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FSV Mainz 05 : Intensiv bis zum Schluss

  • -Aktualisiert am

Leandro Barreiro lässt sich fallen und von den Kollegen beglückwünschen. Bild: dpa

Der FSV Mainz 05 macht einen großen Schritt aus dem Tabellenkeller. Im Abstiegskrimi beim 1. FC Köln erzielt Leandro Barreiro in der Nachspielzeit doch noch den Siegtreffer für die Mainzer zum 3:2.

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          Hart umkämpft, intensiv und spannend bis zum Schluss: Das Tabellenkellerduell des FSV Mainz 05 beim 1. FC Köln am Sonntagabend bot hoch attraktiven Bundesliga-Nichtabstiegskampf – und endete mit drei Big Points für die Rheinhessen. Weil Leandro Barreiro in der Nachspielzeit sein zweites Saisontor erzielte, gewannen sie mit 3:2 (1:1). Damit überholten sie in der Tabelle Hertha BSC und liegen als Tabellenvierzehnter sogar nur noch zwei Punkte hinter Werder Bremen. Das Polster auf die Kölner wuchs auf fünf Zähler an.

          Bundesliga

          „Einfach nur geil“, sagte der Mainzer Mittelfeldspieler nach dem Schlusspfiff ins „Sky“-Mikrofon. „Ich habe das einzige gemacht, was in dem Moment noch möglich war, nämlich mit dem Spann zu schießen.“ In seiner Einschätzung, „wir haben kein gutes Spiel gemacht“, war Barreiro sich mit seinem Trainer einig. „So schlecht wie in der ersten Halbzeit habe ich uns selten gesehen“, sagte Bo Svensson. „Es war ein Stück weit ein glücklicher Sieg, aber es sind drei sehr wichtige Punkte. Um das Spiel einzuordnen brauche ich noch einige Zeit.“

          Mit ihrer ersten sauber zu Ende gespielten Offensivaktion, mit ihrem ersten Schuss aufs Tor gingen die Mainzer in Führung. Ausgangspunkt war der Kölner Noah Katterbach, der nach einem Einwurf tief in der eigene Hälfte Barreiro anschoss – und dann demonstrierten die 05er perfekten Kombinations- und Umschaltfußball: Über Danny da Costa, Jonathan Burkardt, abermals da Costa und Barreiro kam der Ball zu Jean-Paul Boëtius an die Strafraumgrenze. Der Niederländer nutzte seine freie Bahn zu einem Schuss an die Unterseite der Latte, von wo die Kugel hinter die Linie sprang.

          Noch keine Vorentscheidung

          Im Prinzip war damit eine optimale Ausgangslage für den siebten Saisonsieg geschaffen. Gegen auf den Ausgleich drängende Kölner nach offensiven Ballgewinnen zu kontern, wäre ganz nach dem Geschmack der 05er gewesen. Aber: Nach dem 1:0 gelang ihnen zunächst nicht mehr allzu viel. Die Mainzer wirkten insgesamt zu passiv, spielten ihre Umschaltgelegenheiten zu ungenau aus und gaben langsam die Kontrolle ab.

          Die Gastgeber erarbeiteten sich Vorteile in Ballbesitz, Zweikampf- und Passquote und kamen zu Chancen – ausgerechnet in jenen wenigen Szenen, in denen sie den Ball hoch in die Spitze schlugen. Zweimal kam Sebastian Andersson im Strafraum zum Abschluss, beide Male fehlte nicht viel zum Ausgleich. Den hatten sie sich freilich verdient, als Ondrej Duda kurz vor der Pause einen von Phillipp Mwene verursachten und nach Hinweis des Videoassistenten verhängten Handelfmeter verwandelte.

          Die Hoffnung des FC, das Spiel auf seine Seite und die 05er wieder auf den 17. Tabellenplatz zu ziehen, wuchs nach etwas mehr als einer Stunde: Nach einem Freistoß von Jonas Hector wuchtete Ellyes Skhiri den Ball am langen Pfosten per Kopf ins Tor (61.). Schlussmann Robin Zentner, der kurz zuvor ein ähnliches Kaliber von Marius Wolf mit einer Blitzreaktion an die Latte gelenkt hatte, war erneut dran, aber geschlagen. Besagte Hoffnung währte jedoch nur vier Minuten: Dann passte der über den linken Flügel kommende Boëtius scharf an den Fünfmeterraum, und Karim Onisiwo verwertete die Vorlage mit langem Bein zum 2:2.

          Und dann das: Kaum war die sechsminütige Nachspielzeit angebrochen, schickte der über die Mittellinie aufgerückte Mainzer Innenverteidiger Moussa Niakhaté mit einem klasse Pass Linksverteidiger Mwene, der behielt die Übersicht, legte zurück vor den Sechzehner. Dort war Barreiro in Position gelaufen, zog technisch anspruchsvoll exakt in die rechte Ecke des Kölner Tors ab. Und durfte sich hinterher als Matchwinner feiern lassen. „Umso besser, wenn wir auch unsere schlechten Spiele gewinnen“, sagte der junge Luxemburger – von einer Vorentscheidung im Kampf um den Klassenverbleib könne man aber noch nicht sprechen.

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