aktionen nach vorne fehlten. Doch auch diese Viertelstunde änderte nichts daran, dass Ingvartsen richtig lag, als er sagte: „Ich glaube, sie hatten keinen einzigen Schuss aufs Tor.“

          „Eine sehr gute Defensivleistung“

          Abwehrchef Stefan Bell sagte: „Das war eine sehr gute Defensivleistung von allen, die auf dem Feld waren. Unsere Sechser, Achter und Stürmer haben uns brutal viel Arbeit abgenommen. Und dann hatten die Hoffenheimer wenig Ideen, sich vorne durchzuspielen. Sie wollten oft ins Zentrum, aber dort war es extrem eng, wir haben oft gedoppelt, es hat in den Zweikämpfen richtig gescheppert. Und spätestens in der Kette haben wir die Zweikämpfe gewonnen.“

          In Führung gegangen waren die aggressiv anlaufenden Mainzer in der 21. Minute, nachdem sie Jacob Bruun Larsen zu einem Fehlpass provoziert hatte. Kohr ging dazwischen, spielte Burkardt an, der den Ball in der Drehung mitnahm und mit links unten rechts einschoss. „Ich habe versucht, mir den Ball mit dem ersten Kontakt bestmöglich hinzulegen und mit dem zweiten abzuschließen“, sagte er. Es blieb nicht beim Versuch.

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